Hans Caudir

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Hans Caudir von Spiegel, auch Johannes Gaudier genannt Spiegel von Stre••ndorf (* Anfang des 16. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Niederschlesien; † 30. August 1579 in Glatz, Grafschaft Glatz) war Komtur der Johanniterkommende Glatz. Für die Kaiser Ferdinand I., Maximilian II. und Rudolph II. war er als Dolmetscher und Übersetzer der türkischen, arabischen und persischen Sprache tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Caudir genannt Spiegel entstammte einer Adelsfamilie, deren Name vermutlich mit der Wasserburg Kauder (Kłaczyna) bei Bolkenhain (Bolków) im Herzogtum Schweidnitz-Jauer zusammenhängt.[1] Es ist nicht genau bekannt, wo er seine Kenntnisse der türkischen, arabischen und persischen Sprache erworben hat. Vermutlich hat er Türkisch in Wort und (arabischer) Schrift während einer mehrjährigen Kriegsgefangenschaft erlernt.[1][2]

Am Ersten Österreichischen Türkenkrieg Kaiser Karls V. (1500–1558) und König Ferdinands I. (1503–1564) hatten ab 1526 auch Schlesier teilgenommen.[3] Ein Fürstentag in Breslau bewilligte 1529 ein schlesisches Truppenkontingent und eine Türkensteuer.[4] In den Türkenkriegen kamen dabei verschiedentlich Johanniter-Malteser-Ritter zum Einsatz.[5]

Um 1541 übernahm Caudir den neugeschaffenen Posten eines „turkischen Tulmätschen“ in Wien. 1544 bestätigte König Ferdinand I. Caudirs Adelsstand und gewährte ihm eine Wappenbesserung.[6]

Hieronymus Beck von Leopoldsdorf (1525–1596) hatte von seiner Pilgerfahrt nach Palästina 1551 die Schrift Tarih-i al-i Osmani (= Geschichte der Osmanen) des Muhyiddin Ibn-Alaeddin Ali El-Cemali (Mehmed Muhyi-d-Din)[7] aus der Türkei mitgebracht, die zeitgenössische Kurzfassung[8] einer altosmanischen Chronik.[9] Es war das erste türkische Werk über den Ursprung der Osmanen und ihre Geschichte, das in Europa bekannt wurde. Hieronymus Beck übergab die Handschrift König (ab 1558 Kaiser) Ferdinand I., der sie von seinem Dolmetscher Hans Caudier genannt Spiegel übersetzen ließ.[10] Markus Ambrosius von Brosenthal (* um 1530/35; † nach 1592) aus Neisse (Nysa) besorgte 1567 eine Veröffentlichung der Übersetzung, die er den Herzögen Georg II. von Brieg (1523–1586) und Heinrich XI. von Liegnitz (1539–1588) widmete.

Der Wiener Nuntius Girolamo Martinengo (1504–1569), Abt von Leno, sandte 1552 Schriftstücke von Kardinal Georg Martinuzzi (1482–1551), dem Statthalter von Siebenbürgen, an den türkischen Oberbefehlshaber in Ungarn Kara Ahmed Pascha († 1555) und den Hauptdolmetscher der Hohen Pforte İbrahim Beg alias Joachim Strasz († 1571) und bestätigte, dass die Übersetzung der türkisch geschriebenen Schriftstücke aus dem Besitz des verstorbenen Kardinals ins Deutsche durch „Joannes Spiegl juratus interpres“[11] erfolgt war.

Als Nachfolger des Niklas von Waldau oder Welda[12] wurde Hans Caudir 1558 Komtur der Glatzer Johanniterkommende des Ordens Sanct Johannis Hierosolymitani (Hl. Johannes zu Jerusalem).[13]

Dem neuen („jetzo“) Komtur „Hanns Candior Spiegl“, kaiserlichem Dolmetsch der türkischen Sprache, wurde bereits im selben Jahr vorgeworfen, dass er einen jungen, in Laibach geweihten Priester aus Thüringen zum Stadtpfarrer eingesetzt hatte, der zuvor – noch als Kaplan dieser Pfarre – einem kranken Edelmann aus Schlesien die „Communion sub utraque specie … aus dem Lutherischen Catechismo … consecriert … und gereicht“ hatte. Der Bericht einer kaiserlichen Visitations-Kommission unter der Leitung des böhmischen Rates Wenzel Haugwitz von Biskupitz aus Leitomischl[14] stellte im Juli 1558 – noch während der Vakanz der Komtur – fest, dass dieser neue Kaplan Nicolaus, der im übrigen pardoniert wurde, „einst“ einem „von Adel Spiegel genannt“ das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht hatte.[15] Der Glatzer Hofprediger und Archidiakon Christoph Neaetius († 1574)[16] berichtete später dasselbe.[17] Es kann sich bei diesem „Spiegel“ nicht um Hans Caudir – der Neaetius bekannt war –, sondern muss sich um eine andere Person mit diesem Nachnamen, vielleicht einen Verwandten gehandelt haben.

