Höchst (Gelnhausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Höchst
Koordinaten: 50° 12′ 21″ N, 9° 14′ 1″ O
Höhe: 141 m ü. NN
Fläche: 6,3 km²[1]
Einwohner: 2040 (31. Dez. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 324 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 63571
Vorwahl: 06051

Höchst ist seit 1974 neben Hailer, Haitz, Meerholz und Roth der fünfte Stadtteil der Barbarossastadt Gelnhausen im hessischen Main-Kinzig-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchst liegt etwa drei Kilometer östlich von Gelnhausen an der Kinzig und berührt den nördlichen Spessartrand. Entlang des Kinzigtales verläuft sowohl die Bundesbahnlinie Fulda – Frankfurt als auch die Bundesautobahn 66, deren Anschlussstelle Gelnhausen-Ost sich nahe Höchst befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendelinuskapelle – ältestes Bauwerk in Höchst

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Höchst erfolgte im Jahr 976 unter dem Namen Hosti in einer Urkunde Otto II.[1] Im Jahr 1976 feierte der Ort sein 1000-jähriges Bestehen. Für den Zeitpunkt der erstmaligen Erwähnung gibt es keine verlässlichen Daten über die Einwohnerzahl.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des im Jahr 1582 angelegten Gerichtsbuches wurden 25 Herdstellen mit 123 Seelen registriert. Nach dieser Zeit wurde Höchst mehrfach verpfändet und mit der Übergabe der Unterlagen an den Kurfürsten und das Erzstift in Mainz endete die letzte Pfändung in der Geschichte am 28. Mai 1721. Im Jahre 1415 bauten die Einwohner des Ortes – wahrscheinlich aus Dankbarkeit, weil sie von einer schlimmen Viehseuche in der Umgebung verschont wurden, – eine Kapelle und widmeten sie dem Heiligen Wendelin. Völlig zerstört durch den Dreißigjährigen Krieg, der wie überall seine Spuren hinterließ, wurde die Kapelle 1702 wieder aufgebaut. Gleichzeitig wurde um die Kapelle ein Friedhof angelegt. Im April 1811 versuchte der Spessarträuber Georg Philipp Lang, alias Hölzerlips, die Glocke aus der Kapelle zu stehlen. Nachdem ihm das misslang, warf Hölzerlips die Altarbilder auf den Boden und beschädigte eine Statue des hl. Wendelinus.

Aber auch in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 sollte Höchst durch schlimme Ereignisse getroffen werden: Am Ostersonntag bot sich den heimgekehrten Höchstern, die im Wald zunächst Schutz gesucht hatten, ein trauriges Bild: 8 völlig ausgebrannte Häuser, 28 schwer und 40 leicht beschädigte Häuser, außerdem waren elf Scheunen bzw. Stallungen zerstört, nachdem amerikanische Panzer eine letzte Gegenwehr deutscher Soldaten in der Höchster Kinzigau gebrochen hatten. In den Jahren danach begann der Wiederaufbau.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Höchst kraft Landesgesetz am 1. Juli 1974 ein Stadtteil von Gelnhausen.[3][4] Für Höchst wurde, wie für alle Stadtteile und die Kernstadt von Gelnhausen, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

  • 1582: 25 Herdstätten
  • 1632: 16 Dienstpflichtige
  • 1812: 67 Feuerstellen mit 367 Seelen
Höchst: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2019
Jahr  Einwohner
1812
  
367
1834
  
485
1840
  
452
1846
  
442
1852
  
433
1858
  
432
1864
  
458
1871
  
471
1875
  
510
1885
  
529
1895
  
567
1905
  
686
1910
  
717
1925
  
841
1939
  
975
1946
  
1.117
1950
  
1.233
1956
  
1.225
1961
  
1.342
1967
  
1.436
1970
  
1.522
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2007
  
2.123
2011
  
2.088
2014
  
2.078
2019
  
2.040
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Gemeinde Gelnhausen:[6][2]; Zensus 2011[7]

Religionszugehörigkeit  Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: zwei evangelische (= 0,38 %), 527 katholische (= 99,62 %), 5 jüdische (= 0,75 %) Einwohner
• 1961: 74 evangelische (= 5,50 %), 1261 katholische (= 93,96 %) Einwohner

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Gelnhausen-Höchst.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1907 gegründete Sportverein betreibt die Sportarten Fußball, Tischtennis und Volleyball. Der Gesangverein „Cäcilia“ wurde 1881 gegründet und ist somit nach dem „Gesangverein 1845 Meerholz e.V.“ der zweitälteste in Gelnhausen. Der Musikverein Höchst macht Blasmusik der verschiedensten Richtungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage erweiterte sich der Ort auf heute etwa 2.100 Einwohner. Die Infrastruktur des Ortes wird geprägt durch eine Grundschule, den Kindergarten, ein Dorfgemeinschaftshaus sowie einem Sportplatz.

Bildung

Die Igels-Grundschule Höchst hat fast 250 Schüler.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Höchst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Höchst, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Zahlen, Daten und Fakten. In: Webauftritt. Stadt Gelnhausen, abgerufen im November 2020.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern und der Stadt Hanau sowie die Rückkreisung der Städte Fulda, Hanau und Marburg (Lahn) betreffende Fragen (GVBl. 330–26) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 149, § 6 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 363.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 94 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Gelnhausen, abgerufen im November 2020.
  6. Einwohner 2007 (Memento vom 25. Oktober 2009 im Internet Archive), 2014 (Memento vom 19. Januar 2016 im Internet Archive) In: Webauftritt der Stadt Gelnhausen.
  7. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,9 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  8.  Info: Bitte auf Vorlage:HessBib umstellen, um auch nach 2015 erfasste Literatur zu selektieren!