Fladungen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Fladungen
Fladungen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Fladungen hervorgehoben

Koordinaten: 50° 31′ N, 10° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Fladungen
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 46,36 km2
Einwohner: 2212 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97650
Vorwahl: 09778
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 123
Stadtgliederung: 8 Stadtteile[2]
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
97650 Fladungen
Website: www.fladungen.de
Bürgermeister: Michael Schnupp[3] (Neue Liste 20)
Lage der Stadt Fladungen im Landkreis Rhön-Grabfeld
FladungenHausen (Rhön)Bundorfer ForstBurgwallbacher ForstForst Schmalwasser-NordForst Schmalwasser-SüdMellrichstadter ForstSteinacher Forst rechts der SaaleSulzfelder ForstWeiglerWillmarsNordheim vor der RhönSondheim vor der RhönStockheim (Unterfranken)MellrichstadtMellrichstadtOstheim vor der RhönOberelsbachBischofsheim in der RhönBischofsheim in der RhönSandbergSchönau an der BrendHohenrothNiederlauerBurglauerStrahlungenSalz (Unterfranken)BastheimOberstreuUnslebenWollbach (Unterfranken)Bad Neustadt an der SaaleHeustreuHendungenHollstadtRödelmaierWülfershausen an der SaaleHöchheimSaal an der SaaleAubstadtHerbstadtTrappstadtGroßeibstadtGroßbardorfSulzfeld (im Grabfeld)Bad Königshofen im GrabfeldBad Königshofen im GrabfeldSulzdorf an der LederheckeThüringenLandkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtHessenLandkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild

Fladungen ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld, der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Fladungen und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fladungen ist die nördlichste Stadt in Unterfranken. Der Ortsteil Oberfladungen ist der nördlichste Ort im Freistaat Bayern.[4] Fladungen liegt in der Region Main-Rhön, im Tal der Streu.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtansicht von Osten

Fladungen hat zehn Örtlichkeiten[5], die sich in acht Stadtteile gliedern[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 789 wurde Fladungen in einer Urkunde des Klosters Fulda erstmals erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. 1335 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer das Stadtrecht.[6] Der Besitz der Stadt war zwischen dem Würzburger Bischof und dem Fürstabt von Fulda umstritten. Im Jahre 1335 wurde dem Edlen Heinrich von Fladungen die Zehnt und das Schultheißenamt über die Hildenburg übertragen. Als das Amt Fladungen mit Hildenburg im Jahre 1435 durch Verpfändung an die Grafen von Henneberg-Aschach (später Henneberg-Römhild genannt) kam, setzte dieser Adolf Marschalk von Ostheim als Amtmann dorthin. Durch eine Erbteilung der Grafschaft Henneberg-Römhild kam Fladungen im Jahr 1468 zum „Münnerstädter Teil“ unter Graf Otto von Henneberg-Römhild. Später kam Fladungen durch Pfandeinlösung wieder zum Hochstift Würzburg. Seit dem Jahr 1534 ist in Fladungen ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das als Siechenhaus bekannt war.[7]

Leubach, St.-Vitus-Kirche, 1797 erbaut.

Im Jahre 1596 wurde das Amt Hildenburg noch genannt, aber schon im Jahre 1600 wohnte der Amtmann in Fladungen. Als Amt des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, war Fladungen nach der Säkularisation 1803 kurze Zeit bayrisch. 1805 wurde es Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen. Das reichsritterschaftliche Dorf Sands der Herren von Stein kam 1808 durch einen Gebietsaustausch vom Amt Maßfeld im Herzogtum Sachsen-Meiningen zum Großherzogtum Würzburg.[8] In dieser Zeit muss auch Weimarschmieden vom Hintergericht des Amts Lichtenberg im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zu Würzburg gekommen sein.[9]

Seit den Verträgen von Paris 1814 gehören der Ort Fladungen und die Umgebung endgültig zu Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der innerdeutschen Grenzöffnung im Jahr 1989 befindet sich Fladungen nicht mehr im Zonenrandgebiet. 1992 wurde der Stadt die Europa-Nostra-Medaille verliehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinden Sands und Weimarschmieden. Am 1. Januar 1972 kamen Brüchs, Leubach und Oberfladungen hinzu.[10] Rüdenschwinden folgte am 1. April 1973. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Heufurt am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungszahlen[12]
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2005 2010 2015 2017 2018
Einwohner 2445 2141 3297 3282 2676 2520 2279 2372 2467 2296 2169 2322 2251 2248

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgender Zusammensetzung des Stadtrats:[13]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 24,8 % 4
Freie Wählergemeinschaft 30,4 % 4
Wählerblock Ortsteile 30,1 % 4
Ortsteilliste Leubach 14,7 % 2

Die Kommunalwahl am 15. März 2020 führte zu folgender Zusammensetzung des Stadtrats:[14]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 14,37 % 2
Freie Wählergemeinschaft 23,43 % 3
Wählerblock Ortsteile 21,02 % 3
Ortsteilliste Leubach 13,55 % 2
Neue Liste 20 27,63 % 4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Michael Schnupp (Neue Liste 20) Er wurde bei der Kommunalwahl 2020 mit 55,86 % der gültigen Stimmen gewählt.

