Gröfaz

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Gröfaz (auch in der Schreibweise GröFaZ) ist ein als Spottname gebrauchtes Akronym für „Größter Feldherr aller Zeiten“ und bezeichnete Adolf Hitler.

Der Ausdruck verbreitete sich erst ab 1943 nach der Schlacht bei Stalingrad. Er könnte an eine Formulierung in der Langform angeknüpft haben, die von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unter dem Eindruck des Westfeldzuges und der Eroberung der Benelux-Staaten und Nordfrankreichs geprägt worden war:

„Mein Führer, Sie sind der größte Feldherr aller Zeiten.“

Wilhelm Keitel[1]

Die Abkürzung „Gröfaz“, die nicht auf Keitel zurückgeht, sollte Hitler und die Vorliebe der Nationalsozialisten für Abkürzungen verulken.[2] Die Abkürzung wurde von Hitlers kommandierenden Generälen lange vor dem Ende des Krieges mit Galgenhumor und in ironischer Absicht verwendet.[3] Tatsächlich sollte laut Presseanweisung von 1942 der Titel „Führer und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht“ zu Gunsten des Begriffs „der Führer“ vermieden werden. Hitlers Beiname Führer erfuhr durch seine „Verwendung in quasireligiösen Kontexten eine pathetische Überhöhung.“[4]

Daneben findet sich seit Mitte der 1960er Jahre in journalistischen und populären Werken gelegentlich die Auflösung des Akronyms als „größter Führer aller Zeiten“.[5]

Die PARTEI, eine als Satire gegründete deutsche Partei, nutzt den Titel in der abgewandelten Form "GröVaZ" als Größter Vorsitzender aller Zeiten für ihren Vorsitzenden Martin Sonneborn.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gordon A. Craig: Germany 1866–1945 (= Oxford History of Modern Europe), Oxford University Press, ISBN 0-195-02724-8.
  2. Paul Watzlawick, The Language of Change. Elements of Therapeutic Communication, W. W. Norton & Company, ISBN 978-0-39331-020-7.
  3. Gordon Craig, Karl Heinz Siber, Deutsche Geschichte 1866–1945 vom Norddeutschen Bund bis zum Ende des Dritten Reiches, C.H. Beck, 2. Aufl. 1980, ISBN 3-406-07815-X, S. 628.
  4. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, 2. Aufl. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 243-244.
  5. Siehe z. B. in Max Vandrey, Der politische Witz im Dritten Reich, Goldmann, München 1967 (Gelbe Taschenbücher 1805), S. 151.