Evangelische Kirche (Rhaunen)

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Kirche von Westen
Chor von innen

Die Evangelische Kirche Rhaunen (Hunsrück) ist eine Kirche in Rhaunen der evangelischen Kirchengemeinde Rhaunen-Hausen im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie geht auf das frühe 8./9. Jahrhundert zurück.[1]

Gemeindegeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Rhaunen im 8. Jahrhundert als Besitz des Klosters Lorsch, 841 gelangte Rhaunen in den Besitz des Klosters Fulda. Von Rhaunen aus erfolgte die Besiedlung der umliegenden Dörfer. Die Pfarrei ist erstmals 1271 nachgewiesen. 1277 wird eine dem heiligen Martin geweihte Kirche erwähnt. Die Reformation wurde im Frühjahr 1560 durch den lutherischen Wild- und Rheingrafen Philipp Franz in Rhaunen eingeführt. Der erste evangelische Pfarrer war Georg von Hasborn (1560–1571). Im Dreißigjährigen Krieg wurde Rhaunen für einige Jahre von wieder katholisch.[1] Von 1685, der Zeit der französischen Besatzung bis zur Ablösung der Simultaneums 1888 durch den Bau einer Katholischen Kirche war sie eine Simultankirche.[2] Seit 2004 war Rhaunen mit Hausen pfarramtlich verbunden und fusionierte mit ihr 2012. Seit 2011 besteht eine Verbindung der Gemeinde Rhaunen-Hausen mit Hottenbach-Stipshausen und Sulzbach. In der Gemeinde existieren neun Predigtstätten.

Architektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saalkirche ist ein verputzter Bruchsteinbau mit 19,60 m Länge, 10,10 m Breite und 4,30 m Höhe (bis zum Hauptgesims). Der dreiseitige asymmetrische Chor wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, das Langhaus um 1700 erbaut. 1767 wurde der Chor wiederhergestellt. Vom ursprünglich gewölbten Chor sind noch Rippenansätze und das Fischblasenmaßwerk erhalten. An der Nordwand des Chores befindet sich ein spätgotisches Sakramentshäuschen, an der Südwand spätgotische Freskenreste. Die Nordwand des Langhauses mit ihren spitzbogigen Fenster wurde im späten 19. Jahrhundert errichtet. An der östlichen Säule befinde sich eine einfach polygonale Holzkanzel von 1773. Ihr ehemaliger Schalldeckel liegt im Erdgeschoss des Turmes.[2][3]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel
Chor von außen
Decke
Turm
Glocke

In der Kirche steht die älteste erhaltende Orgel von Johann Michael Stumm und damit auch die älteste Orgel der Orgelbauerfamilie Stumm. Sie wurde von 1723 als einmanualiges Instrument mit 13 Registern und hinterspieliger Traktur erbaut, 1934 von der Firma Oberlinger renoviert, umgebaut und erweitert und 1979 beispielgebend für viele spätere Orgelrenovierungen von der Firma Johannes Klais Orgelbau in den ursprünglichen Zustand von 1723 zurückversetzt und hat seither wieder die originale Disposition und Traktur.[4] Die Orgel steht neben dem Altar auf einer Eichenholzempore. Der Orgelprospekt weist Arkantusschitzereien als Schleierwerk auf.

Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm war wahrscheinlich Teil der bereits 1277 erwähnten Kirche. Seinen jetzigen Helm erhielt er um 1750.[2] – nach anderer Quelle in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.[4]

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Turm hängen zwei Stahlgußglocken, die 1922 vom Bochumer Verein gegossen wurden.[2]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottesdienste finden etwa zweimal im Monat statt.[1] Neben der gottesdienstlichen Nutzung finden regelmäßig (Orgel-)Konzerte und andere Veranstaltungen in der Kirche statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Vogts: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bernkastel (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Band 15, 1). L. Schwann, Düsseldorf 1935, S. 326–330.
  • Ulrike Weber-Karge, Maria Wenzel (Bearb.): Kreis Birkenfeld (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 11). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1993, ISBN 3-88462-099-1, S. 418–419.
  • Erich Stoll, Rhaunen. Seine Geschichte – seine Menschen; Rhaunen; 1988

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Evangelische Kirche (Rhaunen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Informationen beim Kirchenkreis Trier zur Kirchengemeinde Rhaunen
  2. a b c d Hans Vogts: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bernkastel (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Band 15, 1). L. Schwann, Düsseldorf 1935, S. 326–330.
  3. Ulrike Weber-Karge, Maria Wenzel (Bearb.): Kreis Birkenfeld (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 11). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1993, ISBN 3-88462-099-1, S. 418–419.
  4. a b Informationen über die stumm-Orgeln und ihre Kirchen der VG Rhaunen

Koordinaten: 49° 51′ 47,6″ N, 7° 20′ 46,5″ O