Hasso Plattner

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Hasso Plattner

Hasso Plattner (* 21. Januar 1944 in Berlin) ist ein deutscher Unternehmer, Philanthrop und Mäzen. Gemeinsam mit Dietmar Hopp, Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector und Klaus Tschira gründete er 1972 das Softwareunternehmen SAP, die heutige SAP SE in Walldorf. Er war bis 2003 Vorstandsvorsitzender und ist seitdem Vorsitzender des Aufsichtsrats dieses Unternehmens. Seine Hasso Plattner Stiftung eröffnete am 20. Januar 2017 das wiederaufgebaute Museum Barberini in Potsdam. An diesem Tag wurde Hasso Plattner als Ehrenbürger von Potsdam ausgezeichnet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasso Plattner wuchs in Berlin-Grunewald und Konstanz auf. Sein Vater Horst Plattner (1918–2001) war ein Augenarzt, der aus Hermannstadt in Siebenbürgen (Rumänien) kam. Plattner studierte nach dem Abitur 1963 an der Universität Karlsruhe Nachrichtentechnik. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Potsdam-Babelsberg.

Seine Freizeit verbringt Plattner gerne mit Jollenregattasegeln (505er) (bis 2014), Hochseesegeln und dem Golfsport. Plattner ist in den Medien gelegentlich mit dem Oracle-Gründer Larry Ellison in Verbindung gebracht worden. Beide haben ein außergewöhnliches Hobby gemein, die Entsendung von Regattayachten in transozeanische Rennen,[1] wobei Plattners Yachten seit 1995 traditionell den Namen Morning Glory tragen.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen beruflichen Werdegang begann Plattner 1968 bei IBM in Deutschland. 1972 gründete er gemeinsam mit vier Kollegen die Firma SAP, in der er 1979 die Gesamtverantwortung für den Bereich Technologie übernahm.[2] Bis zum 9. Mai 2003 war Plattner neben Henning Kagermann Co-Vorstandssprecher von SAP.[3] Seitdem ist er Aufsichtsratsvorsitzender. Als Vergütung für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat erhielt er im Jahr 2011 insgesamt 350.000 Euro.[4] Er ist als Gründungsaktionär von SAP mit 8,2 % am Aktienkapital beteiligt und erhielt allein aus der Dividendenausschüttung des Geschäftsjahres 2010 rund 60 Millionen Euro.

Förderer der Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft der SAP engagiert sich Plattner als Mäzen. Er gilt als „einer der bedeutendsten privaten Wissenschaftsförderer in Deutschland“.[5] Unternehmerisch engagiert sich Plattner für den mit mehr als 150 Millionen Euro ausgestatteten Risikokapitalfonds und Inkubator Hasso Plattner Ventures, der 2005 gegründet wurde und sich in Potsdam befindet.[6] Interessierte Startups können sich für eine Beteiligung zwischen 50.000 und 100.000 Euro bewerben.[7]

1998 gründete Plattner das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam. Gesellschafter ist die gemeinnützige Hasso-Plattner-Stiftung für Softwaresystemtechnik. Plattner verpflichtete sich, der Stiftung 20 Jahre lang mehr als 50 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat sich das Engagement Plattners für das HPI vervierfacht und der kumulierte Betrag liegt bei mehr als 200 Millionen Euro. Der Stifter finanziert das HPI nicht nur komplett, sondern er engagiert sich dort auch als Leiter des Fachgebiets „Enterprise Platform and Integration Concepts (EPIC)“ in Forschung und Lehre.

Anfang Oktober 2005 richtete Plattner mit der Stanford University das Hasso Plattner Institute of Design ein, das er mit 35 Millionen US-Dollar ausstattete. Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen sollen hier gemeinsam nutzerfreundliche Innovationen entwickeln. Ein weiteres Engagement Plattners, das die Wissenschaft fördert, ist die im Herbst 2003 gegebene Spende von zehn Millionen Euro für den Bibliotheksausbau an der Universität Mannheim.