Nach dem Tod des Wittelsbachers Ernst von Bayern (1500–1560), der als Pfandherr der unmittelbar zu Böhmen gehörenden Grafschaft Glatz seit 1556 in Glatz residiert und eine Gegenreformation betrieben hatte, löste Kaiser Ferdinand I. von dessen Nachfolger Herzog Albrecht V. von Bayern (1528–1579) 1561 die Pfandschaft aus. Danach wurde die protestantische Religionsausübung in der Grafschaft wieder möglich. Mit Zustimmung des Landeshauptmanns Christian Mucheck von Buckau († 1572)[18][19] und des Komturs Hans Caudier genannt Spiegel,[13] dem der Pfarrsatz an der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt zustand, wurden vom Magistrat der Stadt in der Folge lutherische Pfarrer nach Glatz berufen:[20][21] 1562 Magister Johann Prager, 1563 Magister Abraham Zenckfrey († um 1610)[22][23] und 1564 Andreas Eising d. Ä. (1524–1591)[24][19]. Hans Caudir willigte auch darin ein, dass die Lateinschule der Johanniter 1561 in die Verwaltung des Magistrats überging, 1565 durch einen Neubau ersetzt[25] und mit lutherischen Lehrern besetzt wurde.[26] Dem Rektor der Schule – zunächst Martin Schmid, ab 1570 Martin Sturm (* um 1539; † 1593) – stellte der Komtur einen Freitisch auf seinem „Kreuzhoffe“ zur Verfügung.[27]

Auch nach der Übernahme der Komtur in Glatz und seiner Hinwendung zum Protestantismus blieb Hans Caudir als Dolmetscher im Dienst der Habsburger. Aus dem Jahr 1562 ist die Übersetzung des mit den Osmanen auf acht Jahre geschlossenen Friedensvertrages erhalten, die „Ioannes Gaudiceius,[28] Spiegelus dictus, Ferdinandi interpres[29]“ aus dem Türkischen und Arabischen anfertigte. 1566 nahm „Hans Spegel“ im Gefolge des Kaisers als „Röm. Kay. May. Hofdiener, so auff … zwey pferdt besoldung“ hatte, am Augsburger Reichstag teil.[30]

Sein Gehalt betrug 1567 unter Kaiser Maximilian II. (1527–1576) monatlich 30 Gulden, seine Kollegen Sigmund Gentsch und Lucas Dragschütz (Drachschütz, Träckschitz; wohl: Lukaš Dragšić), beide ebenfalls Dolmetscher für die türkische Sprache, erhielten 20 Gulden bzw. 15 Gulden.[31] Auch als Mitglied des Hofstaates Rudolphs II. (1552–1612) erhielt „Tulmatsch Hannß Caudier genandt Spiegl von Schrependorff“ bis zu seinem Tod 30 Gulden.[32] Leonhard Krentzheim (1532–1598), der Superintendent des Herzogtums Liegnitz, ließ sich von Caudier für eine Veröffentlichung das Jahr „1561“ der christlichen Zeitrechnung in das Jahr „968“ des islamischen Kalenders umrechnen.[33]

Ohne auf seine Komturswürde zu verzichten, heiratete Hans Caudir von Spiegel 1564. Seine Frau Dorothea „Cautterin“[1] († nach 1581) überlebte ihn.[21] Caudiers Nachfolger als Komtur des Johanniterordens in Glatz wurde Martin Widerin von Ottersbach († 1583).[34][21]

Grabinschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1888 wurde bei Renovierungsarbeiten im Gymnasialhof (ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift Glatz, später Jesuitenkolleg Glatz) die Marmorplatte seiner Grabinschrift aufgefunden, deren linker Rand beschädigt ist und ergänzt werden muss:

