Heerbrugg

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Heerbrugg
Wappen von Heerbrugg
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Rheintalw
Politische Gemeinde: Au, Balgach, Berneck, Widnaui2
Postleitzahl: 9435
UN/LOCODE: CH HEE
Koordinaten: 765037 / 253438Koordinaten: 47° 24′ 40″ N, 9° 37′ 32″ O; CH1903: 765037 / 253438
Höhe: 405 m ü. M.
Einwohner: 2623 (31. Dezember 2005)
Website: www.heerbrugg.ch
Karte
Heerbrugg (Schweiz)
Heerbrugg
www
Bahnhof Heerbrugg, im Hintergrund der Busbahnhof RTB Rheintal Bus (Blickrichtung Osten)
Villa Schmidheiny, erbaut 1904 von Wendelin Heene (links) und Schloss Heerbrugg umgeben von Reben
Die katholische Kirche

Heerbrugg ist eine Ortschaft des Kantons St. Gallen in der Schweiz. Sie liegt im unteren Teil des St. Galler Rheintals auf Gemeindegebiet von Au, Balgach, Berneck sowie Widnau und ist mit deren Kernsiedlungen mehr oder weniger zusammengewachsen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fusionspläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2012 war eine Fusion von Au, Balgach, Berneck und Widnau sowie der Gemeinde Diepoldsau geplant, die eine neue Stadt mit dem Namen Heerbrugg mit über 27'000 Einwohnern ergeben sollte. Dieses Fusionsvorhaben wurde jedoch in der Volksabstimmung vom 17. Juni 2007 deutlich abgelehnt.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaftsgeschichte von Heerbrugg ist geprägt von den Bemühungen von Jacob Schmidheiny I. (1838–1905) und seinen Nachfahren. Alles begann mit einer kleinen Weberei an der Alten Landstrasse (heute Staatsstrasse) zwischen Balgach und Rebstein.

1867 kaufte Jacob Schmidheiny I. von Professor Karl Völker das Schloss Heerbrugg,[2] zu dem eine kleine Ziegelei gehörte. 1880 entwickelte er ein Verfahren, das erstmals die Herstellung des Strangfalzziegels ermöglichte. Daraufhin baute er die Ziegelei kontinuierlich weiter aus und sorgte so für den wirtschaftlichen Aufstieg von Heerbrugg und Balgach.[3] 1889 war es auch Jacob Schmidheiny I. der eine Strassenbahn zu planen begann, die schlussendlich zum Anschluss von Heerbrugg an die damalige Metropole Altstätten führte, was den wirtschaftlichen Aufstieg Heerbruggs zum heutigen Zentrum der Hochtechnologie[4] des Rheintals erst ermöglichte. 1906 war es sein Sohn Jacob Schmidheiny II. (1875–1955), der die Schulgemeinde Heerbrugg zusammen mit seinem Bruder Ernst I. gründete, um dem Rheintaler Volk eine Ausbildung zu ermöglichen.[2]

Eines der bedeutendsten Unternehmen in Heerbrugg (Gemeindegebiet Balgach) ist die Leica Geosystems AG, die ebenfalls auf die Bemühungen der Schmidheinys zurückgeht. Jacob Scmidheiny II. schloss 1921 den Gesellschaftsvertrag mit Heinrich Wild und Robert Helbling zur Finanzierung der Heinrich Wild, Werkstätte für Feinmechanik und Optik nur unter der Bedingung ab, dass die Fabrik in Heerbrugg angesiedelt werde; gemäss seinem Leitgedanken:

«Arbeit dem Rheintaler Volk!»

Jacob Schmidheiny II. (* 1875)[5]

Die SFS Holding hat ihren Hauptsitz ebenfalls in der Ortschaft (Gemeindegebiet Au). Sie ist eine der grössten Firmen im Rheintal und gilt ebenfalls als sehr bedeutende Firma für Heerbrugg und als wichtiger Arbeitgeber der Region.

