Bahnstrecke Gemünden–Bad Kissingen

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Gemünden (Main)–Bad Kissingen
Streckennummer (DB):5210
Kursbuchstrecke (DB):803
Streckenlänge:46,946 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Minimaler Radius:290 m
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
von Würzburg
0,000 Gemünden (Main) 159 m
Fränkische Saale (162 m)
nach Aschaffenburg
1,384 Gemünden (Main) Saalebrücke (Bft)
nach Flieden
1,900 Kleingemünden (bis 1975)
2,275 Kleingemünden (seit 2011)
2,700 Josefshaus (bis 1922)
5,300 Schönau (b Gemünden) (bis 1975)
8,975 Wolfsmünster (früher Bahnhof)
11,000 Seewiese
12,200 Gräfendorf 167 m
13,800 Hurzfurt (bis 1922)
15,859 Michelaubrück
17,800 Weickersgrüben
19,897 Morlesau (früher Bahnhof) 180 m
24,049 Diebach
27,473 Hammelburg
28,967 Hammelburg Ost (seit 2005)
31,818 Westheim-Langendorf (früher Bahnhof)
32,400 Westheim Anschluss F+B (Awanst)
33,135 Fränkische Saale (127 m)
34,588 Fränkische Saale (105 m)
35,244 Elfershausen-Trimberg 191 m
36,067 Fränkische Saale (117 m)
39,830 Euerdorf (früher Bahnhof)
45,595 von Ebenhausen
46,946 Bad Kissingen 215 m

Quellen: [1][2][3][4]

Die Bahnstrecke Gemünden–Bad Kissingen, auch Fränkische Saaletalbahn oder Saaletalbahn genannt, ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Bayern. Sie führt im nördlichen Unterfranken von Gemünden am Main nach Bad Kissingen und folgt dabei größtenteils der Fränkischen Saale.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anbindung der Strecke an den Schienenpersonenfernverkehr

Die Strecke verlässt den Bahnhof Gemünden (Main) zunächst in nördlicher Richtung auf dem Gleis Gemünden–Jossa der älteren Strecke nach Flieden, bevor sie beim Streckenkilometer 1,3 nach Osten, dem Tal der Fränkischen Saale folgend, abzweigt. Sie verläuft von Gemünden bis kurz vor Euerdorf nur am Fluss entlang. Ab Euerdorf entfernt sie sich vom Talboden, um den höher gelegenen Endbahnhof Bad Kissingen zu erreichen. Seit den 1970er Jahren teilt sich die Strecke aus Gemünden auf den letzten 1,3 Kilometern ein Gleis mit der Bahnstrecke Ebenhausen–Bad Kissingen, zuvor verliefen beide auf eigenen Gleisen parallel in den Bahnhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Kurstadt Bad Kissingen schon seit 1871 ihren Eisenbahnanschluss von Ebenhausen her hatte, sah man für eine Erschließung des Tals der Fränkischen Saale nur wenig Chancen. Dennoch eröffneten die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen am 1. Juli 1884 eine Stichbahn von Gemünden am Main nach Hammelburg. Der Lückenschluss zwischen Hammelburg und Bad Kissingen erfolgte hingegen erst am 15. April 1924 durch die Deutsche Reichsbahn.

Ein EB-Triebwagen in Gräfendorf

Der nun durchgehenden Strecke kam zunächst eine wachsende Bedeutung zu. In den autoorientierten 1960er Jahren wurde das Fahrplanangebot jedoch deutlich ausgedünnt. Erst die Einführung des Bayern-Taktes brachte der Saaaletalbahn einen durchgehenden Zwei-Stunden-Takt.

Nach der Inbetriebnahme des Haltepunkts Hammelburg Ost am 11. September 2005 folgte am 9. September 2011 der in Gemünden-Kleingemünden. Beide dienen in erster Linie dem Schülerverkehr.[5]

Im September 2021 wurden die alten mechanischen Stellwerke Gräfendorf, Hammelburg und Elfershausen-Trimberg durch ein elektronisches Stellwerk der Bauart Thales ersetzt. Die Bahnhöfe werden von Hammelburg aus ferngesteuert.[6]

Gegenwärtige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke hat Bedeutung für den Tourismus, sowohl für die Naturparks Spessart und Rhön als auch für den Kurort Bad Kissingen. Im Schienengüterverkehr spielen insbesondere Holz und die Bedienung der Bundeswehrkaserne in Hammelburg eine Rolle.

Eingesetzte Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen der Baureihe 642 in Bad Kissingen

Mit Auslieferung der Dieseltriebzüge der Baureihe 614 Anfang der 1970er Jahre kamen, erstmals zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn, moderne Fahrzeuge zum Einsatz. Diese wurden jedoch Ende der 1980er Jahre wieder abgezogen, danach prägten lange Zeit Diesellokomotiven der Baureihe 212 mit zwei n-Wagen, darunter ein Steuerwagen, den Betrieb. Nach einem kurzen Gastspiel diverser älterer Triebwagen trat die Baureihe 642 die Nachfolge an. Bei einer wenig später erfolgten Ausschreibung durch die für die Bestellung des Nahverkehrs zuständige Bayerische Eisenbahngesellschaft konnte sich die Erfurter Bahn (EB) durchsetzen. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 übernahm sie unter der Bezeichnung „Unterfranken-Shuttle“ den Betrieb, der durchgehende Züge bis zum Bahnhof Schweinfurt Stadt vorsieht. Dafür beschaffte die EB 20 einteilige Dieseltriebwagen vom Typ Regio-Shuttle RS1. Die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn wurden abgebaut, da die EB den Verkauf über Automaten im Zug anbietet. Es gilt weiterhin das Preissystem der Deutschen Bahn, außerdem gibt es seit Ende 2005 das „Fränkische Saaletal-Ticket“ für Fahrten auf der Strecke.

Im Güterverkehr wird hauptsächlich die Baureihe 294 eingesetzt. Die Verkehrstage sind Dienstag und Donnerstag. Dabei wird nur noch Hammelburg aus Richtung Gemünden bedient. Als Ladegut wird überwiegend Holz in den Versand gebracht. Gelegentlich verkehren Truppenzüge der Bundeswehr.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Infrastrukturregister. In: geovdbn.deutschebahn.com. DB Netz AG, abgerufen am 21. November 2021.
  2. Trassenportal – Stammdaten (XLSX). In: dbnetze.com. DB Netz AG, Dezember 2021.
  3. Geo-Brücke (Stand 01/2019) (ZIP-Datei). Geoinformationen zu Brücken des Schienenverkehrsnetzes. In: deutschebahn.com. DB Netz AG, 20. März 2020.
  4. Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.
  5. Michael Fillies: Erster Zug hält am 11. September um 7.41 Uhr. In: mainpost.de. 10. August 2011, abgerufen am 12. April 2016.
  6. Hammelburg. In: stellwerke.info. Abgerufen am 12. Februar 2022.