[Año] 1579 den 30 tag Augustii umb
[vj]r ist in Got Selligklich entschlaffen
[der] Edle Ernueste Her hanß Caudir Spigel g:
[n]t võ Streṽdorf[35]. Rö. Kay. Mãt. Turckis
[cher] Tolmetsch ṽd volẽchtiger Cõthuher Cõ
[thu]rei Glotz dem Got genadt. Amẽ[1]

In modernisierter Rechtschreibung:

Anno 1579, den 30. Tag [des] Augustes um 4 [Uhr], ist in Gott seliglich entschlafen der edle, ehrenfeste Herr Hans Caudir Spiegel, genannt von Strependorf (oder: Strebendorf, Stroffendorf, Strevendorf, Streuendorf o. ä.)[35], [der] römischen kaiserlichen Majestät türkischer Dolmetscher und wohlandächtiger Komtur [der] Komturei Glatz, dem Gott gnade. Amen.

Neuausgabe seiner Übersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrer Erstveröffentlichung blieben die Chronica Oder Acta von der Tuerckischen Tyrannen herkommen vnd gefuerten Kriegen relativ unbeachtet, bis Johannes Löwenklau (1541–1594) nach seiner Rückkehr aus Konstantinopel in Wien neben dieser Übersetzung die türkische Urschrift einsehen konnte, die in der Büchersammlung Kaiser Rudolphs II. aufbewahrt wurde. Unter Mithilfe eines gewissen „Stephan“ aus Ungarn, der Türkisch, Arabisch und Persisch konnte, gab Löwenklau das Buch 1588 zuerst lateinisch, dann 1590 auch deutsch neu heraus.[10]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gaudier, genannt Spiegel, Johann, türkischer und persischer Dolmetsch des Kaiser Ferdinand I., Adelsbestätigung, Wappenbesserung; Österreichisches Staatsarchiv Wien (Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv, Reichsadelsakten 136.40)
  • Brief von George Martinusiu (= Georg Martinuzzi) an Hebray-paşa (= İbrahim Beg) vom Oktober 1551 mit Bestätigungsvermerk von Hieronymus Martinengus (= Girolamo Martinengo) an Achmath Passa (= Kara Ahmed Pascha) und Hebray Passa aus Wien vom 17. Februar 1552. In: Nicolae Densușianu (Bearb.): Documente privitóre la Istoria Românilor 1531–1552. Bukarest 1894, Nr. ccccvi, S. 636f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau)
  • Bericht der unten verzeichneten behufs der Visitation in der Grafschaft Glatz ernannten kais. Kommissarien über den Erfolg dieser Visitation in Religionsangelegenheiten … und betreffs der daselbst sich aufhaltenden Wiedertäufer und anderer Secten. 1558. 5. Juli. In: Klement Borový: Jednání a dopisy konsistoře katolické i utrakvistické, Bd. II Akta konsistoře katolické (Monumenta Historiae Bohemicae. Staré paměti dějin českých 5/2). Ignaz Leopold Kober, Prag 1869, Nr. 771, S. 229–235 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München), (Google-Books)
  • Bericht, dass ein Priester aus dem Orden der Kreuzherren einem schlesischen Edelmanne das Abendmal sub utraque gereicht habe. 1558. In: K. Borový: Jednání a dopisy (a. a. O.), Bd. II, Nr. 776, S. 241f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München), (Google-Books)
  • Franz Volkmer, Wilhelm Hohaus (Bearb.): Constitutiones Synodi Comitatus Glacensis in causis religionis, 1559. Die Dekanatsbücher des Christophorus Neaetius, 1560, und des Hieronymus Keck, 1631. (Geschichtsquellen der Grafschaft Glatz 3). J. Franke, Habelschwerdt 1884, S. 19 (Digitalisat; djvu-Format bei Śląska Biblioteka Cyfrowa – Schlesische Digitale Bibliothek)

Werke (Übersetzungen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diploma porro pacis octennalis, quod a Ioanne Gaudiceio, Spiegelo dicto, Ferdinandi interprete, linguae Turcicae et Arabicae admodum perito, in Latinum versum esse (1. September 969 = 1562). In: István Katona: Historia Critica Regvm Hvngariae. Stirpis Avstriacae, ex fide domesticorvm et exterorvm scriptorvm concinnata, 4. Buch, Bd. XXIII Ab Anno Christi MDLVIII. Ad Annum Usque MDLXIV. Weingand & Koepf, Buda 1799, S. 598–607 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)[36]
  • Marcus Brosian (= Markus Ambrosius von Brosenthal) (Hrsg.): Chronica Oder Acta von der Türckischen Tyrannen herkommen vnd gefürten Kriegen aus Türckischer Sprachen vordeutschet von Hans Caudier Spiegel genandt. Vorhin nie in Druck ausgangen. Johann Eichorn, Frankfurt an der Oder 1567
  • Johannes Löwenklau (Hrsg.): Annales Sultanorum Othmanidarum, a Turcis sua lingua scripti, … a Joanne Gaudier dicto Spiegel, interprete Turcico Germanice translati. Andreas Wechels Erben / Claude de Marne und Johannes Aubry, Frankfurt am Main 1588 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
    • Johannes Löwenklau (Hrsg.): Annales Svltanorvm Othmanidarvm. 2. Aufl. Andreas Wechels Erben, Frankfurt am Main 1596 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Augsburg)
  • Chronica Der Türckischen Sultanen, Osmanier Geschlechts, von Türcken selbst beschrieben, vnd durch Herrn Hieronymum Beck von Leopoldstorff, Röm. Keys. Maiest. HofCammer Rath anno 1551. von Constantinopol gebracht. Volgendes auß Türckischer Spraach verteutscht durch Hansen Gaudier, genandt Spiegel, weiland Keysers Ferdinandi deroselben Spraach Dolmetschen, und mit dem Türckischen Exemplar conferirt durch Hansen Lewenklau. In: Hans Löwenclau von Amelbeurn: Neuwe Chronica Türckischer Nation von Türcken selbs beschrieben, volgendts gemehrt vnnd in vier Bücher abgetheilt: Das Erst, Gitabi Teuarichi,[37] Chronic oder Zeitbuch der Fürsten Osmanischen stammens, von ihrem Vrsprung … biss auff den Sultan Suleiman Chan, vnd das 1550. jar Christi. Andreas Wechels Erben, Frankfurt am Main 1590, S. 1–53 (Digitalisat in der OpenLibrary)
    • 2. Aufl. Andreas Wechels Erben, Frankfurt am Main 1595 [und weitere Auflagen]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emil Beck[38]: Der Denkstein des Glatzer Johanniterkomturs Hans Caudir Spiegel. (Mit einer autographischen Skizze.). In: Vierteljahrsschrift für Geschichte und Heimatskunde der Grafschaft Glatz 10 (1890/91), S. 181–183 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau)
  • Franz Albert[39]: Ein Provisionsbrief für Cauder v. Spiegel (1561). In: Glatzer Heimatblätter 15 (1929), S. 138f
  • Franz Albert: Wie der Komtur C. Spiegel nach Glatz gekommen ist (1558). In: Glatzer Heimatblätter 17 (1931), S. 141f
  • Arno Herzig: Reformatorische Bewegungen und Konfessionalisierung. Die habsburgische Rekatholisierungspolitik in der Grafschaft Glatz. (Hamburger Veröffentlichungen zur Geschichte Mittel- und Osteuropas 1). Dölling und Galitz, Hamburg 1996