Vorgängerin war Agathe Heuser-Panten (Wählerblock Ortsteile). Sie war der Nachfolger von Robert Müller (CSU) aus dem Stadtteil Heufurt. Er war Nachfolger von Mischa Schmitt (Wählerblock), der bei einem Autounfall ums Leben kam. Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Herbert Ditzel (Freie Wählergemeinschaft). 1996 war Altbürgermeister Raimund Goldbach nach 28 Dienstjahren in den Ruhestand getreten.

  • 1968–1996: Raimund Goldbach
  • 1996–2002: Herbert Ditzel
  • 2002–2002: Mischa Schmitt
  • 2002–2014: Robert Müller
  • 2014–2020: Agathe Heuser-Panten
  • Seit 2020: Michael Schnupp

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Fladungen
Blasonierung: „In Rot unter einer dreitürmigen silbernen Kirchenfassade ein wimpergartiger Dreiecksgiebel, darin in Rot ein wachsender, blau gekleideter Bischof mit goldener Mitra, der rechts ein silbernes Schwert, mit der Linken einen einwärts gewendeten goldenen Krummstab hält.“[15]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fränkisches Freilandmuseum
Türme der Stadtmauer
Maulaffenturm
Reiterturm
Pulverturm
Jakobturm
Thürnersturm
Vexierturm

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt ist noch weitgehend mit einer Stadtmauer aus dem Jahr 1335 in ihrer ursprünglichen Höhe umgeben. Die Stadtmauer wurde damals mit fünf Türmen und 16 Reitertürmchen erbaut. Alle Türme in der Stadtmauer und die Reitertürmchen auf der Mauerkrone sind erhalten geblieben. Die Altstadt hat viele Fachwerkbauten, unter anderem das ehemalige Pfründnerspital. In der Altstadt steht auch das Fürstbischöfliche Würzburgische Amtshaus und die katholische Stadtpfarrkirche Sankt Kilian.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fladungen hat eine Grundschule.[17] In vier Klassen werden 77 Schüler unterrichtet.
  • Fladungen hat eine Kindertageseinrichtung.[17] Sie hat 160 genehmigte Plätze und betreut 123 Kinder (2018).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fladungen hat ein Freibad und ein Freizeitzentrum sowie einen Sportplatz. Zudem gibt es weitere Sportstätten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fladungen liegt an der Bundesstraße 285. Die Bundesautobahn 71 liegt ca. 20 km entfernt und ist über die Anschlussstelle Mellrichstadt zu erreichen. Fladungen ist Endpunkt der nur noch als Museumsbahn genutzten Bahnlinie Mellrichstadt–Fladungen. Im Nahverkehr ist Fladungen an das Omnibus-Netz von DB Frankenbus angeschlossen. Die Busse verkehren bis Mellrichstadt Bahnhof, wo Anschluss an Züge in Richtung Erfurt und Würzburg besteht.

Die Hochrhönstraße verbindet Fladungen mit Bischofsheim in der Rhön.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jodokus Wagenhauer (1580–1635), Weihbischof und Rektor der Universität Würzburg wurde in Fladungen geboren

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Biosphärenreservat Rhön Bayerische Verwaltungsstelle (Hrsg.): Historische Kulturlandschaft um Fladungen. (= Historische Kulturlandschaft Rhön, Band 1). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-468-4.
  • Wolf-Dieter Raftopoulo: Rhön und Grabfeld Kulturführer. Eine kunst- und kulturhistorische Gesamtdokumentation der alten Kulturlandschaften. RMd Verlag, Gerbrunn 2017, ISBN 978-3-9818603-7-5, S. 102–106.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fladungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Fladungen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Die Stadtteile von Fladungen auf der Webseite der Stadt Fladungen; Informationen der Stadttouristik Information Fladungen, per 26. Februar 2016
  3. Bürgermeister. Gemeinde Fladungen, abgerufen am 4. Juli 2020.
  4. Gutes Geschäft am bayerischen Nordkap. 27. Juli 2017, abgerufen am 26. Mai 2020.
  5. https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1590&attr=590&modus=automat&tempus=20111120/212203&hodie=20160226/103717
  6. Eva-Maria Wagner: Gewundene Gassen, bucklige Plätze. In: Die Rhön (= Merian, Jg. 17 (1964), Heft 4), S. 19–24, hier S. 24.
  7. Siehe Daten der Gesellschaft für Leprakunde Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Bayern (Memento des Originals vom 6. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenster.org
  8. Gebietsaustausch 1808 im Rhönlexikon
  9. Weimarschmieden im Rhönlexikon
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 520.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 740 f.
  12. Statistik kommunal 2014 https://www.statistik.bayern.de/mam/produkte/statistik_kommunal/2019/09673123.pdf
  13. Bayerisches Landesamt für Statistik
  14. Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Fladungen - Übersicht. Abgerufen am 18. Mai 2020.
  15. Eintrag zum Wappen von Fladungen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  16. Rhönmuseum Fladungen: Aktuelles. Abgerufen am 26. August 2019.
  17. a b Stadt Fladungen – Webseite