Hans Georg Bulla

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Hans Georg Bulla

Hans Georg Bulla (* 20. Juni 1949 in Dülmen) ist ein deutscher Lyriker, Lektor und Herausgeber.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur (1967) in Münster begann Bulla sein Studium an der dortigen Universität, das er an der Universität Konstanz fortsetzte und 1973 mit dem Staatsexamen (Linguistik/Anglistik, Erziehungswissenschaften und Germanistik) abschloss. Danach arbeitete er an der Universität in der Bildungsforschung und promovierte 1981 in Sozialwissenschaften.

Ab Mitte der 60er Jahre war Bulla in der literarischen „Alternativen Szene“ aktiv, veröffentlichte erste Gedichte und gehörte dann zu den Gründern der Konstanzer Literaturzeitschrift Univers. 1975 veröffentlichte der holländische Pressendrucker und Kleinverleger Eric van der Wal seinen bibliophilen Debütband „Kleinigkeiten“, dem zahlreiche weitere Veröffentlichungen (so zum Beispiel beim Suhrkamp-Verlag) folgten. Johann P. Tammen kennzeichnet in der Literaturzeitschrift die horen den Lyriker Bulla so: „[Sein] Augen-Maß für die kleinen Alltagsdinge ist präzis wägend und bergend. Er stapelt nicht hoch, sondern sorgt für größtmögliche Anschauung.[1]

Seit Anfang der 80er Jahre ist Bulla Lektor und Herausgeber der deutschsprachigen Editionen des niederländischen Verlegers Eric van der Wal und hat seither mehr als 120 Titel, darunter zahlreiche Debüts, betreut (zum Beispiel von Maria Beig, Sabine Küchler, Hugo Dittberner, Walter Helmut Fritz und Hermann Kinder). Als Literaturkritiker und Kulturjournalist hat er u.a. für die NZZ und den Südwestfunk gearbeitet.

Bulla war in zahlreichen literarischen Jurys und Projekten aktiv, z. B. mehr als anderthalb Jahrzehnte lang im Literarischen Beirat des Lüneburger Heinrich-Heine-Hauses. Gegenwärtig ist er u. a. im Redaktionsbeirat des Literaturzeitschrift Ort der Augen (Sachsen-Anhalt) tätig. Daneben gibt er die bibliophilen Erstveröffentlichungen der San-Marco-Handpresse (Neustadt) heraus.

Bulla ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Er arbeitet in der niedersächsischen Erwachsenen- und Weiterbildung und lebt in der Gemeinde Wedemark im Norden der Region Hannover.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rückwärts einparken. Friedliche Geschichten. Septemberbuch. Münster 1977. ISBN 3-9800140-0-2
  • Ausgeträumt. 10 Erzählungen. (Mitverfasser.) Suhrkamp. Frankfurt 1978. ISBN 3-518-02034-X
  • Landschaft mit langen Schatten. Sauerländer. Aarau 1978. ISBN 3-7941-1590-2
  • Weitergehen. Gedichte. Suhrkamp. Frankfurt 1980. ISBN 3-518-11002-0
  • Der Schwimmer. Gedichte. Suhrkamp Verlag. Frankfurt 1982 ISBN 3-518-02526-0
  • Kindheit und Kreide. Gedichte. Suhrkamp. Frankfurt 1986. ISBN 3-518-02573-2
  • Verzögerte Abreise. Gedichte. Basilisken-Presse. Marburg 1986. ISBN 3925347003
  • Das Versprechen des Körpers. Hörspiel. Norddeutscher Rundfunk 1987
  • Die Bücher, die Bilder, die Stimmen. Gedichte. Eric van der Wal. Bergen/Holland 1989
  • Katzentage. Gedichte. Eric van der Wal. Bergen/Holland 1990
  • Verlorene Gegenden. Gedichte. Pfaffenweiler-Presse. Pfaffenweiler 1990. ISBN 3-927702-04-8
  • Über Land. Ausgewählte Gedichte. Edition m. Leipzig 1993. ISBN 3-910171-05-2
  • Doppel. Gedichte. Eric van der Wal. Bergen/Holland 1995
  • Flügel über der Landschaft. Gedichte. San Marco Handpresse. Neustadt a. Rbg. 1997
  • Nachtgeviert. Gedichte. Postskriptum. Hannover 1997. ISBN 3-922382-76-2
  • Stürzen. Gedichte. Eric van der Wal. Bergen/Holland 2000
  • Was kommen wird. Gedichte. San Marco Handpresse. Neustadt 2001
  • Aus gegebenem Anlaß. Eric van der Wal. Bergen/Holland. 2002
  • Mit der Hand auf der Schulter. Gedichte. Eric van der Wal. Bergen/Holland 2006
  • Ins schwarze Heft. November-Notizen. San Marco Handpresse, Neustadt 2009
  • Stimmen im Depot. Neue Gedichte. Eric van der Wal. Bergen/Holland 2011
  • Wechselgetriebe. Ausgewählte Gedichte und Notate. Mit einem Nachwort von Hermann Kinder. Aisthesis, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-89528-874-6

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der tote Nachbar“
„Redete mit den Vögeln, / den Blumen im Garten. / Ging langsam auf dem Kiesweg / dem hellen Enkelkind nach. / Ließ mir den Vortritt im Laden, / ich hatte es immer eilig.“[3]

Literatur/Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Binder: Beschatteter Alltag und andere Welten. Gedichte von Agathe Keller und Hans Georg Bulla. In: Neue Zürcher Zeitung vom 2. Juni 1978
  • Jens Jessen: Gehört Mut zur Friedlichkeit? Gedichte und ‚friedliche Geschichten‘ von Hans Georg Bulla. In: FAZ vom 6. November 1978
  • Wolfgang Minaty: Wenn die Angst Fallen stellt. Hans Georg Bulla schreibt keine friedlichen Geschichten. In: Stuttgarter Zeitung vom 26. Januar 1980
  • Günter Kunert: Der Tod, real und irreal. In: Die Zeit vom 17. September 1982
  • Ulla Hahn: Ewige Wahrheiten, zaghaft gemurmelt. Gedichtbände von Hans Georg Bulla und Gert Loschütz. In: FAZ vom 9. September 1980
  • Ralph Grüneberger: Biographische Gemarkungen. In: Leipziger Volkszeitung vom 5. April 1991
  • Barbara Servetti: L'opera di Hans Georg Bulla. Tesi di Laurea. Universitá degli Studi di Torino. Facoltá di Lettere e Filisofia. Turin 2000
  • Martina Sulner: Gute Verbindungen zur Presse – Lyriker, Lehrer und Lektor: Hans Georg Bulla fördert Dichter aus Niedersachsen. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 28. Dezember 2004
  • Peter Piontek: Das Lesen mit dem Bleistift. Seit 20 Jahren ist Hans Georg Bulla der Lektor Eric van der Wals. In: die horen, Nr. 216. Bremerhaven 2006. ISSN 0018-4942

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hans Georg Bulla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johan P. Tammen: Bilder vor dem Abschied oder: Was geschieht, ist aufgezeichnet. Laudatio auf Hans Georg Bulla. In: die horen. Nr. 186. S. 131. Bremerhaven 1997. ISSN 0018-4942
  2. Killy Literaturlexikon, Band 2, S. 294
  3. Weitergehen. Suhrkamp. Frankfurt 1980. S. 89