Geissorhiza

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Geissorhiza
Geissorhiza radians

Geissorhiza radians

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Unterfamilie: Crocoideae
Gattung: Geissorhiza
Wissenschaftlicher Name
Geissorhiza
Ker Gawl.

Geissorhiza sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die aus mittlerweile 102 Arten bestehende Gattung kommt nur in Südafrika vor.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untergattung Weihea Sektion Weihea: Illustration von Geissorhiza setacea
Untergattung Geissorhiza Sektion Geissorhiza: radiärsymmetrische Blüte von Geissorhiza radians

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geissorhiza-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen von geringer bis mittlerer Wuchshöhe. Sie bilden als Überdauerungsorgane kugelige bis eiförmige, asymmetrische oder glockenförmige Knollen. Die Knollen besitzen einen ausgeprägten Zentralzylinder und bilden Wurzeln aus einem Wulst an der Knollenbasis.[2] Die mehrlagige Tunika (Außenschicht) ist meist hart und holzig oder selten häutig bis faserig. Je nach Untergattung kann sie auch entweder vollständig konzentrisch aufgebaut (Untergattung Weihea), oder aus dachziegelartig liegenden Schuppen, die wiederum an ihrer Basis eingekerbt sind, zusammengesetzt sein (Untergattung Geissorhiza).[2]

Der einfache oder verzweigte Stängel ist im Querschnitt rund, glatt, drüsig oder schuppig.[2] Die zwei bis mehreren Laubblätter sind in der Regel leicht hängend bis aufrecht, selten liegend. Die einfachen, unifazialen Blattspreiten sind flach bis zylindrisch, I- oder H-förmig,[2] linealisch oder schwertförmig. Auf den Blattspreiten ist meist der Mittelnerv deutlich erkennbar. Bei Teilabschnitten der Blattspreite sind die Ränder und/oder die Mittelrippe erhaben und geflügelt. Die Blattflächen sind meist kahl, nur selten behaart oder klebrig. In den Blatträndern sind subepidermale Sklerenchymbündel und dünnwandige Epidermiszellen vorhanden.[2] Die Blätter nehmen nach oben hin an Größe ab und können zunehmend den Charakter von Tragblättern annehmen, sind dann auch gänzlich scheidig.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ährigen Blütenstand sind selten ein oder zwei, meist bis zu zahlreiche Blüten meist spiralig angeordnet.[2] Von den grünen, weich bis häutigen Tragblätter sind die inner kleiner als die äußeren und am oberen Ende gegabelt.[2] Die Blütenknospen sind nickend und richten sich erst bis zur der Anthese auf.

Die meist radiärsymmetrischen und dann stern- bis untertassenförmigen oder bei einigen Arten zygomorphen Blüten sind dreizählig. Von den sechs fast gleichen Blütenhüllblätter sind die inneren meist kürzer als die äußeren. Die Blütenhüllblätter sind je nach Art mehr oder weniger lang verwachsen.[2] Die Farben der Blütenhüllblätter reichen je nach Art von oft Blau bis Violett oder manchmal Purpur-, Rosa-, Cremefarben bis Gelb oder Rot; teils auch in kontraststarken Kombinationen.[2] Auf den nach unten gebogenen Staubfäden befinden sich aufrechte, einseitige Staubbeutel. Die Griffel sind nach unten gebogenen.

Die Schalen der kugeligen bis länglichen oder zylindrischen Kapselfrüchte sind knorpelig bis hart. Die mehr oder weniger kugeligen Samen sind am chalazalen Ende abgeflacht.[2]

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 13.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geissorhiza-Arten sind Geophyten, in Knollen überdauern und nach der Trockenzeit neue Laubblätter bilden.[2]

Systematik, Verbreitung und Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Geissorhiza wurde 1803 durch John Bellenden Ker Gawler in Botanical Magazine or Flower-Garden Displayed ... London, Volume 18, Tafel 672 aufgestellt.[3] Synonyme für Geissorhiza Ker Gawl. sind: Anomaza Laws. ex Salisb. nom. inval., Engysiphon G.J.Lewis, Rochea Salisb., Weihea Eckl., Sphaerospora Klatt.[4]

Die Gattung Geissorhiza gehört zur Tribus Croceae in der Unterfamilie Crocoideae innerhalb der Familie Iridaceae.[5] Der Gattung Geissorhiza nächst verwandt ist die Gattung Hesperantha.[6]

Die Gattung Geissorhiza ist beschränkt auf die Winterregengebiete Südafrikas,[2] Verbreitungsschwerpunkt ist die südwestliche Capensis.

Die Gattung Geissorhiza enthält seit 2016 etwa 102 Arten,[1] die von Peter Goldblatt 1985[6] in zwei Untergattungen mit je mehreren Sektionen unterteilt wurden.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Goldblatt: Systematics of the Southern African Genus Geissorhiza (Iridacea-Ixioideae). In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Volume 72, Issue 2, 1985, S. 277-447. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  • Peter Goldblatt, John C. Manning: New Species of the Southern African Genus Geissorhiza (Iridaceae: Ixioideae). In: Novon. Volume 5, Issue 2, 1995, S. 156-161.
  • Peter Goldblatt, John C. Manning: Review of species limits in Geissorhiza leipoldtii (Iridaceae: Crocoideae) and G. heterostyla with the recognition of new taxa plus important new records in the genus. In: South African Journal of Botany, Volume 106, September 2016, S. 29–34. doi:10.1016/j.sajb.2016.05.006

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Peter Goldblatt, John C. Manning: Review of species limits in Geissorhiza leipoldtii (Iridaceae: Crocoideae) and G. heterostyla with the recognition of new taxa plus important new records in the genus. In: South African Journal of Botany, Volume 106, September 2016, S. 29–34. doi:10.1016/j.sajb.2016.05.006
  2. a b c d e f g h i j k l m Sub-Saharan African Iridaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Geissorhiza bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  4. a b Rafaël Govaerts (Hrsg.): Geissorhiza. In: World Checklist of Iridaceae. des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 26. Oktober 2016.
  5. Geissorhiza im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 26. Oktober 2016.
  6. a b c Peter Goldblatt: Systematics of the Southern African Genus Geissorhiza (Iridacea-Ixioideae). In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Volume 72, Issue 2, 1985, S. 277-447.
  7. a b c d e f g h i j k l m n Peter Goldblatt, John C. Manning, I. Nänni: New species of Geissorhiza (Iridaceae: Crocoideae) from the southern African winter rainfall zone, range extensions, taxonomic changes, and notes on pollen morphology and floral ecology. In: Bothalia: African Biodiversity & Conservation., Volume 39, Issue 2, 2009, S. 123-152. doi:10.4102/abc.v39i2.240
  8. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs Artenliste zu Geissorhiza in der Red List of South African Plants
  9. Peter Goldblatt, John C. Manning: Geissorhiza melanthera sp., nov. (Iridaceae: Crocoideae) from the southern African winter rainfall region with comments on its pollination by the bee-fly Megapalpus capensis (Bombyliidae). In: South African Journal of Botany, Volume 87, 2013, S. 22. doi:10.1016/j.sajb.2013.03.005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geissorhiza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien