Hans Salentin

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Hans Salentin (* 22. Juni 1925 in Düren; † 21. Juli 2009 in Köln). Er lebte seit 1954 in Köln. Hans Salentin nimmt als Plastiker und Maler unter den Künstlern in Nachkriegsdeutschland bis heute eine herausragende Position ein.

Hans Salentin, der Maler, Zeichner, Konstrukteur und Monteur, der Erfinder „technoider Fiktionen“ - so der Titel seiner Ausstellung in Nürnberg 1972 - gehört zu den wichtigen deutschen bildenden Künstlern nach 1945. Er gestaltet von Anfang an bis heute als Vertreter der künstlerischen Avantgarde.

Stilistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während und nach seiner Studienzeit an der Düsseldorfer Kunstakademie von 1959 bis 1964 ist Salentin zunächst Mitglied der „Gruppe 53“, wie seine Kommilitonen Heinz Mack und Otto Piene, denen er zeitlebens verbunden ist.

Die zunehmende Verengung der Gruppe 53 auf den Tachismus führte ihn gemeinsam mit Mack und Piene zur Einrichtung von inzwischen berühmten, auch legendär genannten, Abendausstellungen in der Gladbacher Straße im Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk. Diese Ausstellungen, deren Impetus letztlich im Jahre 1957 in der Künstlergruppe ZERO einen entscheidenden Ausdruck fand, stellen einen bedeutsamen Teil der jüngeren deutschen Kunstgeschichte dar. „Dachziegelreliefs“ sind sein hervorragender Beitrag bei Ausstellungen zu dieser Zeit.

Dann, sich lösend, seine eigene Richtung einschlagend, entstehen zunächst Zinkblechreliefs, später vollplastische Objekte aus Aluminiumguss-Teilen. Er wird zur documenta 6 eingeladen und zeigt dort z.B. den „Mondkarren“, ein großartiges Beispiel für sein stilistisches Prinzip, sein Gestaltungsprinzip der Collage, der Assemblage und zugleich für den Gegenstand seiner Darstellungen: die Utopie.

Salentin ist allen Jahren diesem Prinzip der Montage, der Collage immer treu geblieben, für das er sich metallischer oder reprofotografischer Funde, auch solcher aus Kunststoff bedient und sie in freie, fiktive Figurationen einbindet. Selbst in seine Zeichnungen werden kleine Partien oder Teile montiert, die den Fluss der Linie aufhalten und den organischen Lauf des Stifts, des Pinsels brechen. In der Literatur wird sein künstlerisches Prinzip als das der Umformung des „objet trouvé“ in das „objet corrigé“ bezeichnet.

Diesem Prinzip, einer besonderen Stufe des Prinzips „Collage“ folgend hat sich das Werk Salentins weiterentwickelt. Mit immer neuen Einfällen rückt er dem gewohnten Tafelbild, dem Relief, der Skulptur zu Leibe, findet immer andere Möglichkeiten, die Dinge und die künstlerischen Techniken im Zwei- und Dreidimensionalen in unerwartete ästhetische Symbiose zu fügen.

Wenn Salentin sich modernen Materialien bzw. Medien für die Darstellung bedient, gelingt ihm durch gleichzeitige Verwendung unterschiedlicher Materialien und künstlerischer Techniken nicht nur im Ergebnis des Kunstwerks eine Collage des Sujets, sondern es wird auch mittels des Gebrauchs des Prinzips technischer Reproduzierbarkeit für den aufmerksamen Betrachter eine Sequenz, eine zuvor nicht gekannte Collage moderner Techniken und Medien als Prozessform der künstlerischen Gestaltung nachvollziehbar.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Salentin wurde als zweiter Sohn von Paul und Helene Salentin am 22. Juni 1925 in Düren geboren. Das Stiftische Gymnasium besuchte er ab 1936 in Düren und er regte Kontakte zu den Kunstlehrern und Künstlern Josef Offergeld und Walter Recker an. Zum Kriegsdienst wurde er 1943 an der russischen Grenze verpflichtet. Im Juni 1944 geriet er in Kriegsgefangenschaft in Sibirien. Nach Düren kehrte er im August 1945 zurück und war schwer krank.

