Gabriele Henkel

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Gabriele Henkel, geb. Hünermann (* 9. Dezember 1931 in Düsseldorf; † 28. September 2017 ebenda[1]), war eine deutsche Kunstsammlerin, Kunstmäzenin, Autorin und Künstlerin. Sie war mit Konrad Henkel verheiratet, dem langjährigen Chef des Henkel-Konzerns.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Signatur Gabriele Henkel

Gabriele Hünermann war eine Tochter von Theodor Hünermann, Chefarzt des Marien Hospitals in Düsseldorf. Nach einer entbehrungsvollen Kriegskindheit ohne Schulbildung schickte sie ihr Vater im Alter von 16 Jahren zu einem Au-pair-Aufenthalt nach London.[2] Danach arbeitete sie als Journalistin bei den Wochenzeitschriften The Observer und Newsweek und war jüngstes Mitglied der Bundespressekonferenz, als sie Konrad Henkel im Rheinischen Karneval traf. Das Paar heiratete im Jahre 1955, sie nahm den Nachnamen ihres Ehemanns an.

In den Jahren von 1970 bis 2000 sammelte sie für das Unternehmen Henkel Kunst aus der ganzen Welt und baute damit die Kunstsammlung des Konzerns auf.[3] Die Werke befinden sich in den Büros, Besprechungszimmern und Mitarbeiterkantinen der Firmenzentrale in Düsseldorf.[4] Die Sammlung umfasst etwa 4.000 Werke.[5]

Seit 1972 war sie Mitglied des Internationalen Beirats des Museum of Modern Art in New York.[6][7]

Über Bazon Brock erhielt sie 1983 einen Lehrauftrag für Kunstgeschichte an der Gesamthochschule Wuppertal.[2] Dort wurde sie Honorarprofessorin für Kommunikationsdesign.[7][8]

2001 gründete sie die Kythera-Kulturstiftung, die seit 2002 jährlich den Kythera-Preis verleiht.

Gabriele Henkel war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.[4] Im Jahre 2009 ist sie wegen ihres Einsatzes für die Kunst und Kunstvermittlung mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt worden.[9]

Im Jahr 2016 stellte sie 40 herausragende Stücke der Sammlung der klassischen Moderne und Gegenwartskunst erstmals außerhalb des Unternehmens in der Düsseldorfer Kunstsammlung K 20 aus.[4]

Im August 2017 veröffentlichte sie ihre Memoiren unter dem Titel Die Zeit ist ein Augenblick.[10] Am 28. September 2017 wurde im Düsseldorfer Hetjens-Museum eine Ausstellung mit Werken Gabriele Henkels eröffnet. An der Gestaltung hatte sie entscheidenden Anteil. Während der Vernissage war sie nicht anwesend, sie starb in der darauffolgenden Nacht im Alter von 85 Jahren.[11]

Konrad und Gabriele Henkel sind die Eltern von Christoph Henkel.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabriele Henkels Einordnung in die Unternehmer-Familie Henkel ist im Artikel Henkel (Unternehmerfamilie) beschrieben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antje Kahnt: Düsseldorfs starke Frauen – 30 Portraits. Droste, Düsseldorf 2016, ISBN 978-3-7700-1577-1, S. 144–150.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gabriele Henkel verstorben – Eine schillernde, lebensfrohe Diva. In: FAZ.NET. 29. September 2017, abgerufen am 29. September 2017.
  2. a b Kunstsammlerin Gabriele Henkel ist tot. In: Süddeutsche.de. 29. September 2017, abgerufen am 2. Oktober 2017.
  3. Henkel stellt Kunstkatalog „Sammlung Henkel“ vor – Eine Kunstsammlung für alle Mitarbeiter. In: presseportal.de. Unternehmenskommunikation der Henkel AG & Co. KGaA, 23. April 2009, abgerufen am 16. August 2017 (Presseinformation).
  4. a b c Witwe des langjährigen Unternehmenschefs Dr. Konrad Henkel verstorben – Trauer um Prof. Gabriele Henkel. In: henkel.de. Henkel AG & Co. KGaA, 29. September 2017, abgerufen am 30. September 2017 (Presseinformation).
  5. Kunstsammlerin und Mäzenin Gabriele Henkel ist tot. In: chrismon.evangelisch.de. Evangelischer Pressedienst, 29. September 2017, abgerufen am 30. September 2017.
  6. Katy Hillmann: Die reichsten Deutschen: Familie Henkel – Milliarden mit Megaperls. In: Spiegel Online. 17. März 2001, abgerufen am 3. Juli 2013.
  7. a b Vita Gabriele Henkel. In: Website der Verlagsgruppe Random House. Abgerufen am 16. August 2017.
  8. Die Honorarprofessur wird unterschiedlich datiert. Auf der Website der Verlagsgruppe Random House wird das Jahr 1990 angegeben, in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird das Jahr 1983 erwähnt.
  9. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verleiht den Verdienstorden des Landes an 15 Bürgerinnen und Bürger. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, 15. Oktober 2009, abgerufen am 3. Juli 2013.
  10. Helga Meister: Gabriele Henkel: Die Memoiren der „weißen Dame“. In: Westdeutsche Zeitung online. 13. August 2017, abgerufen am 29. September 2017.
  11. Birgit Kölgen: Düsseldorf Hetjens-Museum: Gabriele Henkel bittet zu Tisch. In: www.report-d.de. 29. September 2017, abgerufen am 29. September 2017.