Hans W. Geißendörfer

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Hans W. Geißendörfer (2015)

Hans Wilhelm Geißendörfer (* 6. April 1941 in Augsburg als Wilhelm Max Geißendörfer) ist ein deutscher Regisseur, Autor und Filmproduzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geißendörfer wuchs als Kind einer Pfarrersfamilie in Neustadt an der Aisch auf. Sein Vater war Militärgeistlicher.[1][2] Von 1962 bis 1967 studierte er Germanistik, Theaterwissenschaften, Psychologie und afrikanische Sprachen. 1971 gründete er mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. Sein Film Die gläserne Zelle war 1979 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

1982 gründete Geißendörfer seine eigene Produktionsgesellschaft, die Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion GmbH, kurz gff GmbH. Sie produziert seit 1985 in Zusammenarbeit mit dem WDR die erste deutsche Dauerserie Lindenstraße, bei der Geißendörfer zeitweise auch Regie führte. Zu dieser Serie wurde er durch seine Kindheit in einem Mehrfamilienhaus in Neustadt an der Aisch inspiriert. 2011 gehörte er zu den Mitgründern des Video-on-Demand-Portals alleskino.de, das zum Ziel hat, alle deutschen Kinoproduktionen zu zeigen.[3]

In der Öffentlichkeit trägt Geißendörfer stets eine Wollmütze. Nach seiner eigenen Aussage wurde ihm nach einem schweren Nebenhöhlenkatarrh in seiner Kindheit von ärztlicher Seite geraten, immer eine Kopfbedeckung zu tragen, zur jetzigen Kappe inspirierte ihn der Film Einer flog über das Kuckucksnest, in dem Hauptdarsteller Jack Nicholson ein ähnliches Modell trägt.[4]

Die Regisseurin Hana Geißendörfer ist seine Tochter.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: Filmband in Silber (Nachwuchsregie) für Jonathan
  • 1970: Preis der 15 (deutschen Filmkritiker) für Jonathan als bestes Debüt
  • 1976: Filmband in Silber für Sternsteinhof
  • 1978: Filmband in Gold für Die gläserne Zelle
  • 1979: Oscar-Nominierung für Die gläserne Zelle
  • 1982: Filmband in Silber für Der Zauberberg
  • 1988: Bambi für Lindenstraße
  • 1998: Goldene Kamera für Lindenstraße
  • 2001: Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Lindenstraße
  • 2005: Kompassnadel des Schwulen Netzwerks
  • 2005: DVD Champion in der Kategorie Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk
  • 2013: Integrationsbrief der bayerischen Staatsregierung
  • 2015: Max-Ophüls-PreisEhrenpreis für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film[6]
  • 2015: Bundesverdienstkreuz am Bande[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hans W. Geißendörfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Mack: Karriere einer Pfarrerstochter. deutschlandradiokultur.de, 26. Oktober 2005, abgerufen am 26. Oktober 2014
  2. Hans W. Geißendörfers Biografie bei Who’s Who.
  3. Über uns auf alleskino.de
  4. Der Mann hinter der Lindenstraße auf dradio.de
  5. gff - geißendörfer film- und fernsehproduktion - Tatort Dortmund: Schwerelos. Abgerufen am 4. Mai 2015.
  6. Ehrenpreisträger Hans W. Geißendörfer. (Nicht mehr online verfügbar.) Filmfestival Max Ophüls Preis, ehemals im Original; abgerufen am 2. Februar 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.max-ophuels-preis.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Verleihung am 12. November 2015 in Düsseldorf - Lindenstraße - ARD – Das Erste. In: www1.wdr.de. 12. November 2015, abgerufen am 21. November 2015.