Francis Gabreski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Francis Gabreski

Francis Stanley „Gabby“ Gabreski (* 28. Januar 1919 in Oil City, Pennsylvania; † 31. Januar 2002 in Huntington, New York) war ein US-amerikanischer Jagdpilot im Zweiten Weltkrieg und im Koreakrieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabreski wurde als drittes von fünf Kindern seiner aus Polen eingewanderten Eltern geboren. Der Vater Stanley Gabryszewski stammte aus Frampol in Polen, er heiratete 1909 in Oil City die ebenfalls aus Polen eingewanderte Jozefa Woloszcak.[1]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabreski in seiner P-47D

Gabreski trat im Juli 1940 dem United States Army Air Corps bei, das 1941 zur United States Army Air Forces wurde.[2] Er erlebte den Überfall Japans auf Pearl Harbor als Pilot der 45th Fighter Squadron der 15th Pursuit Group am Wheeler Army Airfield in Hawaii.[3]

Ab Januar 1943 flog er von der Royal Air Force Station Northolt aus für die No. 315 Polish Fighter Squadron. Bereits im Februar 1943 wechselte er zur 56th Fighter Group und kommandierte dort die 61st Fighter Squadron.[2] Bis zum Juli 1944 erreichte er 28 Abschüsse und war damit der erfolgreichste Jagdflieger der United States Army Air Forces in Europa.

Am 20. Juli 1944 eskortierte Gabreski amerikanische Bomber bei einem Angriff im Großraum Frankfurt. Auf dem Rückflug griff er im Tiefflug den Flugplatz Niedermendig an, aufgrund von Bodenberührung oder Flakbeschuss verlor Gabreski die Kontrolle über die Maschine und musste zwischen Mendig und Kruft notlanden.[4] Vier Tage konnte er der Gefangennahme entgehen, dann wurde er von einem Bauern den Behörden übergeben und verbrachte den Rest des Krieges in Gefangenschaft im Stalag Luft I bei Barth im heutigen Mecklenburg-Vorpommern.[5]

Koreakrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabreski (li.) gratuliert William T. Whisner

Nach einer kurzen Beschäftigung bei Douglas Aircraft schloss sich Gabreski 1947 der neuen United States Air Force an. Er diente als Kommandeur des 51st Fighter Wing im Koreakrieg und war auch in diesem Krieg mit 6,5 bestätigten Abschüssen erfolgreich.[3]

Weitere Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Koreakrieg setzte Gabreski seine Karriere bei der Air Force fort. So war er unter anderem ab August 1960 als Kommandeur des 18th Tactical Fighter Wing in Okinawa eingesetzt und ab Juli 1962 auf der Hickam Air Force Base, Hawaii; zuletzt als Inspector General der Pacific Air Forces.[3]

Gabreski schied am 31. Oktober 1967 im Rang eines Colonel aus dem aktiven Dienst aus.[1]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabreski begegnete seiner späteren Ehefrau Catherine „Kay“ Cochran, die aus Prairie du Chien in Wisconsin stammte, bereits 1941 in Hawaii.[6] Nach ihrer Verlobung im Oktober 1942 planten sie im Juli 1944 die Hochzeit für dem August 1944; Gabreski hatte 30 Tage Urlaub bekommen.[7]

Am 20. Juli 1944, dem geplanten Termin für die Heimreise, musste Gabreski in Deutschland notlanden. Seine Verlobte und seine Familie bekamen Ende Juli 1944 die Nachricht, dass er vermisst werde – Missing in Action.[8]

Ende August 1944 gab das Kriegsministerium bekannt, dass Gabreski in Deutschland als Kriegsgefangener festgehalten wurde.[9]

Nachdem Gabreski Anfang Mai 1945 von der Roten Armee befreit worden war,[10] fand die Hochzeit schließlich am 11. Juni 1945 statt.[5]

Catherine „Kay“ Cochran starb 1993 bei einem Autounfall.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabreski erhielt für seine Einsätze und Verdienste zahlreiche Ehrungen:[1]

Auszeichnungen der Vereinigten Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Distinguished Service Cross Citation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„The President of the United States of America, under the provisions of the Act of Congress approved July 9, 1918, takes pleasure in presenting the Distinguished Service Cross to Francis S. Gabreski (0-406131), Major (Air Corps), U.S. Army Air Forces, for extraordinary heroism in connection with military operations against an armed enemy while serving as pilot of a P-47 fighter airplane in the 61st Fighter Squadron, 56th Fighter Group, Eighth Air Force, in aerial combat against enemy forces on November 26, 1943, in the European Theater of Operations. On this date Major Gabreski shot down two enemy aircraft, bringing his total to this point in the war to more than 30 victories. Major Gabreski's unquestionable valor in aerial combat is in keeping with the highest traditions of the military service and reflects great credit upon himself, the Eighth Air Force, and the United States Army Air Forces.“

The President of the United States of America[11]

National Aviation Hall of Fame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1978 wurde Gabreski in die National Aviation Hall of Fame aufgenommen.[3]

Francis S. Gabreski Air National Guard Base[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der militärisch und zivil genutzte Flugplatz Suffolk County Airport im Suffolk County (New York) ist seit 1991 nach Francis S. Gabreski benannt.[12]

Auszeichnungen weiterer Streitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabreski im Jahr 1956

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Francis Gabreski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c William E. Oliver: Inner Seven. The History of Seven Unique American Combat „Aces“ of WWII & Korea. Turner Publishing Co., Paducah, Ky 1999, ISBN 1-56311-504-2, S. 37–52 (books.google.de [abgerufen am 16. April 2016]).
  2. a b Col. Francis S. Gabreski. In: History. United States Air Force, archiviert vom Original am 15. Februar 2009; abgerufen am 17. April 2016 (englisch).
  3. a b c d Francis “Gabby” Gabreski. National Aviation Hall of Fame, abgerufen am 3. April 2016 (englisch): „Enshrined 1978“
  4. https://www.luftkrieg-grossraum-koblenz.de/app/download/5809586538/20-07-1944_Francis+Stanley+Gabreski.pdf
  5. a b Richard Goldstein: Francis S. Gabreski, a World War II Air Ace, Dies at 83. The New York Times, 2. Februar 2002, abgerufen am 3. April 2016 (englisch).
  6. Nation’s Top Air Ace Returning to Marry Prairie du Chien Girl. In: The Milwaukee Journal, 5. Juli 1944, S. 33 (news.google.com).
  7. Wing Comm. Johnny Johnson Leads His Spits to New Win, Downing His 35th. In: Ottawa Citizen, 5. Juli 1944, S. 31 (news.google.com).
  8. Prays for His Safety. In: The Milwaukee Sentinel, 29. Juli 1944, S. 10 (news.google.com).
  9. Gabreski, Air Hero, Prisoner in Reich. In: Gazette and Bulletin, 25. August 1944, S. 5 (news.google.com).
  10. Gabreski, Other Aces Set Free in Germany. In: The Milwaukee Journal, 14. Mai 1945, S. 23 (news.google.com).
  11. The Distinguished Service Cross. U.S. Army Air Forces Recipients – WWII. In: Home of Heroes. Abgerufen am 5. April 2016 (englisch).
  12. Gabreski Airport History. In: Francis S. Gabreski Airport. Suffolk County Government, abgerufen am 17. April 2016 (englisch).