Jonkowo

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Jonkowo
Wappen von Jonkowo
Jonkowo (Polen)
Jonkowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Olsztyn
Geographische Lage: 53° 50′ N, 20° 18′ OKoordinaten: 53° 49′ 32″ N, 20° 18′ 29″ O
Einwohner: 1894 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 11-042
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOL
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 28 Ortschaften
20 Schulzenämter
Fläche: 168,69 km²
Einwohner: 7402
(30. Jun. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 44 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2814072
Verwaltung
Bürgermeister: Wojciech Giecko
Adresse: ul. Klonowa 2
11-042 Jonkowo
Webpräsenz: www.jonkowo.pl



Jonkowo (deutsch Jonkendorf, älter Johnkendorf) ist ein Dorf und eine Gemeinde im Powiat Olsztyński (Allenstein) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jonkendorf (Johnkendf.) in Ostpreußen, nordwestlich von Allenstein und südöstlich von Elbing, auf einer Landkarte von 1908

Das Dorf liegt im Ermland im historischen Ostpreußen, etwa zwölf Kilometer nordwestlich von Allenstein (Olsztyn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche
Dorfpartie

Das Dorf wurde im Herrschaftsbereich des Deutschen Ordens gegründet. Im Jahr 1345 überließ der ermländische Bischof Hermann von Prag mit Zustimmung des Domkapitels dem Lokator Joneke ein Stück Land zur Gründung des Dorfs. Nach dem Zweiten Frieden von Thorn im Jahr 1466 kam Ermland bei der Zweiteilung des Deutschordensstaats Preußen als Fürstbistum Ermland zum autonomen Preußen Königlichen Anteils, das sich freiwillig der Oberhoheit der Krone Polens unterstellt hatte. Im Zuge der Wiedervereinigung von Ost- und Westpreußen 1772 kam Jonkendorf zum Königreich Preußen.

Jonkendorf gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Allenstein im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Jonkendorf gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Jonkendorf stimmten 620 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen 20 Stimmen.[3]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Jonkendorf im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde die Region im Sommer 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Jonkendorf die Ortsbezeichnung Jonkowo ein.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 286 [4]
1858 548 davon fünf Evangelische, 539 Katholiken und vier Juden[5]
1864 592 am 3. Dezember[6]
1871 600 [7]
1905 859 [8]
1933 827 [9]
1939 779 [9]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Jonkowo gehören 20 Ortsteile (deutsche Namen, amtlich bis 1945)[10] mit einem Schulzenamt (sołectwo):

  • Gamerki (Groß Gemmern)
  • Garzewko (Neu Garschen)
  • Giedajty (Gedaithen)
  • Godki (Gottken)
  • Gutkowo (Göttkendorf)
  • Jonkowo (Jonkendorf)
  • Kajny (Kainen)
  • Łomy (Steinberg)
  • Mątki (Mondtken)
  • Nowe Kawkowo (Neu Kockendorf)
  • Polejki (Polleiken)
  • Porbady (Neu Schöneberg)
  • Pupki (Pupkeim, 1938–1945 Tolnicken)
  • Stare Kawkowo (Alt Kockendorf)
  • Stękiny (Stenkienen)
  • Szałstry (Schaustern)
  • Warkały (Warkallen)
  • Węgajty (Wengaithen)
  • Wołowno (Windtken)
  • Wrzesina (Alt Schöneberg)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Bałąg (Ballingen), Bobry, Gamerki Małe (Klein Gemmern), Polejki Leśne, Szatanki (Schattens), Szelągowo (Schillings), Wilimowo (Wilhelmsthal) und Żurawno (Kaltfließ).

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badbergen in Niedersachsen ist Partnergemeinde von Jonkowo.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jonkowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 28. Mai 2017
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  3. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 69
  4. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 264, Ziffer 1169.
  5. Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 32, Ziffer 82.
  6. Preußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Königsberg: Berlin 1966, Kreis Allenstein, S. 10, Ziffer 68.
  7. Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 18–19, Ziffer 13.
  8. http://wiki-de.genealogy.net/Jonkendorf
  9. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. allenstein.html#ew33alstjonkendo. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Das Genealogische Orts-Verzeichnis
  11. Eintrag über die Partnergemeinden Badbergens auf der Homepage der Samtgemeinde Artland Aufgerufen am 4. Mai 2019, 9:57