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Vgl. E. Beck: Denkstein (a. a. O.).
  2. Vgl. Ernst Dieter Petritsch: Abenteurer oder Diplomaten? Ein Beitrag zu den diplomatischen Beziehungen Ferdinands I. mit den Osmanen. In: Martina Fuchs u. a. (Hrsg.): Kaiser Ferdinand I. Ein mitteleuropäischer Herrscher. (Geschichte in der Epoche Karls V. 5). Aschendorff, Münster 2005, S. 249–261, bes. S. 253.
  3. Vgl. Heinrich Wendt: Schlesien und der Orient. Ein geschichtlicher Rückblick. (Darstellungen und Quellen zur schlesischen Geschichte 21). Ferdinand Hirt, Breslau 1916; Karl Sczodrok: Schlesiens Anteil an den Türkenkriegen. In: Der Oberschlesier 15 (1933), S. 481–488.
  4. Vgl. Christian d’Elvert: Die Verfassung und Verwaltung von Oesterreichisch-Schlesien in ihrer historischen Ausbildung. Rudolf Rohrer Erben, Brünn 1854, S. 84.
  5. Vgl. Robert L. Dauber: Johanniter-Malteser-Ritter unter kaiserlichen Fahnen 1523–1918. Weißhaupt, Gnas 2007.
  6. Vgl. Ernst Dieter Petritsch: Die Wiener Turkologie vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. In: Klaus Kreiser (Hrsg.): Germano-Turcica. Zur Geschichte des Türkisch-Lernens in den deutschsprachigen Ländern. (Schriften der Universitätsbibliothek Bamberg 4). Universitätsbibliothek, Bamberg 1987, S. 25–40, bes. S. 25f und 33–35.
  7. Richter in Adrianopel, vollendete die Schrift 1550.
  8. Der vollständige Text ist in der sog. „Veranzischen Chronik“ aus dem ehemaligen Besitz des Graner Erzbischofs Antun Vrančić (1504–1573) erhalten; vgl. Carl Göllner: Turcica. Die europäischen Türkendrucke des XVI. Jahrhunderts, Bd. II 1551–1600. (Bibliotheca bibliographica Aureliana 23). Editura Academiei, Bukarest / Körner, Baden-Baden 1968, S. 177.
  9. Vgl. Klaus Kreiser: Der Osmanische Staat 1300–1922. Oldenbourg, München 2008, S. 80.
  10. a b Vgl. Franz Sartori: Historisch-ethnographische Übersicht der wissenschaftlichen Cultur, Geistesthätigkeit und Literatur des österreichischen Kaiserthums nach seinen mannigfaltigen Sprachen und deren Bildungsstufen, Bd. I. Carl Gerold, Wien 1830, S. 384.
  11. = vereidigter Dolmetscher.
  12. Vgl. K. Borový: Jednání a dopisy (a. a. O.), Bd. II, S. 230, auch S. 234.
  13. a b Vgl. Aloysius Bach: Urkundliche Kirchen-Geschichte der Grafschaft Glaz. Gustav Fritz, Breslau 1841, S. 120 und 397 (Google-Books).
  14. Vgl. K. Borový: Jednání a dopisy (a. a. O.), Bd. II, S. 235.
  15. Vgl. K. Borový: Jednání a dopisy (a. a. O.), Bd. II, S. 230 und 269.
  16. Aus Rottersdorf bei Jena, Dr. theol., Hofprediger des Salzburger Elekten Ernst von Bayern, ab 1556 in Glatz, heiratete später und ließ seine geistlichen Ämter ruhen.
  17. Vgl. F. Volkmer, W. Hohaus (Bearb.): Dekanatsbücher (a. a. O.), S. 19.
  18. Lutherischer Patronatsherr; vgl. Georg Buchwald (Bearb.): Wittenberger Ordiniertenbuch, Bd. II 1560–1572. G. Wigand, Leipzig 1895, S. 61.
  19. a b Vgl. Regest einer Urkunde Kaiser Maximilians II. vom 18. Januar 1572, Wien; Berthold Bretholz (Bearb.): Die Urkunden im Glatzer Ratsarchiv. (Geschichtsquellen der Grafschaft Glatz 6/2). Verein für Glatzer Heimatkunde, Glatz 1927, Nr. 232, S. 76f.
  20. Vgl. Eduard Ludwig Wedekind: Geschichte der Grafschaft Glatz. Friedrich Wilhelm Fischer, Neurode 1857, S. 257f (Google-Books).
  21. a b c A. Herzig: Reformatorische Bewegungen (a. a. O.), S. 61f und 83
  22. Aus Wankten bei Liegnitz, musste 1604 das Pfarrhaus in Glatz räumen, dann Pfarrer in Habelschwerth; vgl. A. Bach: Urkundliche Kirchen-Geschichte (a. a. O.), S. 406.
  23. Regest einer Urkunde vom 28. Januar 1564, Glatz; Berthold Bretholz (Bearb.): Die Urkunden im Glatzer Ratsarchiv. (Geschichtsquellen der Grafschaft Glatz 6/2). Verein für Glatzer Heimatkunde, Glatz 1927, Nr. 226, S. 74f (Digitalisat; djvu-Format bei Śląska Biblioteka Cyfrowa – Schlesische Digitale Bibliothek).