Salentin besuchte von 1947 bis 1949 die staatlichen Malschule von Jo Strahn in Düsseldorf-Niederkassel. 1954 schloss er ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Malklasse von Paul Bindel; u. a. mit Heinz Mack, Otto Piene, Raimund Girke ab, welches er 1950 begann. Im Jahre 1954 war er als Kunsterzieher an Dürener Gymnasium angestellt. Später zog er nach Köln um, wo er als Kunsterzieher am altsprachlichen Gymnasium Köln-Mülheim angestellt wurde. Von 1955 bis 1958 arbeiten Salentin, Mack, Piene in Düsseldorf-Bilk im gemeinsamen Ateliergebäude. Der Name ZERO entstand 1957 im Rahmen der Abendausstellungen; Salentin nimmt bis 1965 an Ausstellungen der Gruppe ZERO teil. Mitglied der Gruppe 53 wurde er 1957. Am Schiller-Gymnasium, Köln-Sülz, unterrichtete im Jahr 1959. Im gleichen Jahr heiratete er Ursula Hansen, sie ist Gymnasiallehrerin und Autorin der Biographie Anna Amalia : Wegbereiterin der Weimarer Klassik. (Köln: Böhlau, 1996 und 2001. Taschenbuchausg. München: Piper, 2007). Seine erste Einzelausstellung wurde 1962 in Düsseldorf bei Schmela durchgeführt. 1976, wurde er Mitglied im Deutschen Künstlerbund. [1] Im Jahre 1977 wurde zur documenta 6 nach Kassel eingeladen. Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich von 1981 bis 1989 aus dem Kunstbetrieb zurück. 1995 begann er mit der plastischen Tätigkeit erneut.

Bis kurz vor seinem Tod lebte und arbeitete Hans Salentin zurückgezogen und konzentriert in seinem Haus in Köln-Marienburg. Er sprach von "100.000 Blättern als Lebenswerk".

Gedanken zur künstlerischen Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jungen Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1925 in Düren geboren ist Hans Salentin, hier ist er aufgewachsen und aufs Gymnasium gegangen. Seine Mutter, ein musischer Mensch, erzieht ihn und seinen Bruder, der ihm überaus viel bedeutet, streng katholisch. Der Vater, Lehrer, der auch als Leiter der Kreisbildstelle des Kreises Düren arbeitet, lässt ihn teilhaben an seinem Steckenpferd, der Fotografie, die er künstlerisch ambitioniert betreibt.

Über viele Jahre wird Salentin von seinem Kunsterzieher am Gymnasium, Walter Recker, gezielt gefördert (als dessen Schüler auch die Dürener Künstler Ulrich Rückriem und Walter Cüppers zu erwähnen sind). Dieser Kontakt besteht sehr lange – über die Düsseldorfer Zeit an der Schule von Jo Strahn (auch Cüppers) bis zum Tode von Walter Recker. Es kann also gesagt werden: Das Talent des jungen Hans Salentin wurde früh erkannt und gefördert, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten wurden unter fachkundiger und pädagogischer Anleitung herausgebildet.

Hans Salentin wird im Jahr 1943 zum Kriegsdienst einberufen, ist Mitte 1944 auf Urlaub zu Hause und kehrt im Juni gerade noch rechtzeitig an die Front zurück, um dort in die sowjetische Offensive im Mittelabschnitt der Front und in Kriegsgefangenschaft zu geraten. Hans Salentin wird mit seinen Kameraden durch die Straßen von Moskau getrieben, zur Schau gestellt und nach Nowosibirsk verfrachtet. Das Dahinexistieren im Lager wird durch Zwangsarbeit in der Munitionsfabrik, unerträglichen Schmutz, Krankheit, Verfall und Tod geprägt. Im August 1945 stellt die Lagerärztin fest, dass der Gefangene Salentin zu schwach für weitere Arbeit ist, er erhält einen Entlassungsschein. Er kehrt schwerkrank nach Düren zurück. Noch auf dem Krankenbett lässt er sich Utensilien zum zeichnen reichen. - Die Entscheidung für die künstlerische Expression ist wohl hier bereits endgültig gefallen.

