Gudula Walterskirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gudula Walterskirchen (* 18. September 1967[1][2] in St. Pölten[3] als Gudula Schrittwieser) ist eine österreichische Historikerin, Autorin und Zeitungsherausgeberin.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gudula Schrittwieser geboren, wuchs sie mit ihren sechs Geschwistern in St. Pölten auf. Gudulas Mutter war Präsidentin des Katholischen Familienverbandes Österreichs, ihr Vater leitete das Familienreferat der Diözese St. Pölten.[5] Sie maturierte 1986 am Mary Ward Privatgymnasium und Oberstufenrealgymnasium. Anschließend studierte sie Geschichte und Kunstgeschichte in Graz und an der Universität Wien, 2000 promovierte sie in Wien mit einer Dissertation zum Thema Adel in Österreich im 20. Jahrhundert: privates und öffentliches Leben, Berufswahl, wirtschaftliche Aktivitäten und politische Rolle.[6] Die Dissertation bildete die Grundlage für ihr erstes Buch Der verborgene Stand: Adel in Österreich heute. Von 2000 bis 2005 war sie als Redakteurin für die Tageszeitung Die Presse tätig, davon leitete sie zwei Jahre lang das Büro in Sankt Pölten. Seit 2005 arbeitet sie als freie Journalistin und Buchautorin, so schreibt sie etwa seit 2014 Beiträge für die Kolumne Quergeschrieben für Die Presse[7] sowie für das Branchenmagazin Der Österreichische Journalist.[8][3]

2017 folgte Walterskirchen (geb. Schrittwieser) als Herausgeberin der Niederösterreichischen Nachrichten und der Burgenländischen Volkszeitung dem verstorbenen Bischofsvikar Prälaten Franz Schrittwieser nach.[9][10]

Tätigkeit als Historikerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walterskirchen ist auch die Autorin mehrerer historischer Bücher, mit Schwerpunkt auf der Zwischenkriegszeit bzw. dem Ständestaat. Sie kritisiert in Werken wie Engelbert Dollfuß: Arbeitermörder oder Heldenkanzler oder Die blinden Flecken der Geschichte: Österreich 1927–1938 die in der österreichischen Öffentlichkeit übliche Darstellung dieser Zeit, die ihrer Ansicht nach hauptsächlich der Geschichtsauffassung und dem Diskurs der SPÖ folge, etwa in der Beurteilung von historischen Gestalten wie Engelbert Dollfuß oder Ernst Rüdiger Starhemberg. Ihre Bücher erhielten auch im benachbarten Ausland journalistische Aufmerksamkeit.[11][12] Während die Wiener Zeitung ihr Buch Blaues Blut für Österreich über österreichische Adelige im Widerstand gegen den Nationalsozialismus positiv rezensierte,[13] fanden ihre Thesen unter Historikern wenig Beachtung. Auf der deutschsprachigen Fachrezensionsplattform H-Soz-u-kult findet sich lediglich eine sehr kritische Rezension, die dem Buch Die blinden Flecken der Geschichte eine „klare politische Schlagseite“ attestiert.[14]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1992 ist sie mit Markus Walterskirchen verheiratet und Mutter eines Sohnes.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walterskirchen wird von ihren Kritikern zuweilen als „fundamental-katholisch-konservativ“ apostrophiert.[15] In einem Artikel aus 2017 warf ihr die Wiener Stadtzeitung Falter vor, sie habe sich in ihren wöchentlichen Kommentaren in der Tageszeitung Die Presse unter anderem gegen gleichgeschlechtliche Ehen, gegen Sexualerziehung in Kindergärten und Volksschulen sowie gegen die Fristenlösung ausgesprochen. Besonders ein Kommentar,[16] der dahingehend interpretiert werden konnte, dass sie Schwangerschaftsabbrüche mit dem Sterben unschuldiger Kinder in Syrien verglich, sowie ihre Stellungnahme zur Abstimmung in Irland über die Abtreibung 2018,[17] sorgten für Kontroversen.[18] Ihre auf derselben Plattform im Frühjahr 2018 publizierte Kritik am „Sozialkonzern“ Caritas kränkte nach Aussage des Caritasdirektors von St. Pölten, Hannes Ziselsberger, viele Mitarbeiter und Freiwillige.[19]

Audio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b NÖN: Adel verpflichtet, Folge 33: Gudula Walterskirchen in Purkersdorf (Memento vom 5. April 2017 im Internet Archive). Artikel vom 9. Mai 2011, abgerufen am 5. April 2017.
  2. Residenzverlag: Gudula Walterskirchen. Abgerufen am 4. April 2017.
  3. a b orf.at: Die Frau, die Hofdamen erzählen lässt. Artikel vom 30. Juni 2013, abgerufen am 5. April 2017.
  4. Buchbesprechung Audio 1/2 Jahr online Günter Kaindlstorfer Deutschlandfunk "Andruck" 12. März 2018
  5. Von bürgerlicher, aber stark katholischer Abstammung im Archiv der NÖN vom 9. Mai 2011 abgerufen am 23. Mai 2018
  6. Verbundkatalog: Adel in Österreich im 20. Jahrhundert: privates und öffentliches Leben, Berufswahl, wirtschaftliche Aktivitäten und politische Rolle. Dissertation 2000, Universität Wien.
  7. Liste von Walterkirchens Kolumnen auf ihrer Webseite www.walterskirchen.cc. Abgerufen am 18. Mai 2018.
  8. Gudula Walterskirchen: Biografie. Abgerufen am 5. April 2017.
  9. Gudula Walterskirchen neue NÖN-Herausgeberin auf ORF vom 30. Mai 2017 abgerufen am 30. Mai 2017
  10. Gudula Walterskirchen wird Herausgeberin der NÖN. In: Die Presse. (diepresse.com [abgerufen am 30. August 2018]).
  11. Stephan Löwenstein: Österreich 1927 bis 1938: Schwarze, Rote, viele Tote. In: FAZ. 3. Juli 2017, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  12. Franz Josef Kos: Der Auserwählte. In: FAZ. 16. September 2004, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  13. Rainer Mayerhofer: Walterskirchen: Blaues Blut für Österreich. In: Wiener Zeitung, 27. Oktober 2000, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  14. Carlo Moos: Rezension zu: Walterskirchen, Gudula: Die blinden Flecken der Geschichte. Österreich 1927–1938. Wien 2017. In: H-Soz-Kult, 26. September 2017, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  15. Nina Horaczek: Gudula Walterskirchen: Eine "Tea Party" für die NÖN. In: Falter 24/17 vom 14. Juni 2017, abgerufen am 27. Dezember 2018 (Artikelanfang online mit Paywall).
  16. Gudula Walterskirchen: Europäische Werte: Schutz des Schwächeren und des Lebens. In: Die Presse vom 9. Januar 2017, abgerufen am 27. Dezember 2018 (Artikelanfang online mit Paywall).
  17. Gudula Walterskirchen: Frauen in Not brauchen gute Beratung, Zeit und Alternativen. In: Die Presse vom 3. Juni 2018, abgerufen am 27. Dezember 2018 (Artikelanfang online mit Paywall).
  18. Christian Fiala: Ein Unwissen, das nur auf die Autorin selbst zutrifft. In: Die Presse vom 1. Juli 2018, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  19. Kritik am "Sozialkonzern" Caritas kränkt viele. Portal der Erzdiözese Wien, 21. März 2018, abgerufen am 27. Dezember 2018.