Berneck SG

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SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Berneckf zu vermeiden.
Berneck
Wappen von Berneck
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Rheintalw
BFS-Nr.: 3233i1f3f4
Postleitzahl: 9442 Berneck
9435 Heerbrugg
UN/LOCODE: CH BCK (Berneck)
CH HEE (Heerbrugg)
Koordinaten: 764295 / 25589547.4333349.616666405Koordinaten: 47° 26′ 0″ N, 9° 37′ 0″ O; CH1903: 764295 / 255895
Höhe: 405 m ü. M.
Fläche: 5.629 km²
Einwohner: 3798 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 675 Einw. pro km²
Website: www.berneck.ch
Das Zentrum von Berneck vom Schlifisteg aus gesehen

Das Zentrum von Berneck vom Schlifisteg aus gesehen

Karte
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Berneck ist eine politische Gemeinde in der Kulturlandschaft St. Galler Rheintal im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz. Berneck gehört politisch zum Wahlkreis Rheintal.

Geographie[Bearbeiten]

Die die auf dem Rosenberg thronende, gleichnamige Burg war einst Wahrzeichen von Berneck (Wandgemälde an der Kirchgasse 8)

Geografische Lage[Bearbeiten]

Berneck liegt in Kanton St. Gallen, einem Kanton der Ostschweiz an der Grenze zu Österreich auf 405 Metern Höhe und erstreckt sich über eine Fläche von 5.629 km². Als Teil des Alpenrheintals ist Berneck eingebettet in mehrere Seitenmulden des St. Galler Rheintals, am Fuss der nordöstlichen Ausläufern der Appenzeller Voralpen, welche je nach Einteilung zu den Zentral- oder Westalpen gerechnet werden.

Ortgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Berneck umfasst neben dem Dorfkern die Weiler Kobel, Rüden, Taa, Husen, Hinterburg, Buechholz und Teile der Ortschaft Heerbrugg.

Zwischen den nördlichsten Ausläufern der Appenzeller Voralpen im Westen und dem Rosenberg, einem Bergsporn im Süden, liegt der historische Dorfkern welcher auf dem Bundesinventar der Schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung der Schweiz (ISOS) aufgeführt ist. Am südlichen Dorfrand entlang fliesst der Littenbach in östlicher Richtung, zum Rheintaler Binnenkanal. Am nördlichen Dorfrand, bei der Schlifi fliesst der Kübach durch Berneck in Richtung Au.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Berneck teilt sich ihre Gemeindegrenzen mit vier anderen politischen Gemeinden. Von diesen liegen zwei, nämlich Au SG und Balgach, im selben Wahlkreis und die Gemeinde Oberegg im Kanton Appenzell Innerrhoden, sowie die Gemeinde Walzenhausen im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Flächenbilanz[Bearbeiten]

In Jahr 2009 weist Berneck 562.9 ha Gemeindefläche auf. 121 ha sind künstlich angelegte Flächen (Kulturland).[2] Die "Baumvegetation beträgt 172 ha, wovon 130 ha geschlossene Baumbestände und 10 ha Waldstreifen sind.[3] Die Vegetationslose Flächen" beträgt 9 ha, Wasser- und Feuchtflächen" erstrecken sich über 2 ha.[3][4]

Klima[Bearbeiten]

Berneck unterliegt primär dem allgemeinen Klima im Alpenrheintal. Durch die Berge beidseits liegt Berneck jedoch geschützt im Talwinkel des Rosenberg und dadurch herrscht ein mildes Mikroklima. Dieses und die Einflüsse des Föhn , der ungefähr 38 Tage im Jahr das Wetter beeinflusst, lassen an den zahlreichen Südhängen des Dorfes sowie am Rosenberg Weintrauben reifen.[5] Ausserdem gedeihen auch Palmen und Süsskartoffeln. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt rund 10,7 °C.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Berneck zählt am 31. Dezember 2013 eine Ständige Wohnbevölkerung von 3798 Einwohnern.

Bevölkerungsentwicklung[6][7]

Geschlecht und Zivilstand[Bearbeiten]

Die Geschlechterverteilung ist mit 1895 Männer sowie 1903 Frauen ausgeglichen [8]. 1729 sind Verheirate sowie 1585 Ledig. 191 sind Verwitwet, 293 geschieden, unverheiratet oder in gerichtlich aufgelöster Partnerschaft.[8]

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Der Ausländeranteil beträgt 17,8 % (3122 Schweizer zu 676 Ausländer). Die Wichtigsten Herkunftsländer sind: Italien (186), Deutschland (182), Österreich (148), Portugal (23), Ungarn (17), Spanien (12) und Türkei (12). Aus anderen Staaten stammen 96 Einwohner. 2974 sind in der Schweiz geboren 824 in anderen Staaten. [9]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Berneck dominiert spätestens seit dem 15.Jahrhundert der Weinbau, welcher bereits in der Urkunde (892) zur ersten Erwähnung belegt ist. Darin ist die Rede von Rebbergen in Farniwang. 1903 wurde die Weinbaugenossenschaft Berneck gegründet. Heute ist Berneck die grösste Weinbaugemeinde im Kanton St.Gallen[10].