Im Schloss Heerbrugg sitzt die Swiss Alu Trading AG-Gruppe, die in Deutschland und Österreich Aluminium zur Herstellung von Profilen vergiesst, sowie die 1936 gegründete Firma Grabher INDOSA Maschinenbau AG mit ihren weltweit verbreiteten Maschinen für die Lebensmittelindustrie. Nebst der genannten Firmen existieren gerade im Umfeld des Sitzes der Leica Geosystems, welche aus der Wild Heerbrugg hervorging, mehrere weitere Hochtechnologiefirmen.[4] In Heerbrugg befindet sich daher eines der wichtigsten Zentren des Ingenieurwesens in der Ostschweiz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Heerbrugg liegende Bahnhof der SBB bedient die Gemeinden Balgach, Berneck, Widnau und Diepoldsau. Der Bahnhof gehört zur Bahnstrecke Chur–Rorschach. Der Zentrale Umsteigepunkt der RTB Rheintal Bus ist ebenfalls auf dem Areal der SBB ansässig. Die RTB Rheintal Bus ist Nachfolgerin des Trolleybus Altstätten–Berneck (1940 bis 1977) beziehungsweise der Strassenbahn Altstätten–Berneck (1897 bis 1940, Zweigstrecke Heerbrugg–Diepoldsau noch bis 1956). Die Strecken des regionalen Busunternehmens erstrecken sich südlich bis Buchs, nördlich bis Rorschach, westlich bis Berneck sowie östlich bis ins benachbarte Österreich (Lustenau und Dornbirn).[6] Ebenfalls ab Bahnhof Heerbrugg verkehrt ein Postauto via Oberegg nach Heiden oder St. Anton.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hochmittelalter vermittelte die herbruck, die einzige Brücke über die Aich, den Verkehr im sumpfigen Gelände des Mittelrheintals. Nach dem Bau der Rheintaler Eisenbahnlinie und der Erstellung einer Station in Heerbrugg (Gemeindegebiet Au SG) wurde der Ort ab 1858 zu einem Verkehrsknotenpunkt und Wirtschaftszentrum. 1858 Bei der Eröffnung der Bahn zählte der Weiler Heerbrugg etwa dreissig Einwohner[7]. Dadurch ist Heerbrugg heute politisch viergeteilt. Die Gemeindegrenzen verlaufen entlang der Hauptstrasse mitten durch die Ortschaft.

Kunst, Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen, Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heerbrugg (Gemeindegebiet Berneck) befindet sich die Kantonsschule Heerbrugg, welche 1975 als Landmittelschule gegründet wurde. Es werden die Ausbildungsgänge Gymnasium und Fachmittelschule angeboten. Ausserdem befindet sich die Oberstufe Mittelrheintal (OMR) an der Karl-Völker-Strasse in Heerbrugg. Die 1906 gegründete Primarschule ist seit Januar 2013 in die Primarschulgemeinde Au-Heerbrugg integriert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hotel Heerbruggerhof

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heerbrugg geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacob-Schmidheinystrasse Heerbrugg

Mit sonstigem Bezug zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Völker Strasse Heerbrugg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heerbrugg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Projekt Vision Gemeinde Heerbrugg Schlussbericht auf www.widnau.ch (2007), abgerufen am 26. Dezember 2013
  2. a b Naturschutzgebiet Höchstern. Milly Hug, abgerufen am 23. Dezember 2013 (PDF).
  3. Moderner Wirtschaftsstandort. Gemeinde Balgach, abgerufen am 26. Dezember 2013 (PDF).
  4. a b Der Rheintaler: Das Silicon Valley der Feinmechanik (Memento vom 12. Dezember 2013 im Internet Archive)
  5. Von Wild zu Leica 70 Jahre Firmengeschichte 1921-1991. Rudolf Simmen, abgerufen am 26. Dezember 2013 (PDF).
  6. Fahrplan RTB Rheintal Bus 2013/2014. RTB Rheintal Bus, abgerufen am 26. Dezember 2013.
  7. Ein Professor mit Ideen. ProHeerbrugg, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  8. Markus Kaiser: Johann Labonté (1866-1945)Au-Heerbrugg in Rheintaler Köpfe, Historisch-biografische Porträts aus fünf Jahrhunderten. Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck 2004, ISBN 3-03300265-X.S. 256 ff