Zentraler Omnibusbahnhof Flensburg

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ZOB Flensburg
ZOB Flensburg im Schnee (Flensburg 2012).JPG
Bussteig A des ZOBs im Winter 2012
Daten
Eröffnung 31. Dezember 1931
Lage
Stadt Flensburg
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 54° 47′ 9″ N, 9° 26′ 15″ OKoordinaten: 54° 47′ 9″ N, 9° 26′ 15″ O
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Der ZOB befindet sich unweit der Hafenspitze an der Flensburger Förde (Foto: April 2012)
Der Flensburger ZOB bei Nacht, 2015.

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) Flensburg (Petuh: (s)zum ollen Bahnhof)[1] ist der drittgrößte in Schleswig-Holstein. Er ist die zentrale Haltestelle für den Nah- und Fernbusverkehr von und nach Flensburg. Dort halten die Linien der Aktivbus Flensburg, Autokraft, Gorzelniaski Omnibusbetrieb/Fördebus und Hansen-Borg. Der ZOB Flensburg war 1931 der erste Busbahnhof Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten in der Flensburger Innenstadt, am Platz des alten Staatsbahnhofs von 1884 entstand auf Initiative des Stadtverordneten Jacob Clausen Möller[2] Deutschlands erster Autobus-Bahnhof, der am 31. Dezember 1931 eingeweiht wurde. Nach seiner Eröffnung gab der Volksmund ihm den Namen Gummibahnhof. Zuvor befand sich der Ankunfts- und Abfahrtspunkt für Buslinien in der Roten Straße, eine Gasse, die sich mit der Zeit als zu klein für die größer werdenden Fahrzeuge erwies. Während der neue Flensburger Bahnhof an seine heutige Stelle am Mühlenteich verlegt worden war, entwickelte sich aber der neue Zentrale Omnibusbahnhof dank seiner zentralen Lage nah am Flensburger Hafen zum neuen Verkehrsknotenpunkt der Stadt, an dem der Überlandverkehr mit Passagieren und Fracht abgewickelt werden konnte.

Nach einer Vergrößerung des ZOBs 1951 wurde 1955 ein neues Bahnhofsgebäude nach Entwürfen des Architekten Georg Rieve gebaut. Der Frachtverkehr der Bahnstrecke wurde 1975 eingestellt. Ein grundlegender Umbau und eine Sanierung des Omnibusbahnhofes erfolgte 1997/98. Das markante ZOB-Gebäude, von den Flensburgern, scherzhaft UFO genannt, wurde dabei abgerissen, was teilweise bis heute noch von den Einwohnern der Stadt bedauert wird. Ein architektonisch ähnliches Gebäude aus den 1950er Jahren existiert heute noch mit dem Kneipp-Haus im Stadtteil Jürgensby.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 wurden über 725.000 Fahrgäste gezählt, im Jahr 1981 nutzten nach der Einstellung der Flensburger Straßenbahnlinien über zwölf Millionen Fahrgäste den ZOB.[3] Laut Statistik von 1998 war der ZOB an normalen Wochentagen Drehscheibe für 26.000 Fahrgäste und 1.000 Busse.

Umliegende Bebauung und weitere Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der ZOB-Kiosk hat seinen Platz auf den Bussteigen B und C.
  • Die Straße Süderhofenden auf der Ostseite vom ZOB geht einher mit der Bundesstraße 199
  • Flensburger Hafenbahn östlich vom ZOB. Durch das Mauseloch, einen Fußgängertunnel unter dem Bahndamm, gelangt man ins Johannisviertel. Dort informiert eine Tafel über die Geschichte des ZOB, dessen Standort ursprünglich direkt am Bahndamm lag.
  • Flensburger Hafen mit seinen Bootsanlegern, nordöstlich vom ZOB. Die Hafenspitze markiert den Beginn der Flensburger Förde.
  • UCI Kinowelt, das größte Kino der Stadt liegt wie die restliche Bebauung westlich des ZOB.
  • Ibis budget Flensburg City und das Hotel „Alte Post“ sind zwei Hotels mit direkter Lage zum ZOB.
  • Casino Flensburg, eine Spielbank
  • Europa-Haus, ein Geschäftshaus mit Ladenlokal (Imbisslokal) im Erdgeschoss. Bis 1992 beherbergte das Gebäude das Bahnhofshotel/Hotel Europa, in dem zahlreiche Berühmtheiten abstiegen.
  • Das Kaufhaus Karstadt, über das man zum Holm, der Haupteinkaufsstraße Flensburgs gelangen kann, wenn man nicht den Weg über die Nikolaistraße oder die Rathausstraße wählt.
  • Holm-Passage, eine Passage mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten, führt ebenfalls zum Holm.
  • Ein Bäcker sowie eine Filiale von Subway bieten den Wartenden am ZOB unter anderem Fastfood-Gelegenheiten

Nebenknotenpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ZOB blieb nicht der einzige Verkehrsknotenpunkt in Flensburg. Mit dem Twedter Plack entstand in den 1960er-Jahren ein wichtiger Nebenknotenpunkt auf der Ostseite der Stadt und an Ecke Angelburger Straße/Südermarkt, dem Hafermarkt sowie dem Burgplatz existieren weitere, wichtige Nebenknotenpunkte des Busverkehrs.

Überlegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Überlegungen – angeregt unter anderem durch den Fahrgastverband Pro Bahn[4] – an der Flensburger Hafenbahn einen neuen Personenbahnhof auf Höhe des ZOB zu errichten. Die zentrale Lage beim ZOB wird bei diesen Vorschlägen als Vorteil betrachtet und vermutet, dass dadurch die Fahrgastzahlen erhöht werden könnten.[5] 2015 wurde ein Gutachten zur möglichen weiteren Entwicklung des Bahnverkehrs in Flensburg veröffentlicht, das verschiedene eingereichte Optionen der Stadt genauer betrachtete. Von vier realisierbaren Planfällen enthielt einer die Kombination aus einem großen Neubau eines Fernbahnhofs in Weiche und einer kleineren Station am ZOB.[6][7] Im November 2016 fiel die Entscheidung für den Verbleib des Bahnhofs an seinem heutigen Standort. Die Ratsmehrheit der Stadt Flensburg entschied, einen schon länger diskutierten Radweg auf der Bahntrasse realisieren zu wollen.[8] Dem Ansinnen der Stadt Flensburg, die Strecke Ende 2018 zu entwidmen, verweigerte das Land Schleswig-Holstein vorerst seine Zustimmung.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zentraler Omnibusbahnhof Flensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. W. L. Christiansen: Petuh ABC. 1. Auflage. Mohland Verlag, Goldebek 2003, ISBN 3-936120-46-3, S. 92.
  2. Dieter Pust: Könige, Bürgermeister und Präsidenten in Flensburg. Biographische Skizzen. Hrsg.: Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (= Kleine Reihe. Heft 15). 1. Auflage. Flensburg 1987, ISBN 3-925856-04-8, Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller (1945–1950), S. 230–232.
  3. ZOB. In: Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Abgerufen am 3. Mai 2018.
  4. J. Schulz: Pro Bahn-Konzept für Bahnverkehr um Flensburg. In: nah.sh. Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein, 24. Februar 2011, abgerufen am 2. Mai 2018.
  5. Gerhard Nowc: Schlechte Nutzerquote: Wer fährt in Flensburg denn noch mit der Bahn? In: Flensburger Tageblatt. 22. Dezember 2016, abgerufen am 2. Mai 2018.
  6. Gutachten zur zukünftigen Bahnstruktur Flensburg, vom: 11. Dezember 2015; abgerufen am: 3. Mai 2018
  7. Gertz Gutsche Rümenapp: Zukünftige Bahnstruktur in Flensburg. Stadt Flensburg, 25. September 2015, abgerufen am 2. Mai 2018 (PDF; 2,3 MB).
  8. Joachim Pohl: Flensburg: Mehrheit setzt auf bestehenden Bahnhof. In: Flensburger Tageblatt. 18. November 2016, abgerufen am 2. Mai 2018.
  9. Gerhard Nowc: Bahnnetz Flensburg: Kein Radweg – die Gleise bleiben. In: Flensburger Tageblatt. 11. April 2018, abgerufen am 2. Mai 2018.