Unternehmen[Bearbeiten]

Die 1868 gegründeten Sparkassa Berneck ging im Jahr 2000, zusammen mit der 1869 gegründeten Spar- und Leihkasse Balgach, in der Alpha Rheintal Bank auf. Das Bankgebäude an der Auerstrasse 1 wurde als Zweigstelle behalten. Die zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert gegründete Bierbrauerei Berneck gab das Bierbrauen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Nur die Schankstube der Brauerei Berneck (kurz Braui), wurde nach dem Dorfbranbrand von 1848 neu Renovierte und ist als Restaurant Brauerei bis heute erhalten geblieben.

Verkehr[Bearbeiten]

Als Marktort waren Verkehrswege von zentraler Bedeutung für Berneck. Die Zwei vorgelagerte Bergrücken Rosenberg und Sonnenberg (auch Schlossberg) sorgen zwar für einen Ausgezeichneten Weinbau in Berneck, wegen des milden Mikroklima. Das relativ abgeschiedene Dasein im Berneck erforderte schon früh Erfindungsgeist und Mut zum Neuen in der Vogtei Rheintal.

Vergehrsgeschichte[Bearbeiten]

Schon Früh wurde der Rhein zum Wichtigsten Verkehrsweg für die florierende Wirtschaft von Berneck. Im Jahr 1700 ändert sich das, da der Rhein jetzt weiter oben nicht mehr schiffbar war. Monstein (Au) wurde zum wichtigsten Warenumschlagplatz, und für Berneck die Strasse dorthin der wichtigste Verkehrweg. 1788 sind Rheinfähren im Schmitter und Monstein erwähnt. Die Strasse nach Diepoldsau gewinnt an Bedeutung, wegen der direkten Verbindung zur Grafschaft Hohenems.

Verkehr heute[Bearbeiten]

Die Autobuslinie 302 der RTB Rheintal Bus bedient Berneck, von Busbahnhof Heerbrugg aus, jeweils 3 mal die Stunde. Während des Berufsverkehrs morgens, mittags und abends, wird die Linie 302 jeweils viermal bedient. PostAuto Schweiz AG bedient Berneck auf der Linie 226 Heerbrugg–Heiden einmal die Stunde an Wochentagen, am Wochenende ca. jede Zweite. Der Schienenverkehr bedient Berneck mit dem Bahnhof Heerbrugg. Für den Luftverkehr bieten sich die Flugplätze St. Gallen-Altenrhein und Friedrichshafen (DE) an.

Geschichte[Bearbeiten]

Inschrift im Marktgewölbe des Rathauses Berneck.

Der Ort fand 892 erstmals, als Farniwang, in einer Urkunde Erwähnung. Die Urkunde, von Solomo. III Abt von St.Gallen und Bischof von Konstanz, bezeugt die Lehenschaft des "Gutes Farniwang" an den wohlhabenden Alemannischen Kaufmann Wolfhere, welcher selbiges zuvor dem Kloster St. Gallen geschenkt hatte. Diese Ortsbezeichnung erscheint wegen der Lücken von mehr als 300 Jahren in den Urkunden nicht mehr. Ab 1210 wird daraus Bernanc, Bernag oder Bernang. Als Produkt der Endsilbenabschwächung setzte sich ab 1800 der Name Bernegg und schliesslich Berneck durch.[11]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Auf goldenem Grund, aus grüner Erde, erwächst eine Rebe, an braunem Stock, mit blauer Frucht, gehalten von einem schwarzen Bären

Der schwarze Bär auf goldenem Grund zeugt von der historischen Zugehörigkeit zum Kloster St. Gallen. Die Rebe ist Ausdruck der langen Tradition im Weinbau.

Kunst, Kultur[Bearbeiten]

Ortsgeschichtliche Sammlung[Bearbeiten]

Das "Haus zum Torggel" (ehemals Färberlis Hus)

