Harald Fritzsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Harald Fritzsche

Fritzsche beim Training (1956)

Spielerinformationen
Geburtstag 10. September 1937
Geburtsort Neustadt (Orla)Deutschland
Sterbedatum 22. Mai 2008
Sterbeort JenaDeutschland
Position Torwart
Junioren
Jahre Station
0000–1955 BSG Fortschritt Neustadt
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1955-1966 SC Motor / FC CZ Jena 192 0(0)
1967-1968 FC Carl Zeiss Jena II mind. 2 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1955–1956 DDR-Junioren 90(0)
1956-1958 DDR U-23 60(0)
1960-1965 DDR B 70(0)
1962-1964 DDR 80(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Harald Fritzsche (* 10. September 1937 in Neustadt (Orla); † 22. Mai 2008 in Jena) war ein deutscher Fußballspieler. Der Torwart spielte beim SC Motor Jena und dessen Nachfolger FC Carl Zeiss Jena sowie in der DDR-Nationalmannschaft.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1955 stand Fritzsche im Tor der Nachwuchsmannschaften der heimatlichen BSG Fortschritt Neustadt. Da er 1955 zum Kader der DDR-Juniorenauswahl gehörte, wurde er nach Ende der Fußballsaison 1954/55 zur Fußballabteilung des wenige Monaten zuvor neu gegründeten Sportclub Motor Jena delegiert, da dort für ihn bessere Förderungsmöglichkeiten vorhanden waren. Bereits im Juli 1955 bestritt Fritzsche sein erstes Junioren-Länderspiel, dem bis 1957 weitere acht Einsätze folgten. In der 1. Mannschaft des SC Motor hatte er im Herbst 1955 in der Übergangsrunde der zweitklassigen I. DDR-Liga debütiert.

Trotz ihres hervorgehobenen Status als Sportclub spielten die Jenaer 1956 nach ihrem Oberligaabstieg 1953 bereits ihre dritte komplette Saison in der Zweitklassigkeit. Die Mannschaft war jedoch durch so talentierte Spieler wie Roland Ducke, Horst Kirsch und Helmut Müller verstärkt worden und hatten immer noch den Ex-Nationalspieler Karl Schnieke in ihren Reihen, sodass in diesem Jahr der Aufstieg in die DDR-Oberliga, der höchsten DDR-Fußballklasse, gelang. Torwart Fritzsche hatte in dieser Saison bereits in zehn Spielen mitgewirkt. Motor Jena etablierte sich schnell in der Oberliga, wurde 1958 bereits DDR-Vizemeister, und 1960 konnte Fritzsche, der inzwischen Wolfgang Brünner als Stammtorwart abgelöst hatte, mit dem Gewinn des DDR-Fußballpokals seinen ersten Titelgewinn feiern.

Inzwischen hatte Fritzsche sechs Spiele in der DDR-Nachwuchsauswahl bestritten und rückte im Dezember 1960 in die B-Nationalmannschaft auf. Nachdem er auch hier in sechs Spielen mitgewirkt hatte, berief ihn Nationaltrainer Károly Soos für die Begegnung Jugoslawien – DDR am 16. Mai 1962 erstmals in die A-Nationalmannschaft. Fritzsche trat die Nachfolge von Karl-Heinz Spickenagel an und war bis 1964 Stammtorwart der Nationalmannschaft. Mit seinem letzten Länderspiel am 23. Februar 1964 hatte er acht der letzten 16 Begegnungen der DDR-Auswahl bestritten.

In der Oberliga gewann der SC Motor Jena 1963 seinen ersten Meistertitel. Fritzsche hatte alle 26 Punktspiele mitgemacht und dafür gesorgt, dass seine Mannschaft mit nur 22 Gegentreffern auch in dieser Hinsicht das beste Oberligateam geworden war. 1965 verpasste Fritzsche seinen drittel Titel, als mit dem SC Motor im Pokalfinale gegen den SC Aufbau Magdeburg mit 1:2 unterlag. Seine letzte Oberligasaison bestritt er 1965/66, danach musste er gesundheitsbedingt seine Fußballkarriere beenden. Er hatte in Jena in 243 Pflichtspielen im Tor gestanden, darunter waren 181 Oberliga- und zehn Europacupspiele. Als Torwarttrainer beim aus dem SC Motor entstandenen FC Carl Zeiss Jena sorgte Fritzsche später dafür, dass mit Wolfgang Blochwitz, Hans-Ulrich Grapenthin und Perry Bräutigam auch weiterhin Nationalspieler im Tor der Jenaer standen.

Auch im Alter hielt Fritzsche dem FC Carl Zeiss die Treue und wurde vom Club 1987 für seine Verdienste mit der „Ehrennadel in Gold“ ausgezeichnet. Er starb 2008 im Alter von 70 Jahren in Jena.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Baingo, Michael Hohlfeld: Fußball-Auswahlspieler der DDR. Das Lexikon. Sportverlag Berlin, Berlin 2000, ISBN 3-328-00875-6, Seite 49/50.
  • Lorenz Knierim, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1890-1963. Agon Sportverlag, Kassel 2006, ISBN 3-89784-148-7, Seite 95.
  • Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. Agon Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 119/120.
  • Hanns Leske: Magneten für Lederbälle. Torhüter der DDR. Agon Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-368-4, Seite 57/58.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]