Felsenkeller (Höxter)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ausgebranntes Ballhaus Felsenkeller

Der Felsenkeller in Höxter wurde 1838 als Gaststätte von der Brauerei Oppermann erbaut. Nach einem ersten Brand 1897/1898 wurden die Gaststätte und ein angrenzender Saalbau zu dem später bekannten Ballhaus zusammengeschlossen. Am 17. Oktober 2006 brannte auch dieser auf die Grundmauern nieder. Das denkmalgeschützte Gebäude lag oberhalb der Weser am Ortseingang von Höxter.

Inhaltsverzeichnis

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude selbst war als eindrucksvolles Fachwerkhaus gebaut. Oberhalb der Weser gelegen und mit Ausblick auf Fürstenberg und den Solling bot es sich schon früh als stadtnahes Aussichts- und Festlokal an. Seit 1924 wurde das Gebäude mehrfach erweitert und umgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude als Lazarett der Wehrmacht genutzt.

Zusätzlich zum Hauptgebäude (circa 1200 m² Nutzfläche) gehörten noch 160 m² Kellerräumlichkeiten. Der Name Felsenkeller stammt von dem Keller am Fuße des Ziegenberges, in dem früher das Eis für die Kühlung eingelagert wurde. Der Eiskeller ist nicht öffentlich zugänglich, der Eingang ist aber von der B 64 aus unterhalb des ehemaligen Haupthauses erkennbar.

1953 und 1963 führte die örtliche Freiwillige Feuerwehr Höxter ihre Jubiläumsfeste im Ballhaus durch.

Nach mehrmaligen Besitzerwechsel wurde der Felsenkeller als Ballhaus Felsenkeller von 1982 bis Oktober 2006 durch die Betreiber Gabriele Brenke und Uwe Linsdorf genutzt, die im Laufe der Betriebsjahre nach eigenen Angaben mehr als 600.000 Euro investierten. Der Keller war über Höxter hinaus als Diskothek bekannt.

Neben dem regelmäßigen Musikprogramm traten im Laufe der Jahre zahlreiche bekannte Musiker und Bands auf, u. a.

Besonders in den 1980er und Anfang der 1990er Jahre war der Keller erfolgreich. Seit Ende der 1990er war allerdings eine deutliche Abnahme der Besucherzahlen zu verzeichnen.

Das Ballhaus Felsenkeller gehörte, neben dem Hunky Dory in Detmold, dem PC69 in Bielefeld und der Outpost in Göttingen, zu den prägendsten alternativen Diskotheken in Ostwestfalen-Lippe und Süd-Niedersachsen am Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre.

Nachdem die Besucherzahlen eine weitere Finanzierung des Gebäudes nicht gewährleisteten und somit auch die Kosten des Unterhalts und der Sanierung nicht mehr tragfähig waren, stellten die Eigner 1999 einen Abrissantrag. Dieser sollte als Einleitung in ein Übernahmeverfahren dienen, da die Stadt Höxter sich weigerte, das Denkmal zu übernehmen und als historische Stadthalle weiterzunutzen. Mehrere Jahre bis zum Brand wurde der Antrag auf Übernahme bei der Bezirksregierung Detmold verhandelt. Schließlich wurde dem Antrag der Eigentümer in einer mündlichen Verkündung zugestimmt, inzwischen war allerdings das alte Höxtersche Residenztheater zu einer modernen Stadthalle umgebaut worden und kein weiterer Bedarf für dieses Gebäude vorhanden.

Brand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Oktober 2006 gegen 4 Uhr zerstörte ein Feuer den Felsenkeller. Zirka 120 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Schadenshöhe lag bei etwa einer Million Euro. Ein Wiederaufbau ist nicht geplant, da das Gelände bereits als Baugebiet verplant ist. Der Abriss wurde Ende Januar 2007 genehmigt.

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine steht weiterhin auf dem abgeriegelten Gelände. Die Zugangswege zur B 64 sind blockiert. Ein Abriss erfolgte bislang nicht. Seit einigen Jahren wird regelmäßig im Rahmen von Revival-Partys an die musikalischen Auftritte im Felsenkeller erinnert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 45′ 57″ N, 9° 22′ 36″ O