Gudkowo (Kaliningrad)

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Siedlung
Gudkowo
Gudgallen (Großfelde), auch Jonienen (Tilsenau)

Гудково
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Neman
Frühere Namen I: Gudgallen (bis 1938),
Großfelde (bis 1946)

II: Johnienen (nach 1785),
Jonienen (bis 1938),
Tilsenau (bis 1946),
Otwaschnoje (vor 2005)
Bevölkerung 87 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 30 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40162
Postleitzahl 238720
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 221 816 002
Geographische Lage
Koordinaten 55° 0′ N, 22° 1′ OKoordinaten: 55° 0′ 19″ N, 22° 0′ 38″ O
Gudkowo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Gudkowo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Gudkowo (russisch Гудково, deutsch Gudgallen, 1938 bis 1946 Großfelde, auch: Jonienen, 1938 bis 1946 Tilsenau, litauisch Gudgaliai, auch: Jonynai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er besteht aus zwei ehemals eigenständigen Orten und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gudkowo mit seinen beiden auseinander liegenden Ortsteilen liegt fünf Kilometer südlich der Kreisstadt Neman (Ragnit) an einer Nebenstraße (27K-073), die Neman mit Schilino (Szillen, 1936 bis 1946 Schillen) verbindet. Vor 1945 war der heute östliche Ortsteil Gudgallen (Großfelde) Bahnstation an der jetzt nicht mehr vorhandenen Bahnstrecke Kraupischken (Breitenstein)–Ragnit der Insterburger Kleinbahnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gudgallen (Großfelde)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heute östliche Ortsteil mit dem einstigen Namen Gudgallen[2] war als Vorwerk angelegt. Im Jahre 1874 kam der Ort mit seinen seinerzeit drei Teilen zum neugebildeten Amtsbezirk Kindschen[3] (ab 1931 „Amtsbezirk Groß Kindschen“, der Ort heißt heute russisch: Iskra), der bis 1945 zum Kreis Ragnit (ab 1922 „Landkreis Tilsit-Ragnit“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 lebten im Gutsbezirk Gudgallen 64, im Dorf Gudgallen 78 und im Gutsbezirk Gudgallen Remontedepot 94 Menschen.[4] Bis 1928 vereinigten sich die drei Ortschaften miteinander zur Landgemeinde Gudgallen, die 1933 zusammen 124 und 1939 noch 98 Einwohner zählte.[5] Am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 wurde Gudgallen in „Großfelde“ umbenannt und kam 1945 in Kriegsfolge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.

Jonienen (Tilsenau) / Otwaschnoje[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der westliche Ortsteil mit ehemaligem Namen Jonienen[6] liegt am Flüsschen Tilse (heute russisch: Tylscha), worauf 1938 bei der Umbenennung in „Tilsenau“ Bezug genommen wurde. Wie Gudgallen wurde Jonienen 1874 ein Teil des Amtsbezirks Kindschen[3] (ab 1931: „Amtsbezirk Groß Kindschen“, der Ort heißt heute russisch: Iskra) im Kreis Ragnit (ab 1922 „Landkreis Tilsit-Ragnit“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

In Jonienen waren 1910 128 Einwohner registriert.[4] Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 254 und belief sich 1939 auf 200.[5] Unter dem seit 1938 geltenden Ortsnamen „Tilsenau“ kam das Dorf dann 1945 wie alle nordostpreußische Orte zur Sowjetunion. Im Jahr 1950 wurde der Ort in Otwaschnoje umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Petrowski im Rajon Sowetsk eingeordnet.[7]

Gudkowo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1950 wurde Gudgallen in Gudkowo umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Petrowski im Rajon Sowetsk eingeordnet.[7] Von 1959 bis 1968 war der Ort Sitz eines eigenen Dorfsowjets. Vor 1976 gelangte der Ort in den Dorfsowjet Rakitinski und wurde der Ort Otwaschnoje an Gudkowo angeschlossen.[8] Von 2008 bis 2016 gehörte der Ort zur städtischen Gemeinde Nemanskoje und seither zum Stadtkreis Neman.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der beiden Dörfer Gudgallen und Jonienen (resp. Großfelde und Tilsenau) war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Damit waren sie in das Kirchspiel Ragnit eingepfarrt, das zur Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Gudkowo im weitflächigen Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad[9] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Großfelde
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Kindschen/Groß Kindschen
  4. a b Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Ragnit
  5. a b Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Tilsit-Ragnit
  6. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Tilsenau
  7. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
  8. Gemäß dem Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976.
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info