Hermann Kinder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hermann Kinder (Pseudonyme: Grethi T. Tunnwig, Armand Dessin, * 18. Mai oder 18. Juni 1944 in Thorn) ist ein deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Kinder ist der Sohn eines Theologieprofessors und Neffe von Hermann Kinder, einem Mitherausgeber des dtv-Atlas Weltgeschichte. Er wuchs in Heilsbronn, Neuendettelsau in Franken und in Münster (Westfalen) auf. Er besuchte den humanistischen Zweig der Melanchthon-Schule Steinatal in der Schwalm, an dem er 1964 sein Abitur ablegte. Anschließend studierte er Kunstgeschichte und Deutsche und Niederländische Philologie in Münster, Amsterdam und Konstanz. 1968 erhielt er den Grad eines Magisters; 1972 promovierte er zum Doktor der Philologie.

Von 1972 bis 1974 war er als wissenschaftlicher Assistent im Fachbereich Literaturwissenschaft der Universität Konstanz tätig. Von 1974 bis zum Ende des Sommersemesters 2008 war er Akademischer Rat für Germanistik und Literatursoziologie an derselben Universität.[2] Zwischenzeitlich war er von diesem Posten beurlaubt, um seiner Tätigkeit als freier Schriftsteller nachgehen zu können. Im Jahre 1986 nahm er Lehraufträge in Klagenfurt und Shanghai wahr.

Kinder ist seit 1978 Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller und seit 1987 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Verhältnis von Dichtung und Geschichte in Wilhelm Raabes „Odfeld“ und „Hastenbeck“, Konstanz 1968
  • Poesie als Synthese, Frankfurt am Main 1973
  • Der Schleiftrog, 1. Aufl. Zürich 1977, Neuauflage Oktober Verlag, Münster 2007 mit aktuellem Nachwort des Autors
  • Du mußt nur die Laufrichtung ändern, Zürich 1978
  • Lauter lieben, Memmingen 1980
  • Vom Schweinemut der Zeit, Zürich 1980
  • Der helle Wahn, Zürich 1981
  • Liebe und Tod, Zürich 1983
  • Der Mensch, ich Arsch, Zürich 1983
  • Ins Auge, Zürich 1987
  • Winter am Meer, Bergen 1987 (zusammen mit Eric van der Wal)
  • Fremd – daheim, Eggingen 1988
  • Kina, Kina, Zürich 1988
  • Die böhmischen Schwestern, Zürich 1990
  • Der Mythos von der Gruppe 47, Eggingen 1991
  • Alma, Zürich 1994
  • Von gleicher Hand, Eggingen 1995
  • Um Leben und Tod, Hamburg 1997
  • Nachts mit Filzstift und Tinte, Eggingen 1998
  • Himmelhohes Krähengeschrei, Lengwil 2000
  • Die Forellsche Erkrankung, Bordenau [u.a.] 2002 (zusammen mit Peter Marggraf)(Nicole Nelles und Jennifer Hagen)
  • Mein Melaten. Der Methusalem-Roman, Frankfurt am Main, 2006
  • Der Weg allen Fleisches, Weissbooks, Frankfurt am Main, 2014
  • Portrait eines jungen Mannes aus alter Zeit, Weissbooks, Frankfurt am Main, 2016

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgers Liebe, Frankfurt am Main 1981
  • Die klassische Sau, Zürich 1986
  • Berthold Auerbach - "Einst fast eine Weltberühmtheit". Eine Collage, Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011
  • Berthold Auerbach, Tausend Gedanken. Aphorismen, Edition Alea, Badenweiler 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Kelter, Jörn Laakmann (Hrsg.): Dreißig auf Fünfzig. Für Hermann Kinder. Waldgut, Frauenfeld 1994.
  • Christof Hamann, Siegmund Kopitzki (Hrsg.): Hermann Kinder. Isele, Eggingen 2008 (Porträt, Bd. 8).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kinder selbst behauptet, am 18. Juni geboren zu sein, siehe Jochen Schimmang: So haben wir uns das Altern nicht vorgestellt [Rezension], in: FAZ, 17. Mai 2014, S. 12
  2. Kinder trat am 11. Juli 2008 in den Ruhestand. Quelle: Artikel Die Wörterwelt, Stuttgarter Zeitung Nr. 160/2008 vom 11. Juli 2008, S. 31.
  3. Alemannischer Literaturpreis. Stadt Waldshut-Tiengen, abgerufen am 29. Januar 2015.