Grebenau (Guxhagen)

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Grebenau
Gemeinde Guxhagen
Koordinaten: 51° 11′ 36″ N, 9° 29′ 36″ O
Höhe: 164 m ü. NHN
Fläche: 1,16 km²[1]
Einwohner: 263 (30. Jun. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1971
Postleitzahl: 34302
Vorwahl: 05665

Grebenau ist ein Ortsteil der Gemeinde Guxhagen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebenau liegt im unteren Tal der das Dorf nördlich im Rahmen einer Flussschleife umfließenden Fulda, an die sich flussabwärts beim nahen Büchenwerra eine weitere Fuldaschleife anschließt; beide Male ändert der Fluss seine Fließrichtung um jeweils etwa 180 Grad. Der Ort befindet sich zwischen dem Guxhagener Kernort (jenseits der Flussschleife) im Nordwesten, Albshausen im Osten, Körle im Südosten (alle jenseits der Fulda), Wagenfurth (diesseits der Fulda) im Südsüdosten und Büchenwerra (jenseits der Fulda) im Südsüdwesten. In Richtung Süden leitet die Umlauferhebung der Fuldaschleife mit einer 190,8 m hohen Stelle, die etwas südlich des Dorfs liegt, über ein Gebiet mit Wochenendhäusern und vorbei am Schleifsteinskopf (305,4 m) zum Quillerkopf (ca. 345 m) über.

Die Gemarkung Grebenau hat eine Größe von etwa 116 Hektar, davon sind drei Hektar Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche St. Lullus

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Grebenau erfolgte unter dem Namen Grabenouua im Jahr 1057 in einer Urkunde der Reichsabtei Hersfeld. Eine mit dem Jahr 786 datierte Urkunde stellte sich als Fälschung heraus. Dort wird sie Schenkung Kaiser Karls des Großen von Dorf und Kirche an das Kloster Hersfeld beurkundet. Der Mönch Bruno stellt im Jahr 1057 fest, dass die Urkunde gefälscht ist. Im Jahr 1057 sind Kirche und Dorf Grebenau Eigentum des Klosters Hersfeld.[1]

Die Schule in Grebenau reicht bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurück und stand unmittelbar am Kirchhof. 1864 wurde durch Tausch das Schulgebäude angeschafft, das dann bis 1975 gestanden hat, ehe es abgerissen und an gleicher Stelle ein Feuerwehrhaus erbaut wurde. Ein denkwürdiges Ereignis für den Ort war der Bau einer Brücke über die Fulda im Jahre 1907.

Zum 1. März 1971 wurde die die bis dahin selbständige Gemeinde Grebenau im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Ortsteil der Gemeinde Guxhagen eingegliedert.[3][4] Für Grebenau wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Staaten, in denen Grebenau lag, und deren Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Grebenau 276 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 114 zwischen 18 und 49, 54 zwischen 50 und 64 und 63 Einwohner waren älter.[9] Die Einwohner lebten in 126 Haushalten. Davon waren 30 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 27 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 75 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1585: 16 Haushaltungen[1]
  • 1747: 19 Haushaltungen[1]
Grebenau: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018
Jahr  Einwohner
1834
  
148
1840
  
165
1846
  
194
1852
  
147
1858
  
150
1864
  
145
1871
  
150
1875
  
136
1885
  
145
1895
  
140
1905
  
141
1910
  
136
1925
  
142
1939
  
157
1946
  
254
1950
  
250
1956
  
204
1961
  
184
1967
  
207
1980
  
?
1990
  
?
1996
  
276
2002
  
290
2006
  
284
2010
  
283
2011
  
276
2018
  
263
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Stadt Spangenberg:[10]; Zensus 2011[9]

Historische Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1885: 145 evangelische (= 100 %) Einwohner[1]
• 1961: 165 evangelische (= 89,67 %), 16 katholische (= 8,70 %) Einwohner[1]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Vereine im Ort:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich von Grebenau zweigt jenseits der Fulda von der Bundesstraße 83 die Kreisstraße 147 ab, die nach Überbrücken des Flusses durch das Dorf und danach in Richtung Süden nach und dann durch Wagenfurth führt. Die Ortschaft liegt am Fulda-Radweg (Hessischer Radfernweg R1) und am Fulda-Weser-Radweg, die zwischen den beiden Fuldaschleifen und damit zwischen Grebenau und Büchenwerra seit 1999 über eine Rad- und Fußwegbrücke führen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Grebenau, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 26. Juni 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Grebenau. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Gemeinde Guxhagen, archiviert vom Original am 28. Oktober 2020; abgerufen im Oktober 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/guxhagen.de
  3. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 3. März 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 12, S. 474, Punkt 535, Abs. 3 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,0 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 405.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 97 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Guxhagen, abgerufen im Oktober 2020.
  6. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  7. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 39 f. (MDZ Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10021517~SZ%3D247~doppelseitig%3D~LT%3DMDZ%20Digitalisat~PUR%3D).
  8. Trennung von Justiz (Justizamt Melsungen) und Verwaltung 1822: Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 72.
  9. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 90, archiviert vom Original am 5. Dezember 2020;.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de
  10. Einwohnerzahlen der Gemeinde Guxhagen (aus Webarchiv): 1996, 2002, 2006, 2010, 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grebenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien