Hamilton Naki

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Hamilton Naki (* 26. Juni 1926 in Ngcingane; † 29. Mai 2005 bei Kapstadt) war ein Pionier der Chirurgie und Mitglied des Transplantationsteams unter der Leitung von Christiaan Barnard, dem am 3. Dezember 1967 die erste Herztransplantation am Groote Schuur Hospital in Südafrika gelang. Aufgrund der strengen Rassentrennung im Südafrika der 1960er Jahre wurden die zentralen Beiträge Nakis an diesem Meilenstein der Medizingeschichte lange der Öffentlichkeit vorenthalten.

Leben[Bearbeiten]

Hamilton Naki, in dem Dorf Ngcingane in der Transkei geboren, musste die Schule bereits im Alter von 14 Jahren verlassen, da die Eltern es sich nicht länger leisten konnten, ihren Sohn zur Schule zu schicken. Um Arbeit zu finden, ging Naki wenig später nach Kapstadt, wo er zunächst Arbeit als Gärtner an der University of Cape Town Medical School fand. Zu seinen Aufgaben gehörte es unter anderem, die Tennisplätze der reichen, weißen Ärzte instandzuhalten.

Seine medizinische Laufbahn begann, als er 1954 von dem Leiter des tierexperimentellen Labors Robert Goetz, der aus dem Deutschland der Nazizeit nach Südafrika geflohen war, gebeten wurde, bei einer Operation an einer Giraffe zu assistieren. Schnell fiel den anwesenden Chirurgen die Fingerfertigkeit und das herausragende chirurgische Geschick des farbigen Hilfsarbeiters Naki auf, so dass er zunehmend in operative Eingriffe eingebunden wurde. So konnte er sein methodisches Repertoire und seine anatomischen Kenntnisse erweitern, so dass ihn schließlich der junge, gerade aus den USA zurückgekehrte Chirurg Christiaan Barnard in sein Transplantationsteam aufnahm.

Laut Nakis eigener Darstellung war er auch bei der ersten erfolgreichen Herztransplantation beteiligt, mit der das Team am 3. Dezember 1967 Geschichte schrieb, und übernahm dabei mit der Entnahme und Vorbereitung des Herzens den technisch anspruchsvolleren Teil der gesamten Operation. Diese Version wurde auch in den Nachrufen nach seinem Tod verbreitet. Einige Wochen später veröffentlichte der Economist allerdings eine Korrektur, basierend auf Aussagen von Ärzten des Groote-Schur-Krankenhauses und einer Naki nahestehenden Quelle, denen zufolge er bei der Operation gar nicht anwesend war, da er als Farbiger und medizinischer Laie überhaupt keinen Zutritt zu den Operationssälen gehabt habe.

Aufgrund der Apartheid in Südafrika blieben die Leistungen Nakis lange geheim. Auch wenn er auf Pressefotos nach der geglückten Transplantation im Hintergrund zu sehen ist, wurde er bei Nachfragen stets als Putzhilfe vorgestellt. Barnard selbst räumte erst viele Jahre später kurz vor seinem Tod ein, dass Naki möglicherweise nicht nur über ein besseres chirurgisches Talent verfügte als er selbst, sondern auch, dass wesentliche Beiträge bei der Entwicklung neuer Operationstechniken von Naki ausgegangen waren.

Bis zu seiner Pensionierung 1991 arbeitete Naki für das Gehalt eines Gärtners von lediglich 760 Rand und hatte nicht die Möglichkeit, seinen Kindern eine angemessene Schulausbildung zu finanzieren. Seine guten Kontakte zu wohlhabenderen Kollegen seiner Zunft nutze Naki aber, um Geld für Schulprojekte und eine Klinik auf Rädern in seiner Heimatregion, der Transkei, zu sammeln. Späte Anerkennung für seine Leistungen erhielt Naki wenige Jahre vor seinem Tod mit dem Erhalt des National Order of Mapungubwe sowie der Verleihung der Ehrendoktorwürde der University of Cape Town im Jahr 2003.

Rezeption[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 wurde mit Hidden Heart (englischer Untertitel: „The Story of Christian Barnard and Hamilton Naki“) ein Dokumentarfilm veröffentlicht, der die Geschichte Nakis nachzeichnet. Im Rahmen ihrer Recherchen befragten Regisseur Werner Schweizer und die Zürcher Journalistin Cristina Karrer Zeitzeugen und griffen auf Archivaufnahmen zurück.

Weblinks[Bearbeiten]