Goworowo (Kaliningrad)

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Siedlung
Goworowo
Blausden (Blauden)

Говорово
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Neman
Frühere Namen Blausden (bis 1938),
Blauden (1938–1946)
Bevölkerung 54 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 48 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40162
Postleitzahl 238724
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 221 813 004
Geographische Lage
Koordinaten 55° 1′ N, 21° 50′ OKoordinaten: 55° 1′ 29″ N, 21° 50′ 13″ O
Goworowo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Goworowo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Goworowo (russisch Говорово, deutsch Blausden, 1938 bis 1945 Blauden, litauisch Blauzdai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goworowo liegt sieben Kilometer südlich der Stadt Tilsit an der russischen Fernstraße A 216 (einstige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77). Die Siedlung zieht sich in die westliche Richtung bis an die Gemeindegrenze hin, die hier auch Grenze des ehemals Schilleningker Wald genannten Forstgebietes ist. Die nächste Bahnstation ist Barsukowka (Bartukeiten, 1938 bis 1946 Bartenhöh) – bis 1945 hieß sie Pamletten – an der zurzeit nicht betriebenen Bahnstrecke Tschernjachowsk–Sowetsk (Insterburg–Tilsit).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kleine ehemals Blausden genannte Gutsdorf[2] wurde am 26. März 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Sandfluß[3] (der Ort hieß ab 1931: Lindental heute russisch: Prigorodnoje) eingegliedert. Er gehörte zum Kreis Niederung im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 waren im Gutsbezirk Blausden 87 Einwohner gemeldet.[4]

Bei den Änderungen der Kreisgrenzen wurde Blausden am 1. Juli 1922 aus dem Kreis Niederung in den neu formierten Landkreis Tilsit-Ragnit umgegliedert und am 21. Oktober des gleichen Jahres in den Amtsbezirk Schilleningken[5] (ab 1939: „Amtsbezirk Hegehof“) integriert. Am 30. September 1928 schließlich verlor Blausden seine Eigenständigkeit, als sich das Dorf mit den Nachbarorten (Adlig) Schilleningken (ab 1938: Hegehof, russisch: Salessje) und Pauperischken (beide Orte existieren nicht mehr) zur neuen Landgemeinde Schilleningken zusammenschloss. Am 3. Juni 1938 erfuhr Blausden seine Umbenennung in „Blauden“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Blausden im Jahr 1950 dann in Goworowo umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Nowokolchosnenski selski Sowet im Rajon Sowetsk eingeordnet.[6] Von 2008 bis 2016 gehörte Dubrawino zur Landgemeinde Schilinskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Neman.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung war Blausden (Blauden) bis 1945 in das Kirchspiel der Kirche Neu Argeningken (der Ort hieß ab 1938: Argenbrück, heute russisch: Nowokolchosnoje) eingepfarrt. Sie war Teil der Diözese Tilsit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Goworowo im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Slawsk (Heinrichswalde), die zur Propstei Kaliningrad[7] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Blauden
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Sandfluß/Lindental
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Niederung
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Schilleningken/Hegehof
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info