Hafen Königs Wusterhausen

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Im Vordergrund der Südhafen und hinter dem Nottekanal der Nordhafen des Hafens Königs Wusterhausen (2013)

Der Hafen Königs Wusterhausen ist ein Binnenhafen in der brandenburgischen Stadt Königs Wusterhausen. Mit einer Güterumschlagskapazität von rund 1,5 Millionen Tonnen ist er der größte Binnenhafen in der Region Brandenburg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Binnenhafen befindet sich auf den Gemarkungen der Stadt Königs Wusterhausen und der Gemeinde Wildau und liegt in unmittelbarer Nähe des Autobahnkreuzes Schönefeld und des geplanten Flughafens Berlin-Brandenburg. Er ist Teil des Standortentwicklungskonzepts für den Regionalen Wachstumskern Schönefeld/Königs Wusterhausen/Wildau und verfügt über Anbindungen an die Dahme-Wasserstraße zwischen Kilometer 8,23 und 8,65 (Osthafen) und an beiden Ufern des Nottekanals im Mündungsbereich zur Dahme zwischen Kilometer 0 bis 1,2. (Nord- und Südhafen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1854 fand die erste geschichtliche Erwähnung eines Umschlagplatzes an der Dahme statt. Überwiegend wurden Baustoffe verladen und nach Berlin transportiert. Um 1894, nach Eröffnung der Eisenbahnstrecke Berlin-Cottbus, erhielt der Hafen einen Gleisanschluss. Nach 1954 gelangte der Hafen in die Hände der Stadt Königs Wusterhausen, bevor er 1972 Teil der Binnenhäfen Oder Eisenhüttenstadt wurde. Von 1983 bis 1987 wurde der Hafen umfangreich erweitert, insbesondere mit Kipp- und Krananlagen für den Kohleumschlag. Weiterhin wurde eine Lagerfläche für 200.000 Tonnen Kohle angelegt, um das Kraftwerk Klingenberg in Berlin-Rummelsburg von hier aus zu versorgen. 1988 war der Hafen dann Teil des Binnenhafen Berlin. Nach 1990 gründete sich als neuer Hafenbetreiber die LUTRA, Lager, Umschlag und Transport Mittelbrandenburgische Hafengesellschaft mbH, deren alleiniger Gesellschafter die Stadt Königs Wusterhausen ist. Am 24. Mai 2017 endete der Kohleumschlag, da das Kraftwerk Klingenberg auf Erdgasbefeuerung umgestellt wurde.[1]

Wirtschaftliche Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waggonstirnwandkippanlage zum schnellen Umschlagen von Schüttgütern (2013)
Ein- und ausfahrt der Waggonstirnwandkippanlage (2013)
Umladevorgang an der südlichen Kippanlage (Januar 2017)

Für den Umschlag zwischen Straße/Schiene und Wasser stehen im Nordhafen zwei Drehwippkräne 20 Tonnen, im Südhafen ein Portaldrehkran 12,5 Tonnen und eine LKW-Kippanlage, sowie zwei Waggonstirnwandkippanlagen zur Verfügung. Die Hafenbahn mit ihren fast zehn Kilometer Gleisanlagen verfügt über eine Rangierlokomotive Krauss-Maffei MH05, eine Rangierlokomotive V60 und ein Zweiwegefahrzeug vom Typ Unimog.

Der Hafen hat eine theoretische Jahresumschlagskapazität von fünf Millionen Tonnen. Im Jahr 2013 lag der wasserseitige Umschlag bei 1.422.972 Tonnen, landseitig werden auf dem Hafengebiet etwa 500.000 Tonnen pro Jahr umgeschlagen. Hauptsächlich werden Baustoffe empfangen und Kohle (bis 2017) und Getreide versendet.[2] Durch das Ende des Verschiffung von Braunkohle zum Kraftwerk Klingenberg reduziert sich der Umschlag gravierend um 1,3 Millionen Tonnen.[3]

Jahr Empfang in t Versand in t Gesamt in t
2013[2] 150.881 1.272.091 1.422.972
2012[4] 159.895 1.375.803 1.535.698
2011[5] 185.711 1.389.015 1.574.726
2010[6] 118.023 1.392.530 1.510.553
2009[7] 193.997 1.113.346 1.307.343
2008[8] 258.134 1.329.600 1.587.734
2007[9] 311.469 1.386.379 1.697.848
2006[10] 157.522 1.181.619 1.339.171
2005[11] 188.841 1.592.966 1.781.807
2004[12] 128.667 1.799.550 1.928.217
2003[13] 115.567 1.590.406 1.705.973
2002[14] 173.936 1.508.697 1.682.633
2001[15] 274.304 1.697.932 1.971.236
2000[15] 290.721 1.706.694 1.997.415

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franziska Mohr: Abschied von der Kohle. In: Märkische Allgemeine Zeitung. 18. Mai 2017 ([1] veröffentlicht auf http://www.pressreader.com [abgerufen am 2. Juli 2017]).
  2. a b Verkehrsbericht 2013 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 33 (PDF; 3,93 MB) abgerufen am 27. Mai 2014.
  3. Neue Chancen für den Hafen. LUTRA GmbH, 29. Mai 2017, abgerufen am 2. Juli 2017.
  4. Verkehrsbericht 2012 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 33 (PDF; 5,4 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  5. Verkehrsbericht 2011 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 33 (PDF; 5,4 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  6. Verkehrsbericht 2010 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 27 (PDF; 2,1 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  7. Verkehrsbericht 2009 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 27 (PDF; 2,3 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  8. Verkehrsbericht 2008 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 34 (PDF; 1,4 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  9. Verkehrsbericht 2007 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 37 (PDF; 0,6 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  10. Verkehrsbericht 2006 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 34 (PDF; 0,6 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  11. Verkehrsbericht 2005 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 33 (PDF; 0,6 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  12. Verkehrsbericht 2004 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 31 (PDF; 1,3 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  13. Verkehrsbericht 2003 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 31 (PDF; 1,5 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  14. Verkehrsbericht 2002 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 30 (PDF; 1,1 MB) abgerufen am 5. Mai 2013.
  15. a b Verkehrsbericht 2001 der Wasser und Schifffahrtsdirektion Ost, S. 26 (PDF; 1,1 MB) abgerufen am 4. Mai 2013.

Koordinaten: 52° 18′ 15,7″ N, 13° 38′ 16,1″ O