Guerilla Open Access Manifest

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Das Guerilla Open Access Manifest (Originaltitel: Guerilla Open Access Manifesto) wurde von Aaron Swartz im Juli 2008 in Eremo, Italien verfasst und anschließend unter der Creative-Commons-Lizenz Public Domain Mark 1.0 gemeinfrei veröffentlicht.[1]

Das Manifest, mit dem Swartz eine argumentative Grundlage für den radikalen Flügel der Open-Access-Bewegung legt, indem er dazu aufruft, auch ohne Rücksicht auf das Urheberrecht akademische Papiere frei verfügbar zu machen,[2] beginnt mit den Worten: „Information is power.“ (dt. Informationen sind Macht.) und endet mit der auffordernden Frage: „Will you join us?“ (dt. Wirst du dich uns anschließen?). Als Ziel, das Swartz mit seiner Veröffentlichung verfolgte, kann die Absicht benannt werden, seine Anschauungen offenzulegen, auf Missstände hinzuweisen und neue Open-Access-Unterstützer zu rekrutieren. Zentrale Aussage des Textes ist die Feststellung, dass das Teilen von Wissen nicht unmoralisch, sondern moralische Notwendigkeit sei: „But sharing isn’t immoral — it’s a moral imperative.“ Der Text untergliedert sich in zwei Teilbereiche:

Abschnitt 1: Die Privilegierten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einleitend benennt Swartz die mit der Digitalisierung des weltweiten wissenschaftlichen und kulturellen Erbes einhergehende Zugangsbeschränkung als Machtbesessenheit einiger Weniger. Er beschreibt das Vorhaben von Open-Access-Aktivisten, Wissenschaftlern alternative Publikationswege aufzuzeigen, erkennt allerdings auch den nur eingeschränkten Nutzen dieses Vorgehens: „But even under the best scenarios, their work will only apply to things published in the future. Everything up until now will have been lost.“

Vor diesem Hintergrund ruft Swartz sowohl Studierende als auch Wissenschaftler und Bibliothekare, die er als Privilegierte betrachtet, auf, ihren Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten mit anderen zu teilen, und benennt Möglichkeiten der Umsetzung.

Abschnitt 2: Der Aufruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des zweiten Teils widmet sich Swartz den Menschen, die er als Ausgesperrte betitelt, da sie über keinen direkten Zugang zu aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft verfügen. Er umschreibt weiterhin kriminelle Handlungen, die in seinen Augen notwendig seien, um Zugang zu Arbeiten aus Forschung und Wissenschaft zu erhalten, und stellt gleichzeitig im Wissenschaftsbetrieb vorherrschende Moralvorstellungen zur Diskussion: „Only those blinded by greed would refuse to let a friend make a copy.“

Abschließend spricht Swartz sich explizit gegen die Privatisierung von Wissen aus und ruft dazu auf, wissenschaftliche Artikel herunterzuladen und sie über Filesharing-Netzwerke zu verteilen: „We need to buy secret databases and put them on the Web. We need to download scientific journals and upload them to file sharing networks.“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Swartz, Aaron (2008). Guerilla Open Access Manifesto (englisch), abgerufen am 27. Januar 2013.
  2. Stöcker, Christian; Reißmann, Ole (2013). Reaktionen auf den Tod von Aaron Swartz: "Wir haben einen Weisen verloren". Spiegel Online. Zuletzt abgerufen 27. Januar 2013.