Gräfendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gräfendorf
Gräfendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gräfendorf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 7′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Gemünden am Main
Höhe: 196 m ü. NHN
Fläche: 45,31 km2
Einwohner: 1395 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97782
Vorwahl: 09357
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 133
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Frankfurter Straße 4
97737 Gemünden am Main
Webpräsenz: www.graefendorf.de
Bürgermeister: Alfred Frank (CSU/Dorfgemeinschaft)
Lage der Gemeinde Gräfendorf im Landkreis Main-Spessart
HessenBaden-WürttembergWürzburgLandkreis AschaffenburgLandkreis MiltenbergLandkreis Bad KissingenLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgForst LohrerstraßeRechtenbachEsselbachRuppertshüttener ForstRuppertshüttener ForstPartensteiner ForstPartensteiner ForstLangenprozeltener ForstHerrnwaldHaurainHafenlohrFürstlich Löwensteinscher ParkFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstForst AuraForst AuraGemeindefreies Gebiet BurgjoßGemeindefreies Gebiet BurgjoßSchollbrunnBischbrunnThüngenPartensteinMittelsinnHaslochNeuhütten (Unterfranken)RechtenbachRechtenbachHafenlohrHafenlohrLohr am MainLohr am MainZellingenWiesthalUrspringenRothenfelsRoden (Unterfranken)RieneckRetzstadtObersinnObersinnObersinnNeustadt am MainNeuendorf (Unterfranken)MarktheidenfeldTriefensteinKreuzwertheimKarsbachKarlstadtKarbach (Unterfranken)HimmelstadtGräfendorfGössenheimGemünden am MainFrammersbachFrammersbachFellenEußenheimErlenbach bei MarktheidenfeldBirkenfeld (Unterfranken)Aura im SinngrundAura im SinngrundArnstein (Unterfranken)BurgsinnSteinfeld (Unterfranken)Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Gräfendorf ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gemünden am Main.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfendorf liegt in der Region Würzburg nahe Gemünden am Main.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Gräfendorf gehören acht Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Gräfendorf, Michelau an der Saale, Schonderfeld, Weickersgrüben und Wolfsmünster.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Namen hat Gräfendorf von den mittelhochdeutschen Wörtern grêve und dorf. Sie bedeuten Graf und Dorf.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1271 Greuendorf
  • 1306 Grefendorf
  • 1317 Grauendorf
  • 1467 Greffendorff
  • 1485 Grevendorff an der Sale
  • 1615 Gräffendorff
  • 1624 Gräfendorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gräfendorf teilten sich die Freiherren von Thüngen und das Würzburger Juliusspital die Herrschaft. Die würzburgischen Rechte fielen im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an Bayern, 1805 an das Fürstentum Aschaffenburg, die thüngischen wurden nach der Mediatisierung durch Aschaffenburg 1808 an das Großherzogtum Frankfurt getauscht. 1813 wurde der Ort endgültig bayerisch. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrei St. Wolfgang im Ortsteil Wolfsmünster ist die Mutterpfarrei für das ganze untere Saaletal. 802 errichtete Abt Baugulf aus dem Kloster Fulda eine Cella. Die Pfarrei Wolfsmünster besitzt gegenwärtig die Filialen St. Martin in Michelau, St. Laurentius in Schonderfeld, St. Johannes der Täufer in Weickersgrüben, Maria Patrona Bavariae in Aschenroth und St. Jakobus der Ältere in Seifriedsburg. Aschenroth und Seifriedsburg gehören jedoch politisch zur Stadt Gemünden am Main. In Gräfendorf wurde 1408 die selbstständige Pfarrei Heiliger Schutzengel eingerichtet. 1966/67 entstand dort eine neue Pfarrkirche. Die Pfarreien Wolfsmünster und Gräfendorf gehören zum Dekanat Karlstadt des Bistums Würzburg.

Sowohl Gräfendorf als auch Weickersgrüben gehörten in der Reformationszeit zum Thüngener Gebiet und wurden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts lutherisch. Nach einem Besitzerwechsel wurden beide Orte rekatholisiert. In Gräfendorf wurden erst im Jahr 1677 wieder katholische Gottesdienste gehalten. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Gräfendorf mit der Michaelskirche von 1952 gehört heute zur Pfarrei Gemünden am Main, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Weickersgrüben mit der Auferstehungskirche von 1961 zur Pfarrei Höllrich. Beide Pfarreien gehören zum Dekanat Lohr der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Mit dem Bau der eigenen evangelischen Kirche in Weickersgrüben wurde das bis dortige Simultaneum aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Michelau an der Saale, Schonderfeld, Weickersgrüben und Wolfsmünster eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1730 Einwohner[4]
  • 1970: 1729 Einwohner[4]
  • 1987: 1452 Einwohner
  • 1991: 1576 Einwohner
  • 1995: 1595 Einwohner
  • 2000: 1554 Einwohner
  • 2005: 1458 Einwohner
  • 2010: 1368 Einwohner
  • 2015: 1395 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Alfred Frank (CSU).

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 139 und im Bereich Handel und Verkehr 37 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 470. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 58 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 925 ha, davon waren 596 ha Ackerfläche und 323 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Gräfendorf

Gräfendorf sowie die Teilorte Wolfsmünster, Michelau und Weickersgrüben liegen an der fränkischen Saaletalbahn und werden von der Erfurter Bahn stündlich (mit einzelnen Taktabweichungen) von modernen Unterfranken-Shuttle-Triebwagen angefahren. Zwischen Gräfendorf und Schonderfeld steht ein Steinpfeiler der nie fertiggestellten Reichsautobahn Strecke 46. Dieser wird heute als Kletterwand benutzt.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochwasserstein

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 68 Kindern
  • eine Volksschule mit fünf Lehrern und 139 Schülern

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barockkirchen in Michelau, Schonderfeld und Wolfsmünster
  • Thüngenschloss von 1584 in Wolfsmünster

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV 1921 Gräfendorf e. V.
  • 1. JFG Saaletal 04 e. V.
  • Musikvereine Gräfendorf und Michelau
  • ASC-Forelle Gräfendorf
  • Freiwillige Feuerwehren Gräfendorf, Michelau, Schonderfeld, Weickersgrüben und Wolfsmünster

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/194832&attr=OBJ&val=1723
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 46 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gräfendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien