Höchst (Gelnhausen)

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Höchst
Koordinaten: 50° 12′ 21″ N, 9° 14′ 1″ O
Höhe: 141 m ü. NN
Fläche: 6,3 km²[1]
Einwohner: 2078 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 330 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 63571
Vorwahl: 06051

Höchst ist seit 1974 der fünfte Stadtteil der Barbarossastadt Gelnhausen im hessischen Main-Kinzig-Kreis und berührt den nördlichen Spessartrand.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchst liegt etwa drei Kilometer östlich von Gelnhausen an der Kinzig. Entlang des Kinzigtales verläuft sowohl die Bundesbahnlinie Fulda – Frankfurt als auch die Bundesautobahn 66, deren Anschlussstelle Gelnhausen-Ost sich nahe Höchst befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendelinuskapelle – ältestes Bauwerk in Höchst

Am 1. Juli 1974 wurde Höchst in die Stadt Gelnhausen eingegliedert. Im Jahre 976 wurde es zum ersten Mal unter dem Namen „Hosti“ erwähnt und feierte 1976 sein 1000-jähriges Bestehen. 1313 war dessen Name „Hoechste“ und 1582 „Hoegste“. Für den Zeitpunkt der erstmaligen Erwähnung gibt es keine verlässlichen Daten über die Einwohnerzahl. Aufgrund des im Jahr 1582 angelegten Gerichtsbuches wurden 25 Herdstellen mit 123 Seelen registriert. Nach dieser Zeit wurde Höchst mehrfach verpfändet und mit der Übergabe der Unterlagen an den Kurfürsten und das Erzstift in Mainz endete die letzte Pfändung in der Geschichte am 28. Mai 1721.

Im Jahre 1415 bauten die Einwohner des Ortes – wahrscheinlich aus Dankbarkeit, weil sie von einer schlimmen Viehseuche in der Umgebung verschont wurden, – eine Kapelle und widmeten sie dem Heiligen Wendelin. Völlig zerstört durch den Dreißigjährigen Krieg, der wie überall seine Spuren hinterließ, wurde die Kapelle 1702 wieder aufgebaut. Gleichzeitig wurde um die Kapelle ein Friedhof angelegt. Im April 1811 versuchte der Spessarträuber Georg Philipp Lang, alias Hölzerlips, die Glocke aus der Kapelle zu stehlen. Nachdem ihm das misslang, warf Hölzerlips die Altarbilder auf den Boden und beschädigte eine Statue des hl. Wendelinus.

Aber auch in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 sollte Höchst durch schlimme Ereignisse getroffen werden: Am Ostersonntag bot sich den heimgekehrten Höchstern, die im Wald zunächst Schutz gesucht hatten, ein trauriges Bild: 8 völlig ausgebrannte Häuser, 28 schwer und 40 leicht beschädigte Häuser, außerdem waren elf Scheunen bzw. Stallungen zerstört, nachdem amerikanische Panzer eine letzte Gegenwehr deutscher Soldaten in der Höchster Kinzigau gebrochen hatten. In den Jahren danach begann der Wiederaufbau.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Höchst kraft Landesgesetz am 1. Juli 1974 fünfter Stadtteil von Gelnhausen.[3][4]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Gelnhausen-Höchst.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1907 gegründete Sportverein betreibt die Sportarten Fußball, Tischtennis und Volleyball. Der Gesangverein „Cäcilia“ wurde 1881 gegründet und ist somit nach dem „Gesangverein 1845 Meerholz e.V.“ der zweitälteste in Gelnhausen. Der Musikverein Höchst macht Blasmusik der verschiedensten Richtungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage erweiterte sich der Ort auf heute etwa 2.100 Einwohner. Die Infrastruktur des Ortes wird geprägt durch eine Grundschule, den Kindergarten, ein Dorfgemeinschaftshaus sowie einem Sportplatz.

Bildung

Die Igels-Grundschule Höchst hat fast 250 Schüler.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Höchst (Gelnhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Höchst, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Basisdaten der Stadt. In: Internetauftritt. Stadt Gelnhausen, archiviert vom Original am 19. Januar 2016; abgerufen im Oktober 2018.
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern und der Stadt Hanau sowie die Rückkreisung der Städte Fulda, Hanau und Marburg (Lahn) betreffende Fragen (GVBl. 330–26) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 149, § 6 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 363.