Kunstmuseum Winterthur

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Rittmeyer & Furrer, 1916

Das Kunstmuseum Winterthur ist ein 1916 eröffnetes Kunstmuseum, das sich in Winterthur befindet. Es beherbergt Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und ist somit unter den Winterthurer Kunstsammlungen das Haus der Moderne.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kunstmuseum Winterthur befindet sich in der Trägerschaft des 1848 gegründeten Kunstvereines Winterthur, dem die Sammlung des Museums gehört. Der Verein wird von der Stadt Winterthur und dem Kanton Zürich subventioniert, basiert aber auch wesentlich auf privaten Beiträgen. Die Sammlung wird durch Ankäufe ständig erweitert. Ein grosser Teil der älteren Werke stammt aus Schenkungen und Legaten von Winterthurer Privatsammlungen, die auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Ihrem Engagement sind die reichhaltigen Bestände von französischer Kunst vom Impressionismus bis in das frühe 20. Jahrhundert zu verdanken. Das Museum wird unterstützt von dem 1913 gegründeten Galerieverein, später mit dem erweiterten Namen Freunde des Kunstmuseums Winterthur versehen, der regelmässig Ankäufe für die Sammlung tätigt. 2013 feierte der Galerieverein sein 100-jähriges Bestehen mit der Errichtung einer Skulptur des britischen Künstlers Richard Deacon neben dem Museumsgebäude.

Gigon & Guyer, 1995

Das Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kunstmuseum Winterthur liegt am Rande der Altstadt, im Zentrum der Stadt Winterthur (Museumsstrasse 52). Es wurde 1912–1915 nach Plänen des Architektenduos Robert Rittmeyer/Walter Furrer erbaut und 1995 durch einen Anbau der Architekten Annette Gigon und Mike Guyer erweitert. Darin werden die neueren Teile der Sammlung gezeigt, ebenso die Wechselausstellungen.

Die Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlungspräsentation wird eröffnet durch Gemälde von Claude Monet, Alfred Sisley, Vincent van Gogh, Odilon Redon, Pierre Bonnard, Edouard Vuillard, Félix Vallotton und Plastiken von Auguste Rodin, Medardo Rosso und Aristide Maillol. Auf Clara und Emil Friedrich-Jezler, die eine der frühen Schweizer Avantgardesammlungen aufbauten, geht die prominente Vertretung der klassischen Moderne zurück, mit Werken des Kubismus (Georges Braque, Juan Gris, Fernand Léger, Pablo Picasso), der Abstraktion und der konstruktiven Kunst (Robert Delaunay, Paul Klee, Hans Arp, Piet Mondrian). Die grossen Plastiker der Moderne – Constantin Brâncuși, Alexander Calder, Henri Laurens, Wilhelm Lehmbruck – haben hier ebenfalls ihren Platz. Die Nachkriegssammlung brilliert mit Alberto Giacometti und Giorgio Morandi. Besonderes Gewicht besitzt die internationale Gegenwartskunst mit Werkgruppen der amerikanischen Kunst – Ellsworth Kelly, Philip Guston, John Chamberlain, Eva Hesse, Agnes Martin, Robert Ryman, Robert Mangold, Brice Marden, Richard Tuttle – und der italienischen Kunst von Lucio Fontana und Piero Manzoni bis zur Arte PoveraLuciano Fabro, Jannis Kounellis, Mario Merz, Giulio Paolini, Giuseppe Penone. Von Gerhard Richter und Richard Hamilton ausgehend öffnet sich die Sammlung auf neue Tendenzen mit Werken von Isa Genzken, Thomas Schütte, Thomas Scheibitz, Pedro Cabrita Reis, Rita McBride. Teile der Sammlungsbestände aus der Zeit vor 1900 sind im Museum Oskar Reinhart ausgestellt.

Jährlich findet im Dezember eine Ausstellung der Künstlergruppe Winterthur im Museum statt.

Ausgestellte Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Momente. Henri Michaux.
  • 2015/16: Von Eugène Delacroix bis Giovanni Giacometti. Französische und schweizerische Zeichnungen aus der Sammlung
  • 2016: Hans Arp | William Tucker | Richard Tuttle καλλίρροος schön-fliessend | Matt Mullican – Nothing Should Exist | 100 Jahre Dezember-Ausstellung
  • 2016/2017: Ker-Xavier Roussel – L'après midi d'un faune
  • 2017: Joel Shapiro: Frühe und neue Skulpturen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bedeutende Maler Gerhard Richter bezeichnet das Museum als sein Lieblingsmuseum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Schwarz: Kunstmuseum Winterthur. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft/Stiftung BNP Paribas Schweiz, Zürich und Genf 2007 (=Museen der Schweiz).
  • Kunstmuseum Winterthur: Katalog der Gemälde und Skulpturen. Bände 1-3. Herausgegeben von Dieter Schwarz, Richter Verlag, Düsseldorf 2005–2011.
  • Von Edgar Degas bis Gerhard Richter: Arbeiten auf Papier aus der Sammlung des Kunstmuseums Winterthur. Herausgegeben von Dieter Schwarz, Richter Verlag, Düsseldorf 2000.
  • 100 Jahre Galerieverein, Freunde des Kunstmuseums Winterthur 1913–2013. Galerieverein, Freunde des Kunstmuseums Winterthur, Winterthur 2013.
  • Departement Kulturelles und Dienste der Stadt Winterthur, Silvio Schmed und Arthur Rüegg (Hg.): Museums- und Bibliotheksgebäude Winterthur. Erneuerung und Erweiterung. gta Verlag, Zürich ISBN 978-3-85676-288-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunstmuseum Winterthur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 30′ 6″ N, 8° 43′ 49″ O; CH1903: 697322 / 262021