Seit Jahren ist Plattner Südafrika verbunden und lebt zeitweise am Kap. Auch dort setzt er sich für die Forschung ein. Zwei südafrikanische Universitäten, die University of KwaZulu-Natal und die Universität Kapstadt, unterstützt Plattner im Kampf gegen Aids. Für „Isombululo“, ein Programm zur Vorsorge und Behandlung der Immunschwäche-Krankheit, spendete er 2004 sechs Millionen Euro. Das Hilfsprojekt kommt rund 360.000 Menschen in der Kapregion zugute.

Der ZEIT-Verlag schrieb im November 2008 in einem Anzeigenspezial: „Heute gilt Plattner als einer der weltgrößten privaten Wissenschaftsförderer.“[8]

Mäzenatentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2005 übernahm Plattner die Kosten für das „46664“-Benefizkonzert, das auf seinem Golfplatz in George, Südafrika stattfand und weltweit von Fernsehsendern ausgestrahlt wurde. Der Erlös fördert den Anti-Aids-Kampf der Stiftung des früheren südafrikanischen Staatspräsidenten Nelson Mandela. Der Friedensnobelpreisträger, dessen Sohn Makgatho Mandela Anfang 2005 an Aids gestorben war, hatte als Gefängnisinsasse auf Robben Island während der Zeit der Rassentrennung die Häftlingsnummer 46664 getragen.

Im November 2007 spendete Plattner 20 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses und gewährleistete somit die vollständige Rekonstruktion der historischen Fassaden des Brandenburger Landtages, die zuvor wegen Geldmangels in Frage gestellt worden war. Im April 2012 wurde bekannt, dass Plattner beabsichtigt, der Stadt Potsdam eine Kunsthalle zu schenken, in der wechselnde Ausstellungen sowie Plattners Privatsammlung von DDR-Kunst zu sehen sein sollen.[9] Die Kunsthalle wurde im Januar 2017 unter der Bezeichnung Museum Barberini im wiederaufgebauten Palast Barberini eröffnet.[10]

Im Februar 2013 berichteten mehrere Medien darüber, Hasso Plattner habe bekannt gegeben, der Kampagne The Giving Pledge beigetreten zu sein und die Hälfte seines auf 5,4 Milliarden Euro geschätzten Vermögens abgeben zu wollen.[11][12][13]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für sein Engagement in Wirtschaft und Wissenschaft erhielt Hasso Plattner viele Ehrungen. 1998 nahm das manager magazin den mit dem angesehenen „Information Technology Leadership Award for Global Integration“ ausgezeichneten Technologie-Experten in die „Hall of Fame“ auf. In ihr ehrt die Zeitschrift Persönlichkeiten für ihre Verdienste um die wirtschaftliche, gesellschaftliche und soziale Entwicklung in Deutschland. Mehrere Zeitschriften platzierten Plattner auf Rang 1 der Liste der bedeutendsten und einflussreichsten IT-Persönlichkeiten, etwa das Time Magazine Europe im Jahr 2001 und die Computerwoche in den Jahren 2010 und 2011. Plattner ist seit 2002 Ehrendoktor und seit 2004 Honorarprofessor der Universität Potsdam. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften verlieh dem gebürtigen Berliner für sein „ebenso ungewöhnliches wie beispielhaftes Engagement“ 2004 die Leibniz-Medaille. 2007 erhielt er den Verdienstorden des Landes Brandenburg.

Bei einem Festakt in Potsdam zum 60. Geburtstag des Stifters am 21. Januar 2004 würdigte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder das Schaffen Plattners mit den Worten: „Um Deutschland wirtschaftlich voranzubringen, brauchen wir eine Menge Hasso Plattners und eine Menge SAPs“. Plattner habe mit viel Engagement einen Weltkonzern geschaffen und damit bewiesen, „dass deutsche Unternehmen technologisch Weltspitze sein können“. Auch vom Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik könne Deutschland lernen.

