Gebsattel (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Familie von Gebsattel aus Johann Siebmachers Wappenbuch

Gebsattel ist der Name eines alten fränkischen Adelsgeschlechts. Die Herren und Freiherren von Gebsattel gehörten zur fränkischen Reichsritterschaft. Ihr Stammsitz Gebsattel ist heute eine Gemeinde im Landkreis Ansbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adlige Träger des Namens von Gebsattel werden seit dem 13. Jahrhundert häufiger in unter- und mittelfränkischen Urkunden genannt. Erstmals wird das Geschlecht im Jahre 1240 mit Arno de Gebesedele nachgewiesen. Bereits im 14. Jahrhundert existierten drei Linien: eine zu Trennfeld, eine zu Acholshausen und eine dritte mit dem Beinamen Rack von Burgbernheim bzw. Rack von Uffenheim. Die beiden letzten erloschen allerdings schon im 16. Jahrhundert. Die Trennfelder Linie, die später auch in Sondheim und Lebenhan in Unterfranken saß, konnte im Jahre 1901 das Stammschloss Gebsattel bei Rothenburg ob der Tauber erwerben, das Konstantin von Gebsattel durch Gabriel von Seidl im Stil der Neorenaissance um- und teilweise neu bauen ließ.[1]

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert gehörten die Herren von Gebsattel wegen des Besitzes bzw. Teilbesitzes von unter anderem Haselbach, Burglauer, Lebenhan und Leutershausen zur Reichsritterschaft im Ritterkanton Rhön-Werra des Fränkischen Ritterkreises. Anfang des 16. Jahrhunderts waren sie außerdem im Ritterkanton Baunach und während des 17. Jahrhunderts im Ritterkanton Odenwald immatrikuliert. Wegen der Zugehörigkeit zur Reichsritterschaft wurden sie in Bayern 1816 bei der Freiherrenklasse der Adelsmatrikel eingetragen.

Johann Philipp von Gebsattel (1555–1609), Fürstbischof von Bamberg
Lothar Anselm von Gebsattel (1761–1846), Erzbischof von München-Freising

Die Familie erlangte großen Einfluss vor allem auf kirchlichen, aber auch militärischem Gebiet. Aus dem Geschlecht kamen unter anderem Johann Philipp von Gebsattel (Fürstbischof von Bamberg (Amtszeit von 1599 bis 1609)), Daniel Johann Anton von Gebsattel (ab 1748 Weihbischof in Würzburg) und Lothar Anselm von Gebsattel (ab 1818 Erzbischof von München-Freising). Daneben sind auch hohe Offiziere aus dem Geschlecht hervorgegangen: der General Lothar Augustin Daniel von Gebsattel und die Generäle der Kavallerie, Konstantin von Gebsattel und Ludwig von Gebsattel. Letzterer war Befehlshaber des Königlich Bayerischen III. Armee-Korps während des Ersten Weltkrieges.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Rot einen silbernen Bockshals mit schwarzen Hörnern. Auf dem Helm steht eine Figur wie auf dem Schild. Die Helmdecke ist rot-silbern.

Der Bockshals aus dem Gebsatteler Familienwappen erscheint noch heute in einigen Unter- und Mittelfränkischen Gemeindewappen.

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gebsattel (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peters 1996. S. 174, 178. Scheible 2008. S. 14.
  2. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 583 und 586.
  3. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. 2004, S. 583.