Goethe-Schule Flensburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Goethe-Schule
Goethe Schule Flensburg 2015 HDR.jpg
Die Goethe-Schule mit ihrer Kuppel 2015
Schulform Gymnasium
Gründung Ende 19. Jh.
Adresse

Bismarckstraße 41

Ort 24943 Flensburg
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 54° 47′ 11″ N, 9° 26′ 34″ OKoordinaten: 54° 47′ 11″ N, 9° 26′ 34″ O
Träger Flensburg
Schüler 598 (Stand 2016/2017)[1]
Leitung Arnd Reinke
Website www.goethe.flensburg.de

Die Goethe-Schule Flensburg ist ein Gymnasium im Flensburger Stadtteil Jürgensby. Das Hauptgebäude der Schule, von 1914 bis 1919 errichtet und 1927 vollendet, entstand nach Plänen des Architekten Paul Ziegler, der sich für zahlreiche bedeutsame Gebäude der Stadt verantwortlich zeichnete.[2] Der Bau, ein Kulturdenkmal der Stadt, beherrscht den Osten der innerstädtischen Skyline Flensburgs.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer war eine 1884 gegründete Handelsschule, die mit einer 1875 gegründeten Landwirtschaftsschule zusammengelegt wurde. In den Jahren 1893–1894 begann mit der Einrichtung einer Obersekunda der Ausbau zu einer Oberrealschule. Für die Schule wurde 1896 neben dem Flensburger Kunstgewerbemuseum ein Gebäude errichtet, welches heute als Hans-Christiansen-Haus Bestandteil des Museumsbergs Flensburg ist.[4] Von 1914 bis 1918 erfolgte der Bau eines neuen Hauptgebäudes in der Bismarckstraße 41, das im Stil des Heimatschutzes mit barocken Stilelementen gehalten ist. Der von Beginn an geplante Südflügel wurde erst später, im Jahr 1927, hinzugefügt.

Anfang der 1930er-Jahre, nach Diskussionen über die Namensgebung des sich entwickelnden Gymnasiums, sprach sich das Kollegium der Schule für den Namen Todsen-Schule aus. Unter dem Bürgermeister Hermann Bendix Todsen hatte sich die Stadtfläche Flensburgs, durch Eingemeindungen am Ostufer der Förde, stark vergrößert. So wurde in seiner Zeit auch das „Rote Schloss“ der Marine mit Mürwik zusammen eingemeindet. Doch der nationalsozialistische Magistrat unter Wilhelm Sievers lehnte die Benennung nach dem Ehrenbürger Flensburgs ab und setzte 1933/1934 den Namen Adolf Hitler-Schule durch.[5][6] Damit gehörte die Schule zu einer ganzen Reihen von Bildungseinrichtungen, die nach der Machtergreifung entsprechend umbenannt wurden.[7] Besagte 1933 umbenannte Schulen gehörten damit jedoch nicht zu den Adolf-Hitler-Schulen, die ab 1937 als NS-Ausleseschulen entstanden.[8]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Umbenennung in Städtische Oberschule für Jungen und bekräftigte, womit nach der NS-Zeit das humanistische Fundament der Schule bekräftigt wurde. Zum 200-jährigen Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe, dem Goethe-Jahr 1949, engagierte sich die Schule tatkräftig bei den Flensburger Goethe-Festtagen. Als Dank für dieses Engagement beschloss der neue Magistrat der Stadt der Schule den neuen Namen Goethe-Schule zu verleihen.[9] Die Vergangenheitsbewältigung spielte offenbar auch noch später im Schulleben teilweise eine Rolle. Anfang 1956 hatte die Landesschülervertretung für Mittel- und Oberschulen beispielsweise zu einer Diskussion zum Thema 20. Juli 1944 in der Aula der Goethe-Schule geladen, bei der ein General, ein Historiker sowie ein Theologe sich dem Schülerpublikum stellten.[10]

Ab dem 6. April 1961 befand sich im selben Gebäude für kurze Zeit auch das „Neue Gymnasium“, das schon bald darauf am 24. April 1962 seine neuen Räumlichkeiten an der Tilsiter Straße bezog und sich in Fördegymnasium umbenannte.[11] 1992 begann die Goethe-Schule mit dem Fördegymnasium in den Schwerpunktkursen Biologie und Latein zu kooperieren.[12]

Die ursprüngliche Willy-Weber-Schule, das heutige Haus II. der Goethe-Schule

Das Nebengebäude Haus II., das gegenüber dem Hauptgebäude liegt entstand schon 1905–1907 nach Entwürfen von Otto Fielitz, dem Vorgänger von Paul Ziegler. Die ehemalige Willy-Weber-Schule diente ursprünglich als Volksschule.[13] Heute wird im besagten Schulgebäude Willi-Weber-Haus die 5. bis 8. Stufe der Goethe-Schule unterrichtet.[14][15] Das an das besagten Haus angebaute Kneipp-Haus, gehört, wie man auf Grund der Lage vermuten könnten, im Übrigen nicht zur Schule.

