Hafen von Valencia

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Hafen von Valencia
Daten
UN/LOCODE ES VLC
Betreiber Port of Valencia Authority
Eröffnung Antike
Hafentyp Schutzhafen
Umschlagsmenge 67 Mio. t (2014)
Webseite http://www.valenciaport.com
Geografische Informationen
Ort Valencia
Provinz Provinz Valencia
Staat Spanien
Hafen von Valencia
Hafen von Valencia
Koordinaten 39° 26′ 24″ N, 0° 18′ 57″ WKoordinaten: 39° 26′ 24″ N, 0° 18′ 57″ W
Hafen von Valencia (Valencia)
Hafen von Valencia
Lage Hafen von Valencia

Der Hafen Valencia, (Puerto de Valencia (es) oder Port de València (es)) ist das Hafen- und Industriegebiet der Stadt Valencia, autonome Provinz Valencia, Spanien. Er ist einer der umschlagstärksten spanischen Häfen, der zweitgrößte des Mittelmeerraumes nach Algeciras sowie der fünftgrößte Containerhafen Europas.

Luftbild des Hafens

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hafengebiet Valencias liegt etwa sieben Kilometer südöstlich des historischen Stadtkernes und ist ein reines Hafen- und Industriegebiet am Mittelmeer. Südlich wird es vom Mündungsgebiet des Rio Turia begrenzt. Das knapp 7 km² große Hafengelände ist in mehrere Bereiche gegliedert. Ganz im Norden liegt die Marina Real Juan Carlos I für Privatyachten. Südlich schließt sich die Moll de Ponent an, die im westlichen Becken hauptsächlich von der gewerblichen Personenschifffahrt, Fähr-, Rundfahrt-, und Kreuzfahrtschiffen genutzt wird. Das dortige Ostbecken dient dem Containerumschlag. Weiter südlich folgen drei weitere Hafenbecken des Port de Valencia; die beiden westlichen dienen ebenfalls dem Containerumschlag, das östliche dem Umschlag von Flüssigkeiten. Räumlich deutlich abgetrennt erstreckt sich ganz im Süden der Lagerbereich El Grau und direkt an der Mündung des Turia befinden sich die Yachthäfen des Real Club Náutico de Valencia mit mehreren tausend Wasserliegepätzen.

Wirtschaftlich gehören zum Hafen von Valencia auch die beiden Satelliten - Häfen des 25 km nördlich gelegenen Sagunt und von Gandia, 50 km südlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenkarte von 1883

Bereits in der Jungsteinzeit und der Kupfersteinzeit wurde in der Gegend die küstennahe Seeschifffahrt betrieben. Wie die Auswertungen archäologischer Funde belegen, wurden in beachtlichem Umfang Meeresfrüchte und Seefische verzehrt, also zumindest in Küstennähe die Fischerei betrieben. Der Meeresspiegel lag zu dieser Zeit etwa fünf bis sieben Meter niedriger gegenüber dem heutigen Niveau, die Küstenlinie befand sich zwei bis drei Kilometer weiter östlich und die Flussmündungen waren weiter nördlich.

In Sagunt bestand seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert eine griechische Kolonie (Zakantha) Es wurde landwirtschaftliche Erzeugnisse, insbesondere Getreide verschifft und andere weitreichende Handelsbeziehungen gepflegt, bspw. Kupfererz aus Zypern importiert. Um 250 v. Chr. dominierten dann die ebenfalls seefahrenden Karthager die Gegend und nutzten die Mündungsgebiete der Flüsse als Anlandungsstellen.

Erste befestigte Anlagen entstanden ab 140 v. Chr. in der römischen Republik, nachdem Kaiser Callaicus die Gegend eroberte. Die fruchtbaren Mündungsgebiete der Flüsse galten als eine der Kornkammern des Römischen Reiches, bis die römische Epoche zwischen 460 und 470 n. Chr. endete und die Westgoten dort siedelten.

Um 711 geriet das Gebiet unter muslimischen Einfluss und verblieb im Hochmittelalter bei dem Kalifat von Córdoba. Mitte des 11. Jahrhunderts kam es zur Krone von Aragonien und blühte ab dem 12. Jahrhundert zu einer der Drehscheiben des weltweiten Seidenhandels auf.

Im 15. Jahrhundert wurden die Hafenanlagen von Valencia zu einem wichtigen Stützpunkt der Mittelmeerflotte und der Verteidigung gegen das Osmanische Reich.

In der spanischen Kolonialzeit ging die militärische Bedeutung allmählich zurück, bzw. an Gibraltar über, blieb jedoch bis in napoleonische Zeit ein Standort.

Im Zweiten Weltkrieg und unter dem Regime Francos lebte die militärische Bedeutung des Stützpunktes wieder auf.

Nach einem katastrophalen Hochwasser 1957 wurde in den frühen 1960er Jahren der Flusslauf des Turia nach Süden verlegt und die Hafenanlagen kommerziell umstrukturiert und erweitert.

Gewerbe und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafen Valencia, 2014

Heute verfügt der Hafen Valencias über mehr als 12 km Kaianlagen und Liegeplätze. Vier Kilometer der Piers erlauben eine Abladetiefe von 14 Metern.

Der Hafen ist ein wichtiger Arbeitgeber und induziert 15.000 Arbeitsplätze in den Ballungsraum der Großstadt Valencia.

Im Jahr 2014 wurden im Hafen von Valencia insgesamt 67 Mio. t Güter umgeschlagen, davon 4,4 Mio. TEU in Containern und 400.000 t Fischereiprodukte.[1]

7.370 Schiffe wurden abgefertigt und die Passagierzahlen lagen bei knapp 400.000 Reisenden.[2] Der Hafen von Valencia ermöglicht auch einen regelmäßigen Personenverkehr mit der Balearen und Italien.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksstraßen erschließen das Hafengebiet zu der autobahnähnlich ausgebauten V 15 hin. Anschlussgleise führen Rollmaterial der RENFE teilweise bis auf die Piers.

Der Öffentliche Personennahverkehr vertaktet das Hafengebiet zum Stadtkern hin mit Buslinien und dort weiter zum 15 km entfernten Flughafen Valencia.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hafen Valencia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umschlagstatistik Valencia 2014
  2. Passagierzahlen Hafen Valencia 2013/14 (englisch)