Die Akademie-Jahre und danach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1959 bis 1976 unterrichtete Salentin am Kölner Schiller-Gymnasium als Studiendirektor das Fach Kunst. Aufgrund seiner Kriegserfahrungen war Hans Salentin jeglicher Zwang zuwider. Er ließ seinen Schülern sehr viel Freiraum. Wer bei Hans Salentin nicht malen und zeichnen wollte, der durfte sich während der Kunststunde mit anderen Dingen beschäftigen. Salentin brachte Schülern den Umgang mit Stift und Pinsel bei; auf Theorie und Bildbeschreibungen legte er nicht den Schwerpunkt. Mit Schülern höherer Klassen wechselte Salentin gelegentlich vom Kunstraum in den benachbarten Musikraum. Dort setzte er sich an den Flügel und spielte für ein Potpourri aus Jazz und Unterhaltungsmusik der 50er und 60er Jahre.

Im Mai 1950 hatte Salentin die erste Begegnung mit seinen Kommilitonen Heinz Mack und Otto Piene an der Düsseldorfer Kunstakademie. Diese Begegnung sollte richtungsgebend sein für seine künstlerische Entwicklung. Es entstand eine Freundschaft, die in der „Gruppe 53“ und später in „ZERO“ auch einen ästhetisch-künstlerischen Zusammenhalt zeigte.

Wenn ZERO auch wie viele andere nur eine kurzlebige Künstlervereinigung war, so hatte sich doch eine Künstlergruppe formiert, die Anfang der 60er Jahre in Deutschland, später auch im Ausland, Kunstgeschichte schrieb. Die Ausgabe der Zeitschrift „ZERO III“ wurde am 5. Juli 1961 in einem großartigen Happening mit Hunderten von Menschen vor der Galerie Schmela konsequenter Weise zugleich als ihr feierliches Begräbnis gefeiert. Die Protagonisten der Gruppe fühlten wohl nur zu gut, dass eine solch künstlerisch revolutionäre Haltung wie die ihre sich ebenso wenig über lange Zeit konservieren ließe wie revolutionäre Ideen im politischen Alltag überleben.

Für Hans Salentin wurde das Stehenbleiben, die Repetition der Formensprache von ZERO offenkundig. Er grenzt sich ab und orientiert sich neu durch einen „Utopischen Realismus“ in der Hinwendung zur Assemblage und zur Vollplastik.

Hans Salentin nimmt den gedanklichen ästhetischen Faden von ZERO, den der Avantgarde auf, indem er den Zeitgeist und das Material als Ausgangspunkt seines Schaffens wählt und dann über eine etablierte Grenze führt. Er bleibt nicht bei einer „Zeitgeist-Reflexion“ stehen. Er sagte einmal: „Die Welt ist eine Halde.“ und „Ich danke den Ingenieuren der Welt, die so großartige Formen geschaffen haben.“ Er führt uns in sehr poetisch ästhetischer Arbeitsweise mittels des Stilmittels der Verfremdung in neue, in utopische, in absurde Kunstwelten. Er will mit Hilfe der Verfremdung die Künstlichkeit der Kunst und die ihr innewohnende Ästhetik anschaulich vorführen. Bildende Kunst soll nicht mehr Abklatsch einer wie auch immer gearteten Realität sein.

Die documenta 6 im Jahre 1977, von Manfred Schneckenburger ausgerichtet, wollte, dass die Künstler sich nach neuen Materialien umsahen, neue Medien ausprobierten: das Foto als Kunstwerk, die Performance oder auch Videoinstallationen wurde entdeckt oder wiederentdeckt. Das "Medienkonzept" der documenta 6 hatte als ein Ziel, den Stellenwert der Kunst im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit zu hinterfragen. Hans Salentin wird zu dieser documenta eingeladen.

