Fabio Reinhardt

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Fabio Reinhardt (2013).

Fabio Reinhardt (* 16. Dezember 1980 in Warendorf) ist ein deutscher Politiker der Piratenpartei.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Technischen Universität Braunschweig schloss Reinhardt 2009 sein Studium der Geschichtswissenschaft und Politikwissenschaft mit einem Magister Artium ab. 2007 trat er der Piratenpartei bei.

Anfang 2012 verlobte sich Reinhardt mit der Parteikollegin Julia Schramm. Die Bekanntgabe der Verlobung über den Internetdienst Twitter sorgte für parteiinterne Kritik.[1] Am 27. Juli 2012 heirateten die beiden.[2]

Politisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2008 bis 2009 war Reinhardt Beisitzer im Landesvorstand Niedersachsen. Er wurde mit zehn von elf Stimmen gewählt.[3] Für die Bundestagswahl 2009 kandidierte er für die Piratenpartei auf der niedersächsischen Landesliste auf Platz 3.[4] Beim Bundesparteitag 2009 kandidierte er als Beisitzer des Bundesvorstands, wurde jedoch nicht gewählt.[5] Im Bundestagswahlkampf war Reinhardt Bundespressekoordinator der Piratenpartei Deutschland.[6] Im Bundestagswahlkampf arbeitete er für Jörg Tauss, der im Juni 2009 der Piratenpartei beigetreten war. In diesem Zusammenhang wurde Kritik geübt, da er das Büro im Bundestag auch für die Pressearbeit nutzte.[7] Im Februar 2010 kandidierte er für das Schiedsgericht des Berliner Landesverbandes, wurde jedoch nicht gewählt.[8]

Reinhardt wurde als Listenkandidat bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2011 in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Parallel kandidierte er auch als Direktkandidat für den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 3. Ende September 2011 wurde er mit Susanne Graf und Heiko Herberg zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt[9]; vorher meldete er Zweifel an, ob die Fraktion überhaupt einen Vorsitzenden brauche.[10] Als stellvertretender Vorsitzender war er für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Fraktion zuständig. Diese Zuständigkeit wurde durch Beschluss der Fraktion Ende Februar 2012 einvernehmlich Christopher Lauer übergeben.[11] Bei der Neuwahl des Fraktionsvorstands im Juni 2012 kandidierte Reinhardt trotz vorheriger Ankündigung[12] nicht mehr für einen der beiden Fraktionsvorsitzendenposten mit der Begründung, es gäbe „andere Kandidaten, denen das wichtiger ist“.[13]

Innerhalb der Piratenfraktion war er Sprecher für Integrations- und Flüchtlingspolitik sowie Mitglied im Hauptausschuss.[14] Zudem war er gewähltes Mitglied im Gnadenausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin.[15] Bei der Wahl 2016 trat er auf dem Listenplatz elf erneut an. Die Piratenpartei erreichte jedoch nicht mehr die Fünf-Prozent-Hürde und Reinhardt schied aus dem Abgeordnetenhaus aus.[16]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist Mitglied bei Pro Asyl, Mehr Demokratie, dem Verein Geschichte in Braunschweig (GiBS) und aktiv in der Humanistischen Union. Ferner arbeitet er regelmäßig mit dem Arbeitskreisen Vorratsdatenspeicherung und Gegen Internetsperren und Zensur, dem Chaos Computer Club (CCC), Digitalcourage e.V. (ehemals FoeBuD) und weiteren Bündnissen zusammen.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fabio Reinhardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wegen Verlobung: Bei den Piraten kracht es mächtig. In: Welt kompakt vom 4. Januar 2012, abgerufen am 24. Juni 2012.
  2. Das erste Piraten-Paar entert die Ehe. Artikel in der B.Z. vom 30. Juli 2012.
  3. Piratenwiki: Protokoll des Landesparteitags Niedersachsen, abgerufen am 24. Juni 2012.
  4. Piratenwiki: Protokoll des Landesparteitags Niedersachsen, abgerufen am 24. Juni 2012.
  5. Piratenwiki: Protokoll des Bundesparteitags 2009, abgerufen am 24. Juni 2012.
  6. Piratenwiki: Ernennung zum Bundespressekoordinator, abgerufen am 24. Juni 2012.
  7. Gregor Mayntz: Wahlkampf auf Staatskosten. Piratenpartei hat Pressestelle im Bundestag. In: Rheinische Post vom 12. September 2009, abgerufen am 24. Juni 2012.
  8. Piratenwiki: Protokoll der Landesparteitags Berlin, abgerufen am 24. Juni 2012.
  9. Markus Beckedahl: Andreas Baum wird erster Fraktionsvorsitzender der Piraten. In: netzpolitik.org vom 27. September 2011, abgerufen am 24. Juni 2012.
  10. Berliner Piraten beraten über Fraktionsvorsitzenden. In: ddp vom 20. September 2011, abgerufen am 24. Juni 2012.
  11. Piratenfraktion: Christopher Lauer übernimmt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, abgerufen am 24. Juni 2012.
  12. Baum und Lauer führen als Duo die Berliner Piratenfraktion. In: Berliner Morgenpost vom 22. Juni 2012, abgerufen am 24. Juni 2012.
  13. Sabine Beikler: Neuer Vorstand der Piratenfraktion Kabale und Piratenliebe. In: Der Tagesspiegel vom 23. Juni 2012, abgerufen am 24. Juni 2012.
  14. https://www.piratenfraktion-berlin.de/2011/12/14/fabio-reinhardt/
  15. Beschlussprotokoll der 10. Plenarsitzung der 17. Wahlperiode des Berliner Abgeordnetenhauses
  16. Wahl zum Abgeordnetenhaus: Die Piraten sind tot, es leben die Piraten. In: sueddeutsche.de. 1. September 2016, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 29. Oktober 2016]).
  17. Fabio Reinhardt - Kontaktregister