Die Universität des Saarlandes hatte Plattner bereits 1990 zum Ehrendoktor ernannt. 1994 wurde Plattner dort Honorarprofessor für Wirtschaftsinformatik. Die Würde eines Ehrensenators verlieh ihm die Universität des Saarlandes im Jahr 1998.[14] Seit 2002 ist Plattner Ehrendoktor der Universität Potsdam.[2]

Roland Berger, Gründer von Roland Berger Strategy Consultants, nannte Hasso Plattner in einem Interview im August 2004 als einen der fünf Deutschen, die ihm am meisten imponieren. Berger bezeichnete es als „Meisterleistung“, wie Plattner SAP gegründet, aufgebaut und stets neu auf den sich verändernden Markt ausgerichtet habe.[15]

2014 wurde Hasso Plattner mit dem Leonardo European Corporate Learning Award in der Kategorie „Thought Leadership“ ausgezeichnet.[16]

2016 erhielt er den Preis für Verständigung und Toleranz für seine Stiftungstätigkeit zur Förderung der Wissenschaft und für seine „unternehmerische Innovation“, sowie von ihm angestoßene „soziale und kulturelle Projekte“; Preisgeber ist das Jüdische Museum Berlin. Die Stadt Potsdam trug ihm im September 2016 die Ehrenbürgerwürde an.[17][18] Die Verleihung fand am 19. Januar des folgenden Jahres, unmittelbar vor der Eröffnung des Museum Barberini, statt.[19]

Vermögen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes listet Plattner im Jahr 2016 mit einem geschätzten Vermögen von 10,6 Milliarden US-Dollar auf Platz 113 der reichsten Menschen der Welt und auf Platz 10 der reichsten Menschen Deutschlands.[20][21]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. I never ever mooned Larry Ellison. In: Sailing World. 14. März 2003.
  2. a b Ehrendoktorwürde für Hasso Plattner – Festakt am 5. Juli 2002 an der Universität Potsdam. idw, 25. Juni 2002
  3. SAP Geschäftsbericht 2003 (PDF; 3,7 MB) S. 12.
  4. SAP Geschäftsbericht 2011
  5. Mäzene. Plattner lässt Euros auf Potsdam regnen. In: manager magazin. 5. November 2004.
  6. Hasso Plattner Ventures (HPV) (englisch); Stand: 8. November 2014
  7. www.gruenderszene.de
  8. Bijan Peymani: »Wieder universaler denken«. (PDF; 644 kB) Zeitverlag, 20. November 2008. (Anzeige/Interview)
  9. www.art-in-berlin.de
  10. Kunstmuseum Barberini: Monet, Rodin und Nolde zum Auftakt. Die Welt online, 19. Januar 2017, abgerufen am 19. Januar 2017.
  11. The Giving Pledge: SAP-Gründer Plattner spendet sein Milliardenvermögen. In: zeit.de. 20. Februar 2013, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  12. SAP Founder Joins Club of Billionaire Donors. In: Spiegel Online. 20. Februar 2013, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  13. SAP-Gründer Plattner verschenkt Milliarden. In: faz.net. 19. Februar 2013, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  14. Verleihung der Würde eines Ehrensenators. In: Universität des Saarlandes (Hrsg.): Campus. Nr. 1, Januar 1999 (uni-saarland.de [abgerufen am 10. Juli 2017]).
  15. "Viele Deutsche sind zu satt". In: welt.de. 8. August 2004, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  16. Pressemitteilung: Die Zukunft des Lernens lebt: Auf Haltung und Leidenschaft kommt es an! HRM Research Institut GmbH, abgerufen am 20. April 2014.
  17. Henri Kramer und Christine Fratzke: Hasso Plattner ist jetzt Ehrenbürger. Potsdamer Neueste Nachrichten, 14. September 2016, abgerufen am 19. Januar 2017.
  18. Peer Straube: Der geheimnisvolle Wohltäter. Hasso Plattner wird Potsdamer Ehrenbürger. Potsdamer Neueste Nachrichten, 19. Januar 2017, abgerufen am 19. Januar 2017.
  19. Kunstmäzen Hasso Plattner jetzt Ehrenbürger von Potsdam. Berliner Morgenpost, 20. Januar 2017, abgerufen am 22. Januar 2017.
  20. Deutsche in der ‘Forbes list’, abgerufen am 18. Dezember 2016
  21. forbes.com: Hasso Plattner

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hasso Plattner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien