Haris Bilajbegovic

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Haris Bilajbegović
Tatort Ausgelöscht, Rolle: Petko Imanov, Wien 2010

Haris Bilajbegović (* 8. September 1978 in Villach) ist ein österreichischer Schauspieler, Stuntman, Autor, Regisseur, zertifizierter Kampfkunst- und Gewaltpräventionstrainer[1] bosnischer Abstammung aus Villach.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Pflichtschule lernte Bilajbegović den Beruf Maurer. Nebenbei absolvierte er Stunt- und Schauspielunterricht in Deutschland und Österreich und legte die Studienberechtigungsprüfung ab, um sich an der Universität Klagenfurt für Publizistik und Kommunikationswissenschaften einzuschreiben.[2] In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit dem Kommunikationsverhalten in der chinesischen Kampfkunst Wing Tsun, eine Selbstverteidigung, die er selbst seit 1997 ausübt und darin auch zertifizierter Trainer ist.[3] Nebenbei erhielt er weiter Schauspielunterricht beim Intendant Michael Weger von der Neue Bühne Villach.[4] Nach seiner Diplomarbeit im Jahr 2005 entschied sich Bilajbegović, sein Doktorstudium im Fach Pädagogik abzulegen. Der Titel der Doktorarbeit lautet: Persönlichkeitsentwicklung von Kindern in der chinesischen Kampfkunst Wing Tsun. 2009 wurde ihm an der Universität Klagenfurt der Doktortitel verliehen.[5]

Sein erster größerer Erfolg war die Rolle Kolja in einer Folge des Kommissar Rex mit dem Titel Einer stirbt immer aus dem Jahre 2002. Darin spielte er einen zwielichtigen Russen.[6] Bereits ein Jahr später drehte Bilajbegović unter der Regie des Oskarpreisträgers Pepe Danquart mit Schauspielern wie Henry Hübchen, Moritz Bleibtreu, Karlheinz Hackl, Roland Düringer und anderen den Film C(r)ook, der 2004 in den österreichischen Kinos gezeigt wurde. Als Leibwächter beschützt er den „Mafiaboss“.[7]

2003 reichte Bilajbegović bei einem Autorenwettbewerb sein eigenes Drehbuch ein und kam unter die ersten drei Wertungen. Sein Beitrag Most – The Bridge erzählt eine wahre Begebenheit aus dem Bosnienkrieg 1992. Damals verschwanden auf dieser Brücke einige junge Männer. Einer der Vermissten war sein 17-jähriger Onkel, ein bosnischer Schafhirte. Ein großes Anliegen von Bilajbegović war es, ein Denkmal für seinen Onkel und die anderen Opfer zu setzen. Das Drehbuch wurde im Sommer 2006 verfilmt. Der Film war bei über 60 nationalen und internationalen Filmfestivals zu sehen und gewann über 20 Auszeichnungen.[8]

In Filmen wie New York:November[9], Schnell ermittelt[10], Der Täter, und Der erste Tag wirkte Bilajbegović als Darsteller mit. Beim Kinofilm Revanche von Götz Spielmann übernahm Bilajbegović die Rolle eines Schlägers und die Stuntkoordination.[9] Der Film wurde bei der Berlinale vorgestellt und mit dem Art-Cinéma-Award sowie dem Label Europa Cinemas ausgezeichnet. Revanche wurde 2009 für den Auslandsoscar nominiert. Außerdem drehte er Werbespots für McDonald’s.[11]

Nach dem Erfolg der McDonald's-Werbung bekam Bilajbegović einen Plattenvertrag für eine Single: kloss project feat. Haris – SÜPURMANIA. Die Single mit dem Musikvideo war im Handel erhältlich. Der Remix von DJ Ostkurve lief in den Discos auf Mallorca und Ibiza.[12]

Bilajbegović knüpfte an den Erfolg von Most – The Bridge an und entschied sich, einen weiteren Film zu drehen. Sein zweiter Film Svjedok – Der Zeuge handelt von einem Mann, der wie viele andere Zivilisten 1992 im Bosnienkrieg auf der Brücke war, jedoch, im Gegensatz zu den anderen auf der Brücke, seine Hinrichtung überlebte. Nur durch die Mithilfe dieses Zeugen konnten verantwortlichen serbischen Kriegsverbrecher gefasst werden. U. a. sagte dieser Mann vor dem Den Haager Tribunal und dem Obersten Gerichtshof von Bosnien und Herzegowina aus.[13] Der Dokumentarfilm wurde 2012, 2013 und 2014 bei nationalen und internationalen Filmfestivals eingereicht und war u. a. 2012 für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis nominiert.[14]

Seine beiden Filme waren No-Budget-Filme. Bilajbegović widmete sie allen bekannten und unbekannten Opfern des Bosnienkrieges.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Kurzfilm Most – The Bridge und den Dokumentarfilm Svjedok – Der Zeuge:

  • Familiade (AUT) – 1. Preis, 2013
  • Deutscher Menschenrechts-Filmpreis [15] (GER) – Nominierung, 2012
  • Landesmeisterschaft, Kärnten (AUT) – 1. Platz und Sonderpreis für bemerkenswerte Regie und Kamera, 2011
  • Leicester Int. Short Film (UK) – Best Direction, 2008
  • Illinois Film Festival (US) – Best Documentary Short, 2008
  • Festival der Nationen (AUT) – Ebenseer Bär in Gold, 2008
  • Int. AFIA Film Festival (DK) – Best Short Documentary, 2008
  • Międzynarodowy Festiwal Filmów Nieprofesjonalnych (PL) – 2. Preis, 2008
  • Familiade (AUT) – 1. Preis, 2007
  • Grand OFF European Film Awards (PL) – Best Documentary Film, 2007
  • Tirana Int. Film Festival (AL) – Best Documentary Film, 2007
  • TOTI, Mednarodni Festival (SI) – 3. Preis, 2007
  • Victoria Film Festival (AU) – Best Documentary Film, 2007
  • Goldener Delfin Festival (AUT) – Goldener Delfin, 2007
  • Small Town Film Festival (CA) – Best Director Award, 2007
  • Int. Film Festival Tallinn (EE) – 1. Preis, 2007
  • Marbella Film Festival (ES) – 3. Preis, 2007
  • World Festival Of Film Authors (SK) – Silbermedaille und Sonderpreis Jury Award, 2007
  • Filmfestival Goldene Diana, Kärnten (AUT) – Goldene Diana, 2007
  • Österr. Staatsmeisterschaft der Filmautoren (AUT) – Goldmedaille und Sonderpreis für bemerkenswerte Regie, 2007
  • Landesmeisterschaft, Kärnten (AUT) – Landesmeister und Sonderpreis für bemerkenswerte Regie, 2007

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In folgenden Filmen, Serien und satirischen Talkshows wirkte Bilajbegović als Darsteller mit.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilajbegović wirkte als Darsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Stuntman und Stuntkoordinator in folgenden Musikvideos mit:

  • 2005: kloss project feat. Haris – Süpurmania, Interpret (Musikvideo)
  • 2011: Freund Hein (Bourbon Time), Rolle: Türsteher und Stuntman (Musikvideo)
  • 2011: RAF 3.0 feat. Nazar (Fallen), Stuntman (Musikvideo)
  • 2012: Nazar (Lost In Translation), Rolle: Schläger und Stuntman, Stuntkoordinator (Musikvideo)
  • 2014: Bajko – Kad ostaneš sama, Drehbuch und Regie (bosnisches Musikvideo)
  • 2014: Queeen – Ich war`s nicht,[19] Drehbuch und Regie (Musikvideo)
  • 2017: Renato Moe X Cursive – Sempan,[20] Drehbuch und Regie (Musikvideo)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  1. http://www.securus.at/
  2. http://wwwg.uni-klu.ac.at/mk0/student/abs-verz/abs_a-c.htm
  3. http://www.m-media.or.at/gesellschaft/ein-vermiedener-kampf-ist-ein-gewonnener-kampf/2013/02/25/
  4. http://www.riff.it/en/scheda-film/?id=2371
  5. http://www.securus.at/home/52-mag-dr-haris-bilajbegovic
  6. http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/561760/index.do
  7. http://www.haris.at/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=38&Itemid=66&lang=de
  8. a b http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/3050403/ich-schaue-den-verbrechern-ins-auge.story
  9. a b http://www.imdb.com/name/nm3336277/
  10. http://www.mr-film.com/cont_prod_filmo_dt_folge.php?fo_id=512/
  11. https://www.youtube.com/watch?v=MCNvX9K1Vas
  12. https://www.youtube.com/watch?v=v3MX9_C15vI
  13. http://www.sense-agency.com/icty/mladic%E2%80%99s-trial-and-karadzic%E2%80%99s-status-conference.29.html?news_id=14142
  14. http://menschenrechts-filmpreis.de/index.php?id=270
  15. http://menschenrechts-filmpreis.de/fileadmin/user_upload/2012/Presse/05_20121020_Nominiertenliste.pdf
  16. http://www.imdb.com/title/tt1532545/fullcredits?ref_=tt_ov_st_sm
  17. http://www.filmstarts.de/kritiken/217390/castcrew.html
  18. http://www.tvmovie.de/tv/wir-sind-kaiser-14565925
  19. http://haris.at/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=38&Itemid=66&lang=de
  20. http://www.kleinezeitung.at/kaernten/villach/aktuelles_villach/5200857/Villach_Neustart-mit-Mundart-und-viel-Musik