Fürstenhaus Herrenhausen-Museum

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Blick auf das Palais von der Alten Herrenhäuser Straße aus
„Der Gräfin von Delitz'en Lusthaus und Garten zu Herrnhausen“;
Kupferstich Nr. 16 von Joost van Sasse nach Johann Julius Müller, verlegt 1725 bei Peter Schenk dem Jüngeren in Amsterdam

Das Fürstenhaus Herrenhausen-Museum in Hannover-Herrenhausen ist ein Palais im Besitz der Welfenfamilie,[1] das von 1955 bis 2011 als Museum genutzt wurde. Das denkmalgeschützte Palais,[2] das lange Zeit auch für Veranstaltungen gebucht werden konnte, zeigte im Erdgeschoss Möbel, Gemälde, Porzellan und Skulpturen. Seit 2011 ist es für die Öffentlichkeit geschlossen und dient ausschließlich dem welfischen Erbprinzen Ernst August als privater Wohnsitz.[3]

Ausstattung (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1846/65 von Schuster klassizistisch umgestaltete Fürstenhaus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fachwerkgebäude wurde 1721 erbaut[2] im Auftrag von König Georg I. von Großbritannien, zugleich Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg.[5] Der König ließ das Palais für seine Tochter Louise von Delitz errichten, eine von drei Töchtern, die aus der Beziehung Georgs I. mit seiner Mätresse Melusine Gräfin von der Schulenburg hervorgingen. Das Delitzsche Palais wechselte in den folgenden Jahrzehnten mehrfach den Besitzer,[1] und wurde durch verschiedene Adelsfamilien genutzt.[5]

Monogramm GR für Georg Rex mit Krone
Blick von der Herrenhäuser Straße, zuvor die ehemals barocke Gartenseite

„Wohl 1770 wurde das ursprünglich neunachsige, zweigeschossige Lusthaus erweitert und mit Mittelrisaliten und niedrigeren Seitenflügeln versehen“. Aus dieser Zeit stammt „vermutlich auch die gärtnerische Gestaltung des Hofes der U-förmigen Anlage“[2] als kleine Barockanlage, möglicherweise durch Ernst August Charbonnier für den Kammerherrn von Wallmoden.[4] 1836 gelangte das Gebäude wieder in den Besitz der Krone, um als fürstliches Gästehaus hergerichtet zu werden.[5] 1864/65 – kurz vor dem Ende des Königreichs Hannover – wurde die Fassade umgestaltet durch den Architekten Georg Heinrich Schuster, der sich dabei an der durch Georg Ludwig Friedrich Laves konzipierten Umgestaltung von Schloss Herrenhausen orientierte:[5] Schuster verkleidete das Fachwerkgebäude mit einem gelben Rustika-Verputz und versah es mit hölzernen Fenster- und Türrahmungen.[2]

Im Jahr 1866 (Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen) wurde im Fürstenhaus zunächst die Porträt-Sammlung des Hauses Hannover untergebracht.[5]

1936 wurde der ehemals barock hergerichtete Garten, der schon 1852 in einen Nutzgarten umgestaltet worden war, durch die Anlage der neuen Herrenhäuser Straße abgetrennt. Seit 1984 befindet sich auf dem Gebiet des ehemaligen Gartens jenseits der Herrenhäuser Straße der Sitz der Evangelischen Kirche in Deutschland.[4]

Das Fürstenhaus hat – anders als das Schloss Herrenhausen – die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg überstanden. Es wurde am 13. August 1955 als Herrenhausen-Museum eröffnet und erhielt nach einer umfangreichen Renovierung zur Wiedereröffnung am 10. Juli 1985 seinen heutigen Namen.[5]

Ende als Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 bewohnt der Welfenprinz Ernst August, der Sohn des derzeitigen Welfenchefs das Fürstenhaus, wenn er in Deutschland ist. Ernst August, der als Investmentbanker in London arbeitet, will das Schloss ausschließlich privat nutzen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fürstenhaus Herrenhausen-Museum (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heinrich Prinz von Hannover: Fürstenhaus Herrenhausen-Museum (siehe Weblinks)
  2. a b c d e Gerd Weiß: Fürstenhaus (Alte Herrenhäuser Straße 14), in: Denkmaltopographie ... (s. Literatur)
  3. a b Stefanie Kaune: Erbprinz Ernst August von Hannover zieht ins Fürstenhaus. Hannoversche Allgemeine vom 7. April 2011. Online auf www.haz.de.
  4. a b c d Hugo Thielen, Helmut Knocke: Alte Herrenhäuser Straße ... (s. Literatur)
  5. a b c d e f g h i j k Thomas Schwark, Waldemar R. Röhrbein: Fürstenhaus Herrenhausen-Museum, in: Stadtlexikon Hannover, S. 197

Koordinaten: 52° 23′ 31,5″ N, 9° 41′ 33,6″ O