Für die Retrospektive im Kölnischen Kunstverein (1990) entschließt sich Hans Salentin mit dem Kupfer- und Steindrucker Manfred Klement eine Edition von Zehn Radierungen herauszubringen. Die Gestaltung dieser Edition erscheint in einer Auflage von 10 Radierungen in einer Zinkkassette, Auflage 10 Kassetten. Die Arbeiten sind arabisch nummeriert. Zusätzlich sind alle Drucke in einer Auflage, römisch nummeriert, erschienen. Der Bau der Kassette erfolgt durch Martin Kätelhön.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1949 – 55, Jahresausstellung Dürener Künstler, Leopold-Hoesch-Museum, Düren
  • 1957, 1. und 4. Abendausstellung, Gladbacher Straße, Düsseldorf
  • 1957, „Gruppe 53“, Kunstverein in der Kunsthalle Düsseldorf
  • 1958, 7. Abendausstellung, Gladbacher Straße, Düsseldorf
  • 1961 bis 1965, mit der Gruppe ZERO
    • Große Düsseldorfer Kunstausstellung, Kunstpalast im Ehrenhof, Düsseldorf
    • „Edition, Exposition, Demonstration“, Galerie Schmela, Düsseldorf
    • Galerie A, Arnheim/NL
    • "IV biennale", San Marino
    • New Vision Centre, London
    • Institut of Contemporary Art, University of Pennsylvania, Philadelphia
    • The Washington Gallery of Modern Art, Washington, D.C.
  • 1962, Anti-Peinture, G 58, Hessenhuis, Antwerpen/B
  • 1967, "fetisch-formen", Haus am Waldsee, Berlin
  • 1972, "Szene Rhein-Ruhr", Folkwang-Museum Essen
  • 1974, "Naivität der Maschine", Frankfurter Kunstverein
  • 1975, "Der Angepasste Mensch", Kunsthalle Mannheim
  • 1974, "Ars intermedia. 25 artistes allemands", Galeries Les Contemporais, Genval-Lac/BE
  • 1977, "Fahrzeuge, utopisches Design", documenta 6, Kassel
  • 1991, „Aluminium - Das Metall der Moderne“, Stadtmuseum Köln
  • 1993, „Bildlicht“ – Wiener Festwochen, Museum des 20.Jahrhunderts, Wien
  • 1995, „Die Geschichte des Prometheus“, Leopold-Hoesch-Museum, Düren
  • 1999, "ZERO aus Deutschland", Esslingen, Kiel, Madrid
  • 2001, „Darlings - Bilder + Skulpturen aus priv. Samml.“, Museum Morsbroich, Leverkusen
  • 2006 " ZERO - Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/ 60er Jahre,museum kunst palast Düsseldorf

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962, Galerie Schmela, Düsseldorf
  • 1967, Art Intermedia, Köln
  • 1969, Galerie Tobies & Silex, Köln
  • 1972, Kunsthalle Nürnberg (mit Joachim Bandau)
  • 1973, Galerie Onze, Brüssel
  • 1974, Forum Kunst, Rottweil
  • 1975, Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln (mit Joachim Bandau)
  • 1976, Galerie Schmela, Düsseldorf
  • 1978, Märkisches Museum, Witten
  • 1979, Galerie Der Spiegel, Köln
  • 1989, Beethovenhalle, Bonn
  • 1990, Kölnischer Kunstverein
  • 1990, Galerie Schütte, Essen
  • 1992, Galerie Schütte, Essen
  • 1995, Leopold-Hoesch-Museum, Düren
  • 1997, Städtische Galerie Remscheid
  • 2000, Kölnisches Stadtmuseum und Galerie Skala, Köln
  • 2005, Kunsthalle Villa Kobe, Halle (Saale)
  • 2005, Kunstforum St. Clemens, Köln
  • 2005, Schloss Burgau, Düren

Künstlerische Leistung - Versuch einer Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Salentin gestaltet von Anfang an als Vertreter der künstlerischen Avantgarde, war und ist Teil der jüngeren Kunstgeschichte. Immer geht er seinen ganz eigenen Weg, gerade, im besten Sinne „eigen-sinnig“. Charakteristisch für die Person und für seine Botschaft durch sein Werk ist: Hans Salentin lebt sein Künstlerdasein durch und durch, ohne irgendeine wie auch immer geartete gesellschaftliche Anpassung. Der Mann und der Künstler sind geprägt von nur einer Expression: Kunst um der Kunst willen in diese Welt zu setzen - Opportunismus oder Anbiederung sind ihm fremd. Das lässt er sowohl die Menschen als auch den Kunstmarkt wissen. Salentin lebt sein Leben direkt! So ist es wohl auch konsequent, wenn er sich nach Anfängen bei der Düsseldorfer Zero-Gruppe ab 1962/63 für einen eigenen Weg entschied, der damals wie heute im wahren Wortsinn „Avantgarde“ heißt, was ja nichts anderes bedeutet als vor den Dingen wie sie sind, über sie hinaus, über Gedanken alltäglicher und gefälliger Visionen zu haben, sie als Utopien zu gestalten.

