Gaëlle Arquez

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Gaëlle Arquez (geboren in Saintes) ist eine französische Opernsängerin der Stimmlage Mezzosopran.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaëlle Arquez absolvierte ein Studium der Musikwissenschaft und studierte Gesang am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris. Zu ihren Lehrern zählten Malcolm Walker, Kenneth Weiss, Jeff Cohen und Susan McCulloch.[1] In den Jahren 2007 und 2008 tourte sie mit der Titelpartie in Ravels L’enfant et les sortilèges durch Frankreich. 2009 übernahm sie die Titelpartie in Janáčeks Das schlaue Füchslein in einer Konservatoriumsproduktion in Paris, die danach auch am Théâtre Royal de Wallonie in Liège und am Grand Théâtre de Reims gezeigt wurde. Sie gewann eine Reihe von Preisen und Stipendien, darunter 2009 den Prix de Chant du Conservatoire national supérieur de musique de Paris.

Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwerpunkte ihres Repertoires liegen einerseits auf Barockmusik, andererseits auf dem klassischen französischen Repertoire – von Lully und Rameau über Berlioz, Gounod, Offenbach und Bizet bis zu Debussy und Messiaen. Die Sängerin ist auch als Mozart-Interpretin bekannt und unternimmt fallweise „Ausflüge“ in das deutsche, italienische und tschechische Repertoire.

Sie sang an der Opéra de Lille,[2] an der Opéra national de Lorraine in Nancy, an der Opéra de Lausanne und am Théâtre du Capitole in Toulouse, an der Opéra de Saint-Etienne, der Opéra de Dijon, der Opéra national de Bordeaux und der Opéra royal de Versailles, mehrfach am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel und schließlich auch in Paris. 2013 debütierte sie an der Opéra Bastille und singt seither an diesem Haus in Monteverdi-, Mozart- und Verdi-Rollen. In diesem Jahr gastierte Arquez auch an der Ópera Nacional de Chile in Santiago de Chile.

2013 erfolgten auch ihre ersten Auftritte im deutschsprachigen Raum – als Medea in Händels Teseo an der Oper Frankfurt und als Idamante in Mozarts Idomeneo im Theater an der Wien inszeniert von Damiano Michieletto. In Frankfurt singt sie weiterhin, darunter die Titelpartien in Carmen und Serse sowie die Rolle der Mélisande. 2015 übernahm sie am Théâtre du Châtelet in Paris die Titelpartie in Offenbachs La Belle Hélène. Im selben Jahr debütierte sie an der Bayerischen Staatsoper in München und 2016 an der Komischen Oper in Berlin.[3] Am 16. Oktober 2016 debütierte sie an der Wiener Staatsoper, in der Titelpartie einer Neuinszenierung von Glucks Armide, gesungen in der französischen Originalfassung, inszeniert und ausgestattet von einem französischen Team, zusammengesetzt aus Ivan Alexandre (Regie), Pierre-André Weitz (Ausstattung) und Bertrand Killy (Licht). Es spielten die Musiciens du Louvre aus Grenoble, dirigiert von Marc Minkowski. Publikum und Presse reagierten enthusiastisch, die Performance der Sängerin – sowohl darstellerisch, als auch stimmlich – wurde gelobt.[4][5][6][7] Im Sommer 2017 sang sie die Titelpartie in Carmen auf der Seebühne in Bregenz.[8]

Konzert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Konzertsaal tritt Arquez insbesondere mit Liederabenden und als Spezialistin für Werke von Olivier Messiaen hervor. Sie gab Recitals im Teatro Marcello in Rom, in der Pariser Salle Pleyel und im Louvre, beim Festival de Beaune und beim Festival Messiaen in Pays de la Meine, dort 2012 auf Einladung von Pierre Boulez. Sie sang auch in Villers-sur-Mer und Monfort l'Amaury, in Neustadt an der Weinstraße und Karlsruhe sowie an der Musashimo Cultural Fundation in Tokyo.

Arquez hat u. a. unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez, René Jacobs, Philippe Jordan und Yann Molénat gesungen.

Rollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bizet:

Cherubini:

Debussy:

Gluck:

Gounod:

Händel:

Humperdinck:

Janáček:

Lully:

 

Massenet:

Monteverdi:

Mozart:

Offenbach:

Rameau:

Ravel:

Rossini:

Verdi:

Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Bourses Musicales des Zonta Clubs de France
  • 2007: Yamaha Music Foundation of Europe Competition
  • 2009: Prix de Chant du Conservatoire national supérieur de musique de Paris
  • 2009: Wigmore Hall Independent Opera Voice Fellowship

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Medici.tv: Gaëlle Arquez – mezzo-soprano, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  2. ResMusica: Cendrillon à Lille: Moderne et intemporelle, 25. Mai 2012, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  3. Komische Oper Berlin: Gaëlle Arquez, Mezzosopran (Memento des Originals vom 16. Oktober 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.komische-oper-berlin.de, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  4. Peter Jarolin: "Armide" in der Staatsoper: Entzauberte Zauberin, in: Kurier (Wien), 17. Oktober 2016, abgerufen am 19. Oktober 2016.
  5. Ljubiša Tošić: „Armide“: Ein Käfig voller Liebeskrieger. Der Standard (Wien), 17. Oktober 2016, abgerufen am 19. Oktober 2016.
  6. Walter Weidringer: Orgien der Lieblichkeit in Rost- und Goldtönen. Die Presse (Wien), 17. Oktober 2016, abgerufen am 19. Oktober 2016.
  7. Austria Presse Agentur: Homoerotische Spielerei: „Armide“-Premiere in der Staatsoper. Hier zit. nach Salzburger Nachrichten, 17. Oktober 2016, abgerufen am 19. Oktober 2016
  8. Eleonore Büning: „Carmen“ auf der Seebühne. Ein gischtspritzendes Wasserballett. Frankfurter Allgemeine, 22. Juli 2017, abgerufen am 21. August 2017.