Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg

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Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg
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Gründung Dezember 1998
Trägerschaft staatlich
Ort Oranienburg
Bundesland Brandenburg
Land Deutschland
Präsident Rainer Grieger
Studierende 699 WS 2018/19
Website www.fhpolbb.de

Die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg (FHPol) ist eine Fachhochschule des Landes Brandenburg für den Polizeivollzugsdienst mit Sitz in Oranienburg.

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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner Wiedergründung stand das Land Brandenburg 1990 auch vor der Aufgabe, seine Polizei für die Erfüllung ihrer Aufgaben ausreichend zu befähigen.

Im Laufe des Jahres 1991 wurden daher zwei Bildungseinrichtungen geschaffen.

An der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Brandenburg (FHöV) in Bernau (1991–1998) studierten die Anwärter des gehobenen Dienstes der Staatlichen und Kommunalen Verwaltung gemeinsam mit denen für den Polizeivollzugsdienst. Zugleich erfolgte dort die Anpassungsfortbildung für die Verwaltungsbediensteten des Landes und der Kommunalverwaltung.

An der Landespolizeischule (LPS) des Landes Brandenburg in Basdorf (1991–1998) erfolgte die Ausbildung des mittleren Polizeivollzugsdienstes, die Anpassungsfortbildung für alle Polizeibediensteten des Landes sowie die gesamte polizeibezogene Fortbildung. Neben der Präsenzausbildung für den mittleren Dienst wurden auch eine Aufstiegsausbildung und eine Fernausbildung für den gehobenen Dienst erfolgreich angeboten.

Die sich im Laufe der Jahre immer mehr vertiefende Zusammenarbeit beider Bildungseinrichtungen sowie eine Neuausrichtungen in der Aus- und Fortbildung des Landes Brandenburg führten zur Zusammenführung von FHöV und LPS und Errichtung der FHPol mit Standort in Basdorf (1998–2006).

Im Zusammenhang mit der Polizeistrukturreform 2002 wurde die Verlagerung der FHPol von Basdorf nach Oranienburg beschlossen. Nach umfangreichen Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen konnte die FHPol im Sommer 2006 ihren neuen nach modernsten Standards gestalteten Campus beziehen. Das Gelände war in der Zeit des Nationalsozialismus als Kaserne der Schutzstaffel (SS) Teil des Lagerkomplexes des KZ Sachsenhausen.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde 1998 mit dem Gesetz über die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg errichtet. Sie erfüllt Aufgaben gemäß dem Brandenburgisches Polizeifachhochschulgesetz- BbgPolFHG. zuletzt geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom 3. April 2009 und hat die Aufgabe, die Polizeianwärter für die Laufbahnen im Rahmen des Studiums und der Ausbildung sowie den im Dienst befindlichen Beamten durch Fortbildung Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln.

Die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg ist zuständig für die Aus- und Fortbildung der Polizeibeamten des Landes und realisiert die Ausbildung des mittleren, des Studiums gehobenen und höheren Polizeivollzugsdienstes. Nach einer Studienreform mit anschließender auflagenfreier Akkreditierung wurde 2007 der Bachelor-Studiengang „Polizeivollzugsdienst/Police Service“ für die Ausbildung des gehobenen Dienstes eingeführt. Im Jahre 2012 erfolgte die auflagenfreie Reakkreditierung des Studienganges. Der akkreditierte Masterstudiengang (Ausbildung des höheren Polizeivollzugsdienstes) für die Ratsanwärterinnen und Ratsanwärter dauert zwei Jahre. Das erste Studienjahr absolvieren die Ratsanwärter aus Brandenburg gemeinsam mit denen der Berliner Polizei in Berlin. Das zweite Jahr wird zentral an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster durchgeführt. Darüber hinaus ist die Fachhochschule für Einstellungsverfahren zuständig und führt diese durch.

Um eine Ausbildung im mittleren Dienst oder ein Studium im gehobenen Dienst der Polizei des Landes Brandenburg beginnen zu können, wird ein Auswahlverfahren durchgeführt.

Inhalt der Ausbildung für den mittleren Dienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildung, auf der Grundlage der Ausbildungs- und Prüfungsordnung mittlerer Polizeivollzugsdienst (APOmPolD), beinhaltet in drei Ausbildungsabschnitten fachtheoretische und fachpraktische Anteile sowie im zweiten Ausbildungsabschnitt ein Praktikum in einer Polizeibehörde.

Leitthemen
  1. Rechtliche Grundlagen des polizeilichen Handelns
  2. Polizeiliche Einsatzbewältigung
  3. Polizeiliche Kriminalitätskontrolle
  4. Polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit
  5. Integrative polizeiliche Maßnahmen / Integrierte Rechtskunde
  6. Unterrichtsbegleitende Trainings

Inhalt des Bachelor-Studiums für den gehobenen Dienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bachelor-Studiengang Polizeivollzugsdienst, auf der Grundlage der Ausbildungs- und Prüfungsordnung gehobener Polizeivollzugsdienst (APOgPolD), ist ein vollständig modularisiertes dreijähriges Studium und führt gemäß der Studien- und Prüfungsordnung (SPO-B.A.-PVD/FHPol BB) zu einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, den "Bachelor of Arts (B.A.) - Polizeivollzugsdienst/Police Service".