Geplant ist, von 2015 bis 2019 die Goethe-Schule für 6,5 Millionen Euro zu sanieren.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Liedke (1875–1896)
  • Carl Flebbe (1881–1912)
  • Wilhelm Lohmann (1912–1932)
  • Fritz Osterloh (1914–1922)
  • Wilhelm Swane (1922–1932)
  • Wilhelm Meyer (1932–1945)
  • Hans Brodersen, Direktor (1945–1947)
  • Hans-Herbert Stoldt (1947–1957)
  • Kurt Reiche (1958–1959)
  • Karl Momsen, Direktor (1959–1960)
  • Karl Kreutzer (1960–1969)
  • Herbert Bomsdorf (1969–1972)
  • Hans Wilhelm (1972)
  • Horst Ralf (1972–1990)
  • Herbert Harring Roos (1990)
  • Wolfgang Sperschneider (1991–2000)
  • Gisela Walter (2000–2013)
  • Arnd Reinke (2013-heute) [17]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Kraack, Lokalhistoriker
  • Uwe Lempelius (1931–2013), Künstler und Kunsthistoriker

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verzeichnis der allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein 2016/2017. (Nicht mehr online verfügbar.) Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Februar 2017, ehemals im Original; abgerufen am 6. Oktober 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik-nord.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  2. Flensburger Architektur: Ziegelsteine vermitteln Heimatgefühl Flensburger Tageblatt vom 24. August 2015, Abgerufen am 1. September 2015
  3. Broder Schwensen und Bernd Köster [Hrsg.]: Paul Ziegler - Magistratratsbaurat in Flensburg 1905–1939. Flensburg 1998, ISBN 3-925856-31-5. (= Kleine Reihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Band 29.)
  4. Goethe-Schule, Historie, abgerufen am: 27. März 2015
  5. Goethe-Schule, Historie, abgerufen am: 27. März 2015
  6. Landeshauptstadt Kiel, Wilhelm Sievers (1896-1966), abgerufen am: 27. März 2015
  7. (vgl. beispielsweise: die Martin-Luther-Schule in Marburg, das Werner-Heisenberg-Gymnasium in Heide, die Nordstadtschule in Pforzheim oder die Paul-Werner-Oberschule in Cottbus)
  8. Goethe-Schule, Historie (Memento vom 3. März 2015 im Internet Archive), abgerufen am: 27. März 2015
  9. Goethe-Schule, Historie (Memento vom 3. März 2015 im Internet Archive), abgerufen am: 27. März 2015
  10. Marion Gräfin Dönhoff in: Die Zeit: In Flensburg diskutieren Schüler den 20. Juli, vom: 15. März 1956; abgerufen am: 18. Juni 2018
  11. Flensburger Tageblatt: Eine Säule in der Schullandschaft, vom: 5. April 2011, abgerufen am: 27. März 2015
  12. Fördegymnasium Flensburg, Schulchronik, abgerufen am 8. März 2015
  13. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 508
  14. Goethe-Schule, Überblick (Memento vom 3. März 2015 im Internet Archive), abgerufen am 8. März 2015
  15. Belegungsplan Stand Goethe-Schule; Sporthalle Haus 2 (Willi-Weber-Haus): Kalenderwoche 29 / 2016, abgerufen am: 5. November 2017
  16. Holger Ohlsen: Flensburg: Die Goethe-Schule wird runderneuert. In: Flensburger Tageblatt. 28. Januar 2015, abgerufen am 6. April 2015.
  17. Vgl. Ehemalige Schulleiterin und Schulleiter (Memento vom 10. Januar 2015 im Internet Archive), abgerufen am: 26. März 2016
  18. Anja Christiansen: Tristesse ade: Flensburg wird bunt. In: Flensburger Tageblatt. 29. April 2011, abgerufen am 30. April 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Goethe-Schule (Flensburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien