Hans-Werner Hector

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hans-Werner Hector (* 17. Januar 1940 in Kaiserslautern) ist ein deutscher Diplom-Mathematiker, Unternehmer und neben Hasso Plattner, Claus Wellenreuther, Dietmar Hopp und Klaus Tschira einer der Gründer des Softwareunternehmens SAP in Walldorf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Werner Hector studierte Mathematik an der Universität des Saarlandes und arbeitete danach bei der IBM in Mannheim. Hier erkannte er mit den oben genannten Kollegen das Potential betriebswirtschaftlicher Standardsoftware. Sie machten sich 1972 mit der Firma „SAP Systemanalyse und Programmentwicklungselbständig.[1] Mit dem Wachstum des Unternehmens verantwortete Hector nach dem Börsengang die Entwicklung des US-Geschäfts.

Mitte der 1990er Jahre schied er aus dem operativen Geschäft aus. 1996 verkaufte er einen Großteil seiner SAP-Aktien. Der Erlös machte ihn mit einem geschätzten Vermögen von 1,6 Milliarden Euro zu einem der reichsten Menschen Deutschlands. Der Verkauf der Aktien an den von der UBS International Trustees Ltd., Jersey, verwalteten Eugenia Trust war stark umstritten.[2]

Danach investierte Hector in Unternehmensgründungen in den Bereichen Software, Biotechnologie und Gesundheit. Außerdem betätigte er sich gemeinsam mit seiner Frau Josephine Hector als Sponsor im kulturellen Bereich und in der medizinischen Forschung. Am 25. November 2003 verlieh die Universität Karlsruhe Hans-Werner Hector die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die Förderung hochbegabter Schüler im Rahmen der von ihm initiierten so genannten Hector-Seminare.

H.W. & J. Hector-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die H.W. & J. Hector-Stiftung fördert die Kunsthalle Mannheim, die jährlich den von Hans-Werner Hector gestifteten Hector-Kunstpreis verleiht. Außerdem vergibt die Stiftung den mit 20.000 Euro dotierten Hector-Forschungspreis für HIV-Forschung. Im Jahre 2011 spendete das Ehepaar Hector 50 Millionen Euro für einen Neubau eines Anbaus an die Kunsthalle aus den 1980er Jahren.[3]

Hector Wissenschaftsfonds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2008 brachte er 200 Millionen Euro in den Hector Wissenschaftsfonds ein. Aus diesem Stiftungsvermögen sollen jährlich fünf Millionen Euro für das Karlsruher Institut für Technologie erwirtschaftet werden.[4]

Die Spende von 200 Millionen in den Hector Wissenschaftsfonds war 2008 eine der größten Uni-Stiftungen bislang und galt sie als eine der höchsten privaten Zuwendungen der deutschen Universitätsgeschichte. Hector hatte gemeinsam mit seiner Frau Josefine die Universität Karlsruhe schon vorher unterstützt. Das Ehepaar gilt als einer der wichtigsten Stifter des Landes Baden Württemberg für Kultur und Medizin. In Verbindung mit seiner Stiftung an die Universität Karlsruhe kritisierte Hector, dass Bildung in der Politik keinen Stellenwert habe. Jedoch könne sich eine Gesellschaft nicht nur auf der Politik ausruhen.[5]

Hector Fellow Academy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Dezember 2013 gründete er die Hector Fellow Academy.[6] Die junge Wissenschaftsakademie hat zum Ziel, den mit dem Hector Wissenschaftspreis ausgezeichneten Professorinnen und Professoren eine Plattform zum Austausch und gemeinsamen interdisziplinären Forschungsprojekten zu bieten.[7]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit seiner Frau erhielt Hector am 25. März 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande.[8]

2007 wurde ihm von der Universität Karlsruhe die Würde eines Ehrensenators verliehen.

Die Stadt Weinheim ernannte Hector und seine Frau 2011 zu Ehrenbürgern.[9][10][11]

Ebenfalls zusammen mit seiner Frau erhielt Hector im Januar 2014 den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.[12]

Am 6. März 2016 erhielten Hector und seine Frau aufgrund ihres Engagements den Ehrenpreis des Kurpfälzischen Kammerorchesters. Der Preis wurde im Rahmen des fünften Abonnementkonzerts 2016 von Dietmar von Hoyningen-Huene, dem Vorsitzenden des Trägervereins, überreicht.

Für 2017 wurden Hans-Werner und Josephine Hector die Leibniz-Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zugesprochen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jens Hartmann, Helene Laube, Andre Tauber: Die Weltmacht aus Walldorf. In: Welt. 1. April 2012, abgerufen am 17. April 2018.
  2. Cristoph Hein: "SAP darf nicht von einer Person abhängig sein". In: welt.de. 1. Juli 1996, abgerufen im 29. April 2015.
  3. 50 Millionen und kein bisschen weniger in: FAZ vom 27. Juli 2011, Seite 29
  4. Maria Huber: Hochschule – Geldsegen für Uni Karlsruhe. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 29. April 2015.
  5. Frank van Bebber: Uni Karlsruhe erhält 200 Millionen. Der Tagesspiegel, 18. März 2008, abgerufen am 8. Dezember 2017.
  6. Webpräsenz der Hector Fellow Academy (Memento des Originals vom 17. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hector-fellow-academy.de
  7. Gründungszeremonie der Hector Fellow Academy (Memento des Originals vom 15. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hector-fellow-academy.de
  8. Bundespräsidialamt
  9. „Sie haben Menschen Würde gegeben“ Stadt Weinheim, vom 11. Dezember 2011
  10. Ehrenbürgerschaft: Höchste Auszeichnung der Stadt Weinheim für Josephine und Dr. h.c. Hans-Werner Hector: Sie haben Menschen Würde gegeben. In: morgenweb.de. 13. Dezember 2011, abgerufen am 29. April 2015.
  11. Hectors nun Ehrenbürger. In: morgenweb.de. 12. Dezember 2011, abgerufen am 29. April 2015.
  12. Hector-Wissenschaftspreis. In: aerzteblatt.de. 31. Januar 2014, abgerufen am 29. April 2015.