Groß Schacksdorf

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Groß Schacksdorf
Wappen von Groß Schacksdorf
Koordinaten: 51° 41′ 17″ N, 14° 38′ 1″ O
Höhe: 86 m ü. NHN
Fläche: 16,46 km²
Einwohner: 358 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 03149
Vorwahl: 035695
Groß Schacksdorf (Brandenburg)
Groß Schacksdorf

Lage von Groß Schacksdorf in Brandenburg

Dorfkirche Groß Schacksdorf
Ehemaliges Schulgebäude

Groß Schacksdorf (niedersorbisch Tšěšojce) ist ein Ortsteil der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Bis zur Zusammenlegung mit der Gemeinde Simmersdorf am 31. Dezember 2001 war Groß Schacksdorf eine eigenständige Gemeinde, die vom Amt Hornow/Simmersdorf verwaltet wurde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Schacksdorf liegt in der Niederlausitz etwa vier Kilometer südlich von Forst (Lausitz). Umliegende Ortschaften sind Forst mit dem Gemeindeteil Domsdorf im Norden, die Forster Ortsteile Groß Bademeusel im Osten und Klein Bademeusel im Südosten, die zur Gemeinde Neiße-Malxetal gehörenden Ortsteile Raden und Preschen im Süden und Jocksdorf im Südwesten sowie Simmersdorf im Westen.

Die Bundesstraße 115 von Forst nach Görlitz verläuft etwa einen Kilometer westlich des Ortes. Im nordöstlichen Teil der Gemarkung von Groß Schacksdorf verläuft die Bundesautobahn 15 (Dreieck Spreewald–Grenzübergang Forst/Olszyna). Die Anschlussstelle Forst ist etwa zwei Kilometer entfernt. Zu Groß Schacksdorf gehört der Gemeindeteil Waldsiedlung. Die Malxe bildet die Ortsgrenze zwischen Groß Schacksdorf und Simmersdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Schacksdorf wurde erstmals 1346 in den Meißner Bistumsartikeln als „Czechsdorff“ urkundlich belegt. Der Ortsname leitet sich von dem sorbischen Vornamen „Tschech“ ab. Der Namenszusatz „Groß“ diente zur Unterscheidung zum heute in Polen liegenden Strzeszowice, dessen deutscher Ortsname „Tzschacksdorf“ lautet.[2]

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Dorfkirche von Groß Schacksdorf, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde, zerstört. Zwischen 1719 und 1721 erfolgte der Neuaufbau auf den Grundmauern der alten Kirche. Die neue Dorfkirche wurde während des Zweiten Weltkrieges wiederum stark beschädigt. 1953 wurde die Kirche wieder weitgehend in Stand gesetzt. Zwischen 1982 und 1989 wurde die inzwischen baufällige Kirche wieder saniert.

Das Gutshaus in Groß Schacksdorf wurde im 18. Jahrhundert als zweigeschossiger Putzbau mit einem Walmdach errichtet. Gegenüber dem Gutshaus befindet sich ein Raubrittertor mit drei Trophäen, die Kopien der Originalen des Tores vom Gutshof in Klinge sind. Die Schule wurde zwischen 1903 und 1905 errichtet. In dem roten Backsteinbau fand bis 1952 Schulunterricht statt. 2009 erfolgte eine umfangreiche Renovierung.

Zu Groß Schacksdorf gehört der Gemeindeteil Waldsiedlung. Diese Plattenbausiedlung wurde 1954 als Wohnzone für den naheliegenden Flugplatz Preschen südöstlich von Groß Schacksdorf errichtet und gehört jeher zu Groß Schacksdorf. Bis 2012 hieß die Siedlung Groß Schacksdorf-Ost.[3] Die Waldsiedlung hat 456 Einwohner (Stand: 30. Juni 2017).

Nach dem Wiener Kongress kam das vormals zum Königreich Sachsen gehörige Groß Schacksdorf an das Königreich Preußen und lag im Amtsbezirk Simmersdorf im Landkreis Sorau (Lausitz). Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Kreis Forst im Bezirk Cottbus zugeordnet. Nach der Wende lag Groß Schacksdorf im Landkreis Forst in Brandenburg. Am 20. Oktober 1992 schloss die Gemeinde sich dem Amt Hornow/Simmersdorf an. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam Groß Schacksdorf schließlich zum neu gebildeten Landkreis Spree-Neiße. Am 31. Dezember 2001 schloss sich Groß Schacksdorf mit der benachbarten Gemeinde Simmersdorf zu der neuen Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf zusammen. Am 13. Februar 2003 wurde das Amt Hornow/Simmersdorf aufgelöst und Groß Schacksdorf in das Amt Döbern-Land umgegliedert.[4]

Bis zum 18. Oktober 1937 hieß der Ort Groß Tzschacksdorf, dann wurde er im Zuge der Germanisierung zur Zeit des Nationalsozialismus umbenannt. Der neue Ortsname wurde danach beibehalten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Groß Schacksdorf von 1875 bis 2000[5]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 562 1939 464 1981 1.343
1890 486 1946 567 1985 1.327
1910 513 1950 571 1989 1.378
1925 489 1964 1.300 1995 1.221
1933 471 1971 1.287 2000 1.153

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Groß Schacksdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fakten und Zahlen. In: amt-doebern-land.de. Amt Döbern-Land, abgerufen am 25. März 2020.
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 149.
  3. Herzlich willkommen im Amt Döbern-Land. (PDF; 699 KB) Simmersdorf. Amt Döbern-Land, Juni 2015, abgerufen am 20. August 2017.
  4. Groß Schacksdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 20. August 2017.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Spree-Neiße. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 20. August 2017.