Geheimnis eines Lebens

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Film
Deutscher TitelGeheimnis eines Lebens
OriginaltitelRed Joan
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2018
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 6[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie Trevor Nunn
Drehbuch Lindsay Shapero
Produktion David Parfitt
Musik George Fenton
Kamera Zac Nicholson
Schnitt Kristina Hetherington
Besetzung

Geheimnis eines Lebens (Originaltitel Red Joan) ist ein Filmdrama von Trevor Nunn, das am 7. September 2018 beim Toronto International Film Festival seine Weltpremiere feierte. Erzählt wird im Wechsel zwischen Jetztzeit und Rückblenden die Geschichte der britischen Rentnerin Joan Stanley, die im hohen Alter als ehemalige Spionin des KGB entlarvt wurde. Der Film basiert auf einer Romanvorlage, die ihre Inspiration wiederum aus dem Fall Melita Norwood bezog. Der Film kam am 19. April 2019 in die Kinos im Vereinigten Königreich und am 4. Juli 2019 in die deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 wird die 80-jährige pensionierte Wissenschaftlerin Joan Stanley in ihrer Londoner Wohnung unter dem Vorwurf eines viele Jahre zurückliegenden Hochverrats festgenommen. Im Verhör durch Beamte der Spionageabwehr bestreitet sie jegliche Schuld, erzählt aber ihre Geschichte.

Joan studiert vor dem Zweiten Weltkrieg in Cambridge Physik und wird dort von ihrer Kommilitonin Sonya in einen Kreis politisch engagierter Studenten und Aktivisten eingeführt, die die Republikaner in Spanien unterstützen und von einer klassenlosen kommunistischen Gesellschaft träumen. Sonya und ihr Cousin Leo sind Juden mit russischen Wurzeln, aus Nazi-Deutschland nach England geflüchtet. Joan verliebt sich in den abenteuerlustigen Idealisten Leo, der offen mit der Sowjetunion sympathisiert.

Während des Zweiten Weltkriegs wird Joan zur Mitarbeit in Tube Alloys eingeladen, ein von Professor Max Davis geleitetes Geheimprojekt, das Grundlagenforschung zur Kernspaltung betreibt und dem Manhattan-Projekt zuarbeitet. Sie verpflichtet sich gemäß dem Official Secrets Act zu absoluter Verschwiegenheit und leistet wertvolle Beiträge zur Forschungsarbeit und deren Kommunikation mit führenden Politikern. Leo erfährt von ihrer Tätigkeit und drängt sie, die russische Seite an den Erkenntnissen ihrer Arbeit teilhaben zu lassen, doch sie weigert sich entschieden und trennt sich schließlich sogar von ihm.

Erst als Berichte der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki durch die Medien gehen, deren hohe Opferzahlen und gewaltige Zerstörungskraft sie zutiefst erschrecken, hinterfragt sie ihre loyale Einstellung und kommt zu dem Schluss, dass auch die Sowjets die Atombombe haben müssen, um per Gleichgewicht des Schreckens zu verhindern, dass die westlichen Nachkriegsmächte einen neuen und dann nuklear geführten Krieg beginnen. So wird sie vordergründig zur Verräterin, in ihrer eigenen Wahrnehmung jedoch zu einer Friedensstifterin.

Auch ihr eigener Sohn, den die 80-jährige Joan darum bittet, sie gegebenenfalls vor Gericht zu verteidigen, ist zunächst entsetzt über den Verrat seiner Mutter und weigert sich. Erst als er am Schluss ihre klare Stellungnahme für den Frieden und das aktive Verhindern einer einseitigen nuklearen Bewaffnung hört, stellt er sich auf ihre Seite.

Nach Aufklärung des Sachverhalts verzichtet die britische Regierung angesichts von Joans fortgeschrittenem Alter auf eine Strafverfolgung.

Realhistorischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erzählt die fiktive Geschichte einer Joan Stanley, die als britische Spionin des KGB entlarvt wurde, und basiert auf einem (ebenfalls fiktiven) Roman von Jennie Rooney aus dem Jahr 2014. Die Inspiration für die Romanvorlage lieferte der reale Fall Melita Norwood.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Drehorten zählten das Senate House und das Gonville and Caius College in Cambridge

Regie führte Trevor Nunn. Die Adaption von Stanleys Roman für den Film erfolgte durch Lindsay Shapero. Die Filmmusik komponierte George Fenton.[3]

Sophie Cookson spielt die junge Joan Stanley während ihrer Studienzeit in Cambridge und ihrer Arbeit im Geheimprojekt. Später, als nunmehr über 80-jährige Frau zu Beginn des neuen Jahrhunderts, wird Stanley von Judi Dench gespielt. Tereza Srbova spielt Sonya, Tom Hughes deren Cousin Leo Galich und Stephen Campbell Moore den Leiter des Geheimprojekts Max Davis, der Joans neuer Geliebter wird. Ben Miles ist in der Rolle von Joan Stanleys Sohn Nick zu sehen, der sich erst von seiner Mutter abwendet, letztlich jedoch zu ihr steht.

Im November/Dezember 2017 fanden die Dreharbeiten in Cambridge statt,[4] so in der St John’s Street in der Innenstadt,[5] vor dem Senate House und dem Gonville and Caius College.[6] Die Gartenszenen wurden im Newnham College vor der College Hall sowie am Flussufer im St. John’s College gedreht.

Seine Weltpremiere feierte der Film am 7. September 2018 beim Toronto International Film Festival. Hiernach sicherte sich IFC Films die Vertriebsrechte für Nordamerika.[7] Im Herbst 2018 erfolgte eine Vorstellung beim Zurich Film Festival.[8] Am 19. April 2019 kam er in die Kinos im Vereinigten Königreich und am 4. Juli 2019 in die deutschen Kinos.[9]

Die deutsche Synchronisation entstand nach der Dialogregie von Nana Spier im Auftrag der Scalamedia GmbH, Berlin. Wie in fast allen neueren Filmen leiht Kerstin de Ahna der Schauspielerin Judi Dench in der Rolle von Joan Stanley ihre Stimme und Maria Hönig der von Cookson gespielten jüngeren Version von Stanley. Florian Clyde spricht in der deutschen Fassung Leo Galich.[10]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rotten Tomatoes, wo der Film lediglich eine Positiv-Quote von 30 % bei den Kritikern erreichte, wertet den Film als „eine faszierende Geschichte aus dem wirklichen Leben, die in einer erstaunlich öden Art und Weise sowohl das unglaubliche Intrigenspiel der Geschichte als auch das großartige Talent von Judi Dench verschwendet“.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toronto International Film Festival 2018

  • Nominierung für den People’s Choice Award (Trevor Nunn)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Geheimnis eines Lebens. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 189434/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Geheimnis eines Lebens. Jugendmedien­kommission.
  3. George Fenton Scoring Trevor Nunn’s ‘Red Joan’ Film Music Reporter, 27. August 2018, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  4. Dame Judi Dench is shooting a movie in Cambridge – and you could appear in it, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  5. Adrian Peel: Film crews shoot KGB spy thriller Red Joan starring Sophie Cookson in Cambridge, Cambridge Independent, 5. Dezember 2017, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  6. Sophie Cookson filming 'Red Joan' filming in Cambridge, cambridge-news.co.uk, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  7. Judi Dench’s Period Spy Thriller ‘Red Joan’ Picked Up by IFC Films The Wrap, 14. September 2018, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  8. ZFF, Red Joan von Trevor Nunn, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  9. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com, abgerufen am 31. März 2019.
  10. Geheimnis eines Lebens. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 27. Oktober 2021.
  11. Red Joan. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 7. April 2020 (englisch).Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Wikidata-Bezeichnung vom gesetzten Namen verschiedenVorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/„importiert aus“ fehlt