Dabei wurzelt natürlich die Utopie im heute, denn hier und heute lebt der diese Utopie gestaltet. Genau dies verweist auf den künstlerischen Gestaltungsprozess des Hans Salentin: indem er das ‚objet trouvé’ seiner zweckrationalen Bestimmung eines Apparats, einer Maschine, eines Geräts des Alltags moderner Gesellschaft entkleidet, verweist Hans Salentin in Zeiten des scheinbar unbegrenzten technischen Aufbruchs – wir erinnern uns z.B. an die Eroberung des erdnahen Weltraums - auf Prinzipien der industriellen Lebenswelt: auf ihre Begrenztheit, auf ihre einseitige Zweckrationalität. Und weil er das Material ebendieser Welt zum ‚objet corrigé’ verwandelt, weist über diese Moderne hinaus auf das Leitbild der Utopie, die Prinzipien von Machbarkeit, Erklärbarkeit kritisierend und deren innewohnende Absurdität aufdeckend. Er führt uns vielmehr das Abstraktum konkreten Lebens, den Geist der Zeit vor Augen indem er den Zeitgeist – auch den des Kunstbetriebs – überwindet.

Das ist so sehr wahrscheinlich nicht intendiert, aber, um Albert Camus zu zitieren, „Tiefe Gefühle besagen – wie große Kunstwerke – immer mehr, als sie bewusst aussagen.“ Und Salentin wird von tiefen Gefühlen getrieben, denn er wurde mit seiner Generation um die Jugend durch den Kriegseinsatz und Gefangenschaft in Sibirien betrogen!

Im viel zitierten auf Hans Salentin bezogenen „Prinzip Collage“, seinem künstlerischen Arbeitsweg vom ‚objet trouvé’ zum ‚objet corrigé’ erkennen wir einerseits die Person des Hans Salentin, seine Fähigkeit zu schauen, seine Erfindungsgabe, seine überragenden technischen Fertigkeit zu zeichnen, seine Fähigkeit ein geschlossenes Ganzes entstehen zu lassen, sein Faible für absolute Ästhetik, andererseits aber auch sein fragen nach Existenz und Sinn - - und seine auch absurden Antworten auf die moderne Welt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Salentin. Das einen Überblick über das Werk anbietende Buch mit Beiträgen von Gabriele Lueg und Manfred Schneckenburger zur Ausstellung im Kölnischen Kunstverein im Frühjahr 1990, Hrsg. Pavel Liška, Wienand Verlag Köln, 1990
  • ZERO: Heinz Mack, Otto Piene, Günther Uecker, von Heiner Stachelhaus, Düsseldorf, 1993
  • Das plastische Werk von Hans Salentin: Werkanalyse und Werkverzeichnis, Dissertation des Thomas Hirsch, pdf-Dokument der Universitätsbibliothek Heidelberg, www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/3347
  • Festschrift anläßlich der Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum zu Ehren des 75. Geburtstags von Hans Salentin im Jahre 2000, Hrsg. Michael Euler-Schmidt.
  • Auf dem Weg zur Avantgarde - Künstler der Gruppe 53, Hrsg. Marie-Luise Otten, anl. der Ausstellung des Museums der Stadt Ratingen 2003.
  • Hans Salentin zum 80. Geburtstag 2005 - Bilder und Objekte, Katalog zur Ausstellung auf Schloss Burgau/ Düren, Hrsg. Frank Druhm mit einem Beitrag von Thomas Hirsch.
  • Alfred Schmela - Galerist-Wegbereiter der Avantgarde, Hrsg. Karl Ruhrberg, Wienand Verlag Köln, 1996
  • Hans Salentin zum 80sten - Eine Annäherung, Frank Druhm, Jahrbuch 2006, herausgegeben vom Kreis Düren 2005
  • ZERO ist gut für Dich - in: sediment - Mitteilungen zur Geschichte des Kunsthandels, Hrsg.: Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e.V.-ZADIK,2006 ISBN 3-938821-25-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Salentin, Hans (abgerufen am 31. Dezember 2015)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]