Gerd Pützer

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Gerd Pützer (2014)

Gerd Pützer (* 28. März 1938 in Stolberg) ist ein ehemaliger deutscher Kommunalpolitiker (CDU) der Stadt Bonn. Von 1969 bis 1994 gehörte er als direkt gewähltes Mitglied für den Stadtteil Beuel-Mitte dem Rat der Stadt Bonn an, in dem er sich im Besonderen für deren bauliche Entwicklung engagierte. 1996 wurde ihm für seine 25-jährige ehrenamtliche Arbeit für die Stadt Bonn das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerd Pützer arbeitete als Leiter der Bauabteilung der Sparkasse Bonn (1971 bis 2002) und selbständig als öffentlich bestellter Sachverständiger für bebaute und unbebaute Grundstücke (1973 bis 2008). Er ist seit 1959 verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Bonn-Beuel.

Gerd Pützer ist ein Neffe des Flugzeugkonstrukteurs Alfons Pützer.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gutachten des Regierungspräsidenten Heinrich Stakemeier, erstellt 1967 auf Weisung des Innenministers des Landes NRW, war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Stadt Bonn seit der Bestimmung zur vorläufigen Bundeshauptstadt 1949 den ihr gestellten Aufgaben, die Funktionen einer Bundeshauptstadt zu übernehmen nicht gerecht geworden sei.[3] Damals noch Vorsitzender des Ortsverbandes der Jungen Union Beuel plante Pützer dazu beizutragen dies zu ändern und trat 1969 im Alter von 31 Jahren als einer der jüngsten Stadtverordneten[4] dem neuen Rat der Stadt Bonn bei.

Am 1. August 1969 wurden auf der Basis des Bonn-Gesetzes die Städte Bad Godesberg und Beuel sowie neun Gemeinden des Amtes Duisdorf eingemeindet. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich und es entstanden umfangreiche Aufgaben der baulichen Neugliederung des Bonner Raumes. Der Bau- und Vergabeausschuss unter Pützers Vorsitz (1971–1994) koordinierte mehrere hundert städtische Baustellen[5], darunter die Neuordnung des Hochwasserschutzes, Bau von Kläranlagen, Abwasserschutz, die Planung der einzelnen Stadtbezirke, Neubauten städtischer Gebäude, Schwimmbäder, Fußgängerzonen, Parkplätze, U-Bahn. Pützer setzte sich bei den städtischen Bauvorhaben auch für die Belange von in ihrer Mobilität behinderten Menschen[6][7] und den Umweltschutz ein[8][9][10][11]. Er engagierte sich in Ausschüssen und Gremien und wurde als Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Bundesgartenschau Bonn 1979.[12][13] sowie als Vorsitzender des „koordinierenden Arbeitsausschusses für Planung und Programm“ dieser Gesellschaft eingesetzt. Weiterhin war er Mitglied verschiedener Preisgerichte, u. a. Kunstmuseum Bonn (1985)[14][15], Kunst- und Ausstellungshalle (1986)[16], Haus der Geschichte (1986)[17], Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (1987)[18], Bundesrat (1989)[19], Land- und Amtsgericht (1994)[20].

Pützer war Mitinitiator und begleitete als Stadtverordneter bauliche Projekte für den Bereich seines Wahlbezirks[21][22] so u. a. die Erweiterung der Schulbauten[23][24], den Ausbau der Rheinanlagen[25][26], den Ausbau des Bahnhofsvorplatzes[27], den Bau eines Schwimmbades[28][29], die Verbesserung der Verkehrsplanung[30][31], den Bau einer Vollbiologischen Kläranlage[32], das Werkstatttheater in der alten Jute-Spinnerei[33], Brotfabrik[34], das Theater der Jugend[35], Brückenforum[36] oder auch den Erhalt des Heimatmuseums[37].

1968–1993 war Pützer Vorsitzender der Turn- und Sportvereinigung Bonn rechtsrheinisch 1897/07, 1993–2007 Ehrenvorsitzender. Der Verein wuchs in dieser Zeit zu einem der größten Sportvereine der Region.[38] Seit 1978 ist Pützer Ehrensenator der Beueler Stadtsoldaten.[39]

Hintergründe und Wirksamkeit der ehrenamtlichen Tätigkeiten Pützers wurden auch hinterfragt.[40] Pützer dazu: „Ich stehe mit meiner ganzen Kraft zur Verfügung...nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern vielmehr mit Freude … jederzeit bereit … Verantwortung zu übernehmen“.[41]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Orden für Engagement in der Bonner Kommunalpolitik In: Bonner Rundschau vom 31. Mai 1996
  2. Bundesverdienstkreuz für Gerd Pützer In: General-Anzeiger vom 31. Mai 1996.
  3. Die ungenügende Hauptstadt. In: Die Zeit, Nr. 7 von 1967, abgerufen am 16. Oktober 2014.
  4. Für Beuel immer am Ball, Gerd Pützer- Kommunalpolitiker mit Engagement. In: Beueler Report von 1973.
  5. Bürgerservice in Beton, Beschlussvorsitzender Pützer berichtet. In: Schaufenster vom 16. April 1975
  6. Ampeln werden blindengerecht. In: General-Anzeiger vom 9. April 1988.
  7. Sonder-Taxis für Schwerbehinderte. In: General-Anzeiger vom 8. November 1974.
  8. Ein Beitrag für den Umweltschutz. In: Schaufenster vom 6. Januar 1983
  9. Umweltschutz ist so wichtig wie die Sicherung von Frieden und Freiheit. In: General-Anzeiger vom 12. Januar 1984
  10. Umweltschutz-Startsignal. In: Bonner Rundschau vom 12. Januar 1984.
  11. Nüsse und Äpfel in Bonner Parks. In: Bonn aktuell Oktober 1985.
  12. Noch 624 Tage bis zur Bundesgartenschau. In: Bonner Rundschau vom 12. August 1977.
  13. Wolfgang Hesse: Stationen, Steiniger Weg zum Bonner Sommer. Röhrscheidt, Bonn, S. 165.
  14. Realisierungswettbewerb Kunstmuseum Bonn In: Sitzungsprotokolle und Auslobungstext 1985, S. 6.
  15. Berliner sollen Bonner Kunstmuseum bauen. In: General-Anzeiger vom 18. März 1985.
  16. Ideenwettbewerb Kunst und Ausstellungshalle Bonn In: Sitzungsprotokolle und Auslobungstext, 1986, S. 6.
  17. Ideenwettbewerb Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn In: Sitzungsprotokolle 1987.
  18. Ideenwettbewerb Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit In: Sitzungsprotokolle 1987
  19. Ideenwettbewerb Bundesrat 1989 In: Sitzungsprotokolle und Auslobungstext, S. 6, 1989.
  20. Wettbewerb Land- und Amtsgericht In: Dokumentationen, Staatliches Bauamt Bonn I, Januar 1994, Bonn 1994.
  21. Hohe Investitionen der Stadt für Beuel. In: Bonner Rundschau vom 20. Februar 1979.
  22. Fleiß-Kärtchen für den Ausschuss. In: Bild vom 29. Dezember 1983
  23. Paul-Gerhardt-Schule, Langsam wird es eng, CDU Ratsherr Pützer bittet Stadt um Hilfe. In: Bonner Rundschau vom 3. April.1987
  24. Schulhöfe zum Spielen freigegeben. In: General-Anzeiger vom 8. Januar 1974.
  25. Vernachlässigt Bonn die rechte Rheinseite? In: Bonner Rundschau vom 25. November 1971.
  26. Schönheitskur fürs Rheinufer. In: Bonn Aktuell, September 1984.
  27. Bahnhofsvorplatz wird ausgebaut. In: General-Anzeiger vom 11. November 1970
  28. Freibad am Knippchen. In: General-Anzeiger vom 2. März 1972.
  29. Freibad Beuel. In: Bonner Rundschau vom 24. Juni 1974.
  30. Verkehrsprobleme in der Beueler City. In: Beueler Nachrichten vom 19. März 1971.
  31. 12 Millionen für Kanal und Strassen. In: General-Anzeiger vom 29. April 1971.
  32. Vollbiologische Kläranlage mit neuester Technologie. In: General-Anzeiger vom 9. Dezember 1982.
  33. Theater-Premiere in der alten Fabrik. In: Bonn Aktuell von August 1984.
  34. Freie Künstler sollen in Beuel Heimat finden. In: General-Anzeiger vom 16. September 1987.
  35. Pützer zog positive Bilanz. In: Bonner Rundschau vom 11. Juni.1985
  36. Eröffnung des Brücken-Centers. In: Bonner Rundschau vom 31. Oktober 1988.
  37. Beueler CDU im Heimatmuseum In: General-Anzeiger vom 16. Dezember 1988.
  38. Mitglieder-Boom beim TSV. In: Bonner Rundschau vom 14. Februar 1987.
  39. Zwei neue Ehrensenatoren. In: General Anzeiger vom 16. Oktober 1978.
  40. Ein Teufelskerl-Gerd Pützer und seine Aktivitäten. In: Schnüss, 1988.
  41. Vielbeschäftigter Kandidat. In: General-Anzeiger vom 26. Oktober 1988.
  42. Stadtälteste zu Gast beim Oberbürgermeister, In: bonn.de, vom 6. November 2012, abgerufen am 16. Oktober 2014.