  24. Auch: Eißing, Ising, aus Löwenberg, Pfarrer 1546 in Lemberg, 1553 bis 1563 in Brieg; vgl. Siegismund Justus Ehrhardt: Presbyterologie des Evangelischen Schlesiens, Bd. II/1. Johann Gottfried Pappäsche, Liegnitz 1782, S. 53f (Google-Books).
  25. Vgl. Martin Schmid, Georg Hentzner: Monumentum inaugurationis et administrationis scholae Glacensis recens extructae. Johannes Cruciger, Neisse 1566.
  26. Vgl. Erich Kruttge, Wilhelm Schulte, Paul Prohasel: Festschrift zur Feier des dreihundertjährigen Bestehens des Königlichen Katholischen Gymnasiums zu Glatz 1597–1897. L. Schirmer, Glatz 1897, S. 79f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).
  27. Vgl. Festschrift (a. a. O.), S. 84.
  28. Wohl entstellt aus „Gaudireius“ oder „Gaudierius“.
  29. =genannt Spiegel, Übersetzer Ferdinands.
  30. Vgl. Nicolaus Mameranus: Kurtze un[d] eigentliche verzeychnus … aller …, so auff dem Reichßtag zu Augspurg, im Jar 1566 … erschienen seind. Matthias Franck, Augsburg 1566 (Google-Books).
  31. Vgl. A. d. H.: Hofstaat Kaiser Maximilians II. vom Jahr 1567. In: Allgemeines Europäisches Journal 3 (1795), S. 44–80, bes. S. 57 (Google-Books).
  32. Vgl. Joseph Chmel (Bearb.): Urkundenblatt Nr. II … Ruedolff der Annder von Gottes genaden Erwelter Römischer Kaiser … Ordnung vnd hofstat (Fortsetzung) [um 1577/78]. In: Oesterreichisches Archiv für Geschichte, Erdbeschreibung, Staatenkunde, Kunst und Literatur 1/50 (1831), Beilage S. 5–8, bes. S. 5 (Google-Books); Jaroslava Hausenblasová: Der Hof Kaiser Rudolfs II. Eine Edition der Hofstaatsverzeichnisse 1576–1612 (Fontes Historiae Artium 9). Artefactum, Prag 2002, S. 321, Rubrik 58/1.
  33. Vgl. Leonhardus Krentzheim: Chronologia. Das ist, Gründtliche vnd fleissige JahrRechnung, Sam[m]pt verzeichnung der fürnemsten Geschichten, Verenderungen und Zufell. Ambrosius Fritsch, Görlitz 1577, Blatt 392 (Digitalisat der Österreichischen Nationalbibliothek Wien).
  34. Dr. jur., königlicher Appellationsrat in Prag, heiratete 1580 Lucretia Agricola, Tochter von Georgius Agricola († 1555), aus Chemnitz.
  35. a b E. Beck: Denkstein (a. a. O.), S. 182, liest „Streũdorf (Streuendorf)“ und vermutet, dass Streuhof bei Trebnitz (Trzebnica) gemeint ist. Der Parallelbeleg „Schrependorff“ zeigt aber, dass das Graphem „v“ (oder „u“) hier für eines der Phoneme [f], [v], [b] oder [p] steht; die Tilde „~“ als Abkürzungszeichen kennzeichnet ein folgendes „n“.
  36. Auszug in: Miklós Istvánffy: Historia Regni Hungariae… a Nicolao Isthvanfio, Pannonio. Johannes Thomas Trattner, Wien / Prag / Triest 1758, S. 260 (Google-Books).
  37. Kitab-i tevarih-i = كتاب تواريخ = Geschichtsbuch.
  38. Emil Felix Heinrich Beck (* 1845; † nach 1911) aus Liegnitz; Lehrer für Latein, Griechisch, Französisch, Geschichte, Geographie und philosophische Propädeutik in Gleiwitz und Leobschütz, Gymnasialprofessor am Königlichen Katholischen Gymnasium in Glatz, 1896 bis 1903 (em.) am Königlichen Katholischen St. Matthiasgymnasium in Breslau, danach in Hirschberg.
  39. Franz Willi August Albert (1876–1944) aus Straßburg; Studium in Freiburg i. Br. und Innsbruck, 1901 Kaplan in Soufflenheim, 1904 Priester in Straßburg, 1906 Divisionspfarrer in Mörchingen (Morhange), 1908/09 in Berlin, 1909 in Allenstein (Olsztyn), 1912 Garnisonspfarrer in Glatz, 1914 Felddivisionspfarrer, 1916 Armeeoberpfarrer der 10. Armee, 1920 Pfarrer beim Wehrkreiskommando Stettin, danach in Glatz, 1938 Standortpfarrer in Würzburg, 1939–1943 stellvertretender Wehrkreispfarrer in Nürnberg, Regionalhistoriker und Aktivist für das „Deutschtum“ in der Grafschaft Glatz.