Geschwenda

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geschwenda
Geschwenda
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geschwenda hervorgehoben
Koordinaten: 50° 44′ N, 10° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Oberes Geratal
Höhe: 478 m ü. NHN
Fläche: 5,88 km2
Einwohner: 1979 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 337 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98716
Vorwahl: 036205
Kfz-Kennzeichen: IK, ARN, IL
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neue Sorge 1
98716 Geschwenda
Webpräsenz: www.geschwenda.de
Bürgermeister: Berg Heyer (FWG GS)
Lage der Gemeinde Geschwenda im Ilm-Kreis
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Über dieses Bild
Gemeindehaus
Dorfkirche

Geschwenda ist eine Gemeinde im Ilm-Kreis in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal mit Sitz im benachbarten Gräfenroda an und liegt nordwestlich von Ilmenau direkt an der Bundesautobahn 71 sowie der Bundesstraße 88. Im lokalen Dialekt wird der Ort verkürzend Schwäng genannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschwenda liegt am Nordhang des Thüringer Waldes in etwa 470 m Höhe. Der Ort wird vom Wirrbach, einem Nebenfluss der Zahmen Gera durchflossen. Westlich von Geschwenda liegt die Alte Burg, ein 635 Meter hoher Berg, nach dem ein 874 m langer Tunnel der A 71 benannt ist. Südlich liegt der unbewaldete, 496 m hohe Geschwendaer Berg. Nördlich befindet sich der ebenfalls unbewaldete, 524 m hohe Kammberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Liebenstein, Angelroda, Geraberg, Gräfenroda

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Dörrberg südwestlich von Geschwenda befand sich mit der Alteburg (auch Raubschloss genannt) ein Stützpunkt zur Kontrolle und Sicherung der Handelsstraße zwischen Geraberg und dem Thüringer Wald über den Pass Schmücke. Die Burg stammte aus dem 12. Jahrhundert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Gebäude und Mauern weitestgehend abgetragen.[2]

Der Ort wurde 1302 erstmals urkundlich in der Schreibweise Gyswende erwähnt. Damals schenkte Graf Günther von Käfernburg dem Abt von Hersfeld und erhielt ihn als Lehen zurück. Zu dieser Zeit lautete der Name noch "Gyswenda". Eine Deutung leitet diese Ortsbezeichnung von "schwenden" ab. Ein "Geschwende" ist ein durch Abbrennen des Gehölzes gewonnenes Stück Land – im Gegensatz zum Roden des Waldes. So zeigt das Ortswappen eine Tanne, aus deren Wurzeln Flammen schlagen.

Die Besitzer des Rittergutes waren seit alters her bis 1729 die Herren von Lichtenberg, von 1729 bis 1740 die Herren von Plassenberg, von 1740 bis 1760 der Herr von Röder, Fürstlicher Württembergischer Geheimrat, Burggraf und Erboberstallmeister. Sein Sohn verkaufte es 1760 an den Freiherrn von Belmont. Nach deren Aussterben gehörte der Ort von 1829 bis 1920 zum Schwarzburg-Sondershäuser Amt Arnstadt in der Oberherrschaft. Der Ort war eine schwarzburgische Exklave, da er vom übrigen schwarzburgischen Gebiet getrennt lag.

Geschwenda war 1887 mit 1259 Einwohnern das größte Dorf in der Schwarzburg-Sondershäuser Oberherrschaft. Von 1920 an gehörte es bis 1952 zum Landkreis Arnstadt, zwischen 1952 und 1994 zum Kreis Ilmenau und seit 1994 zum Ilm-Kreis. Geschwenda hat sich der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal mit Sitz in Gräfenroda angeschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Geschwenda besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der kommunalen Bürgermeister-Wahl am 6. Juni 2016, setzte sich Berg Heyer mit 57,1 % durch.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 3. November 1990 besteht ein Partnerschaftsvertrag mit der Gemeinde Diemelsee in Hessen. Weitere Partnerschaften bestehen seit dem 14. Oktober 2006 mit der südfranzösischen Gemeinde Belgentier und seit dem 11. November 2010 mit der südenglischen Gemeinde Ringmer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1743 schlug der neu erbaute Kirchturm auf die daneben stehende Schule auf und zerstörte das Schulgebäude. 1886 wurde ein neues Schulgebäude gegenüber der Kirche erbaut, in dem sich heute das Ärztehaus befindet. Bereits 1904 wurde wiederum eine neue Schule errichtet, diese erhielt in der Inflationszeit zu Beginn der 1920er-Jahre einen weiteren, vier Räume umfassenden Seitenflügel. Der Mangel an Klassenräumen wurde 1985 durch den Erweiterungsbau des Schulgebäudes mit weiteren sechs Unterrichtsräumen und dem Sanitärbereich behoben.

Im Rahmen einer Aktion des EU-Programms „SOKRATES“ bestehen Partnerschaften zwischen der heutigen Staatlichen Grundschule Geschwenda und Schulen in Belgien, Dänemark, Nordirland und England.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschwenda ist eine wirtschaftlich starke Gemeinde, die mit den Firmen KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH, der Stahl- und Förderanlagenbau GmbH, dem börsennotierten Unternehmen Geratherm, der Umweltsensortechnik GmbH und zahlreichen weiteren Firmen mehrere überregional tätige Firmen besitzt. Südlich des Ortes, direkt an der A71 liegt das Gewerbegebiet Geschwendas, in dem sich viele mittelständische Unternehmen angesiedelt haben.

Seit 2004 besitzt Geschwenda eine Ortsumgehung, auf der die B 88 IlmenauGotha verläuft. Dort befindet sich auch die 235 Meter lange, 40 Meter hohe Wirrbachtalbrücke. Ungefähr zwei Kilometer südlich liegt die A 71-Abfahrt Gräfenroda. Des Weiteren existiert noch eine Straße nach Angelroda. Einen Bahnanschluss hatte Geschwenda nie, der Haltepunkt Dörrberg an der Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen liegt jedoch nur etwa 1,5 km westlich des Ortes.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der ärmlichen Bodenerträge der Landwirtschaft wurde einst von Bauern aus den Nachbargemeinden der Spottvers: „In Geschwende hat das Brot ein Ende“ erdacht und in Umlauf gebracht. Mit der stürmischen Industrialisierung der letzten Jahre haben sich die Verhältnisse ins Gegenteil gewandelt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Archäologie und Historie von Geschwenda im Schwarzburgischen. Festschrift zur 700 Jahrfeier der Ersterwähnung. Thüringer Chronik-Verlag, H.E. Müllerott, Arnstadt 2002, S. 68.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 205/206.
  3. Hartmut Ellrich (et al.): Zwischen Hörsel und Wilder Gera. Wartburg-Verlag, Weimar 2005, ISBN 3-86160-167-2, S. 42.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geschwenda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien