Gerhard Fulda

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Gerhard Fulda (2018)

Gerhard Fulda (* 1939 in Hamburg) ist ein deutscher Jurist, ehemaliger Diplomat – zuletzt bis 2004 als Botschafter in Indonesien und Osttimor – und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fulda studierte Rechtswissenschaften in Hamburg und Freiburg und ab 1964 eineinhalb Jahre lang in Kairo. Dort bereitete er seine Promotion zum Dr. jur. mit einer 1969 veröffentlichten Dissertation über die durch Gamal Abdel Nasser betriebenen Sozialreformen in Ägypten vor.[1]

Diplomatische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970 begann Fulda seine Tätigkeit im Auswärtigen Amt. Insgesamt fünf Jahre war er als Diplomat in Marokko und Saudi-Arabien tätig. Von 1986 bis 1988 war er Leiter des politischen Referats und zugleich der Stellvertreter des Botschafters der deutschen Botschaft in Kairo. 1997 übernahm er als Vertreter Deutschlands turnusgemäß die Präsidentschaft in der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt und war Sprecher der europäischen Delegation bei den Verhandlungen über die internationale Raumstation. Mittlerweile im Rang eines Ministerialdirigenten wurde er 1999 für die staatliche Seite Mitglied des 44köpfigen Senats des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Botschafter war er von 2000 bis 2004 in Indonesien und von dort aus per Mehrfachakkreditierung als erster deutscher Botschafter von 2002 bis 2004 in Osttimor. 2004 wurde er wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt.

Engagement im Ruhestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Pensionierung betätigte sich der Orient- und Islam-Spezialist Fulda ab 2005 für einige Jahre als Händler für alte Kunst aus islamischen Ländern und betrieb dafür eine Galerie in Berlin, in der er auch Vorträge über islamische Ästhetik, Architektur, Keramik oder Kalligraphie hielt.[2][3]

Fulda ist einer von acht Vizepräsidenten der Deutsch-Arabischen Gesellschaft,[4] Mitglied des Beirats der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft,[5] sowie Mitgründer des Bündnisses zur Beendigung der israelischen Besatzung e. V.[1]

Mit Vorträgen sowie in Artikeln und Interviews bezog er wiederholt Stellung zum israelisch-palästinensischen Konflikt und kritisierte dabei Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür, dass diese sich 2008 in der Knesset zur historische Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels als Teil seiner Staatsräson bekannt habe.[6]

2011 gehörte er zu den Mitverfassern und Unterzeichnern eines offenen Briefs von 32 ehemaligen deutschen Botschaftern und Generalkonsuln an die damalige Bundesregierung, in dem sie um Unterstützung der Bemühungen der Palästinenser baten, bei den Vereinten Nationen als unabhängiger Staat Palästina anerkannt zu werden. Die Zustimmung bezeichneten sie darin als „ein Gebot der Menschlichkeit zur Beendigung einer unwürdigen Besatzungspolitik.“[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung (BIB): kurze Biografie von Gerhard Fulda, einem der Gründungsmitglieder
  2. Zeitzeuge der Nahost-Politik, Badische Zeitung vom 8. Juni 2011, abgerufen am 28. Mai 2018
  3. Michael Zajonz: Leben im Luxus, Der Tagesspiegel vom 7. November 2011, abgerufen am 28. Mai 2018
  4. Vereinsregisterblatt VR 24174 B des Amtsgerichts Charlottenburg
  5. Beirat, Webseite der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, abgerufen am 4. Juni 2018
  6. Gerhard Fulda: Völkerrecht oder Staatsräson in: zenith-Zeitschrift für den Orient, September/Oktober 2012 (inzwischen dort offline, jedoch auch im Webauftritt der DAG veröffentlicht: [1])
  7. "Ja zu Palästina in den UN": Appell ehemaliger Diplomaten an Merkel und Westerwelle, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Juli 2011, abgerufen am 28. Mai 2018
VorgängerAmtNachfolger
Heinrich SeemannDeutscher Botschafter in Indonesien
2000–2004
Joachim Broudré-Gröger
-Deutscher Botschafter in Osttimor
2002–2004
Joachim Broudré-Gröger