Neben dem fachwissenschaftlichen und fachpraktischen Studium müssen zwei Praktika (ein 13-wöchiges Fachpraktikum „Schutzpolizeiliche Aufgabenfelder“ und ein 13-wöchiges Fachpraktikum „Kriminalpolizeiliche Aufgabenfelder“) absolviert werden.

Studienverlauf (Module)
  1. Polizei in Staat und Gesellschaft
  2. Wissenschaftliche Grundlagen des Studiums
  3. Wissenschaftliche Grundlagen der Polizeiarbeit
  4. Handlungsgrundlagen der Polizeiarbeit
  5. Studienbegleitende Trainings
  6. Berufsbezogene polizeiliche Kommunikation
  7. Sachverhalts- und Anzeigenaufnahme
  8. Polizeiliche Standardsituationen
  9. Verkehrsunfallaufnahme
  10. Verkehrsmaßnahmen
  11. Bearbeitung von Ermittlungsverfahren
  12. Kriminalitätskontrolle
  13. Einsätze aus besonderem Anlass
  14. Polizei in Europa
  15. ein Wahlpflichtmodul
  16. Bachelor-Thesis

Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an Ausbildung und Studium bietet die Fachhochschule der Polizei vorrangig für die Polizeibeamten des Landes Brandenburg, aber auch für Polizisten aus den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin umfangreiche Weiterbildungen sowohl am Standort in Oranienburg, als auch regional in den vier Weiterbildungszentren an.

Die Weiterbildung in der Polizei des Landes Brandenburg ist auf vier übergeordnete Kompetenzfelder ausgerichtet:

1. Basisweiterbildung zum Qualifikationserhalt für alle Bediensteten in Regelverwendungen sowie für berufliche Wiedereinsteiger und Spartenwechsler

2. Fachliche Spezialisierung in den Fachbereichen Führung / Einsatz, Kriminalitätsbekämpfung und Verkehr

3. Polizeiliche Trainings in den Fachbereichen Einsatztraining (ET), Fahr- und Sicherheitstraining (FST), Koordinierung Diensthundwesen (DHW)

und Informationstechnik- Training (IT)

4. Soziale Kompetenztrainings im Fachbereich Gesundheitsmanagement und Sport (GMS) sowie im Training zum Selbstmanagement am Arbeitsplatz (SMA).

Eine besondere Stellung im Rahmen der sozialen Kompetenztrainings nimmt die Führungskräftequalifizierung (FKQ) ein.

Das komplette Angebot wird in einem web basierten internen Bildungsportal abgebildet, auf dem sich die Polizeibediensteten zu den Veranstaltungen anmelden können.

Internationale Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Internationale Zentrum befasst sich mit der Entsendung von Polizistinnen und Polizisten ins Ausland sowie mit dienstlichen Besuchen ausländischer Polizeibediensteter in Brandenburg. Zudem werden Informationen über die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Polizei vermittelt. Hospitationen von Bachelor-Studierenden im Ausland sowie Praktika von ausländischen Polizeibediensteten in Brandenburg werden ebenso über das Internationale Zentrum geplant und unterstützt. Auch die Durchführung und Umsetzung mehrjähriger internationaler Polizeiprojekte im Rahmen von Twinning und Grant (zum Beispiel in den Palästinensischen Autonomiegebieten) werden hier organisiert.

Das Land Brandenburg beteiligt sich seit dem Jahr 1994 gemäß dem Königsteiner Schlüssel mit der Entsendung von Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten an internationalen Polizeifriedensmissionen (unter anderem auch Frontex). Der Bereich Auslandspool des Internationalen Zentrums befasst sich daher mit der Organisation und Durchführung des Auswahlverfahrens für Bewerberinnen und Bewerber des polizeilichen Auslandspools des Landes Brandenburg, der Organisation ihrer Aus- und Weiterbildung nach der Aufnahme in den Pool und mit der Betreuung der Beamtinnen und Beamten vor, während und nach der Entsendung in den Auslandseinsatz.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BbgPolFHG § 3 Aufgaben (3) Die Fachhochschule der Polizei soll zur Erfüllung ihrer Lehraufgaben und zur Unterstützung der Praxis bedarfsgerechte und anwendungsbezogene Forschung betreiben. Zu diesem Zwecke sowie zur Förderung grundsätzlicher polizeilicher Entwicklungsvorhaben können auch eigenständige Institute an der Fachhochschule der Polizei gegründet werden.

Forschungsaktivitäten werden an der Fachhochschule durch Auftrag des Ministeriums des Innern und für Kommunales, Anregungen aus Behörden und Einrichtungen der Polizei des Landes Brandenburg und aufgrund von Eigeninitiativen von Dozenten ausgelöst.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Koordinaten: 52° 45′ 44″ N, 13° 16′ 8,9″ O