Felix Porsch

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Felix Porsch
Felix Porsch, 1893

Felix Porsch (* 30. April 1853 in Ratibor, Oberschlesien; † 8. Dezember 1930 in Breslau) war ein deutscher Jurist und Politiker der Zentrumspartei.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Glogau studierte Felix Porsch Rechtswissenschaften in Tübingen, Breslau, Leipzig und Berlin. Am 22. April 1872 wurde er Mitglied der katholischen akademischen Studentenverbindung AV Guestfalia Tübingen im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) und am 5. Mai 1873 Mitglied der KDStV Winfridia Breslau im CV, im Jahre 1876 trat er der KAV Suevia Berlin im CV bei und war 1879 Mitbegründer der KDStV Burgundia Leipzig. Später wurde er Ehrenmitglied der KDStV Markomannia Würzburg und der VKDSt Saxonia Münster im CV. In den 1920er-Jahren setzte er sich besonders für die Gründung einer katholischen Studentenverbindung an der Preußischen Forsthochschule Hann. Münden ein. Wiederholt trat er mit seinem Fraktionskollegen Christian Blank dafür ein, dass mehr katholische Studenten für den höheren Forstverwaltungsdienst in Preußen zugelassen wurden, der bis dahin überwiegend protestantisch dominiert war. Seine wiederholten Eingaben und Stellungnahmen im Preußischen Abgeordnetenhaus hatten Erfolg. 1927 gründete er mit weiteren Cartellbrüdern die Forstakademische Verbindung Rheno-Guestfalia zu Hann. Münden im CV, die heute an der Universität Göttingen fortbesteht. Insgesamt war er Mitglied von 28 CV-Verbindungen.

1876 wurde er von der Universität Breslau zum Doktor beider Rechte promoviert und war ab 1879 als Rechtsanwalt in Breslau tätig. Dort war er von 1881 bis 1903 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.

Felix Porsch war einer der maßgeblichen deutschen Politiker der Wilhelminischen Ära, engagierter Vertreter der Deutschen Zentrumspartei und deren Vorsitzender seit 1904.

Er war Mitglied des Reichstages von 1881 bis 1893 und des Preußischen Landtags von 1883 bis 1930. Von 1883 bis 1918 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Regierungsbezirk Breslau 8 (NeurodeGlatzHabelschwerdt). Von 1903 bis 1918 war er erster Vizepräsident des Abgeordnetenhauses.[1] Felix Porsch war Mitglied in der ersten verfassunggebenden Landesversammlung Preußens im Jahre 1919, im Ersten Landtag 1921/22 sowie dessen Vizepräsident im Zweiten (1924) und Dritten Landtag (1928). Am 28. November 1929 gab er sein Amt an Josef Baumhoff ab. Er war zudem von 1904 bis 1930 Fraktionsvorsitzender der Zentrumspartei. Sein Nachfolger wurde Joseph Heß.

Hauptanliegen von Porsch war es, den von Bismarck einst als „Reichsfeinden“ angesehenen Katholiken und Arbeitern eine Position im Parlament zu verschaffen. Porsch war auch ein Vertreter der Weimarer Koalition, der für das Zentrum die Zusammenarbeit mit der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und der Sozialdemokratie (SPD) suchte.

Während des akademischen Kulturkampfes zwischen 1903 und 1908 trat er entschieden für die katholischen Studentenverbindungen ein. Felix Porsch war Gründer des Altherrenbundes des Cartellverbandes sowie erster Vorsitzender. Porsch war Präsident der Katholikentage von 1889 in Bochum, 1892 in Mainz und 1904 in Regensburg.

Bestattet wurde er in Eltville.[2]

Felix-Porsch-Johannes-Denk-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felix-Porsch-Johannes-Denk-Stiftung des Cartellverbandes fördert seit 1969 gezielt junge Wissenschaftler beim Studium im In- und Ausland mit Stipendien.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Mann (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 304; zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 334–337.
  2. Totenzettel von Felix Porsch auf www.rhein-erft-geschichte.de, gesehen am 27. Juli 2016
  3. Archivlink (Memento vom 10. August 2015 im Internet Archive)