1969 schenkte Ulich Frei das von Meister Kaspar Schegg 1706 erbaute Färberlis Hus der Gemeinde. Die Renovation wurde von den Bürgern genehmigt, unter der Auflage eine Ortsgeschichtliche Sammlung aufzubauen. Bei dieser Gelegenheit wurde das Nebengebäude in einen Torggel umgestaltet. Die mächtige Weinpresse, ebenfalls von Kaspar Schegg, stammt aus dem Jahr 1682. Laut Historiker soll das Haus zum Torggel auf den Grundmauern der Alemannensiedlung Kelnhof erbaut worden sein.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Rathaus ist ein dominierender Giebelbau am Dorfplatz. 1501 erstmals als Gmeindhus erwähnt und 1591 neu erbaut. 1943 erfolgte eine Umgestaltung durch Hans Burkard im typischen Heimatstil. Erhalten geblieben ist die offene Marktlaube mit ihren mächtigen Holzbalken in deren inneren sich mehrere Inschriften sowie Gedenktafeln für den Gerichtsschreiber Johannes Dierauer (1842-1920) und den Schriftsteller/Vikar Heinrich Federer (1860-1928) befinden.
Die katholische Pfarrkirche Unserer Lieben Frau. Ostansicht von der Kanzleistrasse
  • Die katholische Pfarrkirche Unserer Lieben Frau wurde im 9. Jahrhundert gegründet und wohl im 12. Jahrhundert neu erbaut. Der Chor stammt aus dem Jahr 1449, die Sebastianskapelle aus dem Jahr 1468. Um 1500 wurde das Schiff verlängert. 1760 bis 1970 erfolgte eine barocke Umgestaltung und 1937 bis 1938 eine Renovation durch Hans Burkard. Im Inneren sind Wandgemälde aus dem 15. bis 17. Jahrhundert zu sehen. Im Glockenturm befindet sich ein monumentales fünfstimmiges Geläute in der Tonfolge f0-a0-c1-d1-f1 (Giesserei Staad, 1938). Die grosse Sakramentsglocke ist die zweitschwerste Glocke der Schweiz (ca. 8800 kg). Weil sie für den schlanken Turm im Grunde genommen zu gross ist, müssen beim Läuten die Schallläden aufgeklappt werden, damit der Klöppel voll ausschwingen kann.
  • Südlich der Kirche befindet sich die 1759 erbaute Heiligkreuzkapelle, ein Prunkstück barocker Baukunst. Der zentral orientierte Sakralbau des Vorarlberger Meisters Johann Martin Ilg zeichnet sich durch seine Ausführung mit vierpassförmigem Grundriss und konzentrischer Kuppel.[13]
  • Am Fuss des Rosenberg (Bahnstrasse 2) befindet sich das Fürstenhaus, ein Steinbau mit steilem Giebel. Über dem Rundbogentor befindet sich als Wappenzier der 1686 verliehene Annunziatenorden des Hauses Savoyen. Das im Volksmund schlicht Zentenhaus genannte Gebäude wurde 1729 auf Veranlassung von Abt Joseph von Rudolfi von St. Gallen erstellt. Bis 1798 residierte hier ein äbtischer Untervogt, der für den Einzug des Wein-Zenten besorgt war.[13] Die Liegenschaft steht unter Denkmalschutz. Sie ist in Privatbesitz und wird immer noch bewohnt.
  • Das Chlösterli am Ostrand des Orts ist eine ehemalige Mühle des Katharinenklosters St. Gallen und stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.
Farwerkbau, 1860/61 im Rüden abgebaut und an der Schlifistrasse 7 wieder errichtet. Renoviert 1976
Doktorhaus, Kirchgasse 8
  • Weitere sehenswerte Häuser sind ein gestricktes Giebelhaus mit Seitenlaube aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts sowie ein um 1700 erbauter, teils verschalter Fachwerkbau mit Dekorationsmalerei (Doktorhaus).

Regelmässige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • der Jahrmarkt mit Kilbi findet jeweils im Juli und der Herbstmarkt im Oktober statt.
  • Das Torkelfest in Berneck findet jeweils im September statt.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

  • Im Sommer bietet sich das Bernecker Schwimmbad Weiher, im Ortsteil Hinterburg am Fusse des Rosenberg, als Ausflugsziel an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Inschrift an der katholischen Pfarrkirche Unserer Lieben Frau in Berneck, zum Gedenken an Heinrich Federer

In Berneck geboren[Bearbeiten]

Mit sonstigem Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Politische Gemeinde Berneck (Hrsg.): Berneck 1100 Jahre nach der ersten Urkundlichen Erwähnung. Rheintaler Druckerei und Verlag AG, 1992, S. 124.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berneck SG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Arealstatistik: Bodenbedeckung (NOLC04) nach Bezirk und Gemeinde, in Hektaren
  3. a b Arealstatistik: Bodenbedeckung (NOLC04) nach Bezirk und Gemeinde, in Hektaren
  4. Die Flächen werden vom Bundesamt für Statistik jeweils in Hektaren (ha) angegeben
  5.  Erziehungsrat des Kanton St. Gallen (Hrsg.): St.Gallerland. Kantonaler Lehrmittelverlag St.Gallen, 1982, Der Fön hilft, der Fön schadet, S. 244.
  6. STAT-TAB: Die interaktive Statistikdatenbank, Bevölkerungsentwicklung nach Region, 1850–2000. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 21. Juni 2015.
  7. STAT-TAB: Die interaktive Statistikdatenbank, Bevölkerungsstand. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 21. Juni 2015.
  8. a b Ständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Zivilstand und Altersklasse. Schweizerische Eidgenossenschaft, 31. Dezember 2013, abgerufen am 21. Juni 2015.
  9. Ständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geburtsort und Staatsangehörigkeit. Schweizerische Eidgenossenschaft, 31. Dezember 2013, abgerufen am 21. Juni 2015.
  10. Die grösste Weinbaugemeinde des Kantons St. Gallen. Gemeinde Berneck, abgerufen am 21. Juni 2015 (HTML).
  11.  Beda Germann: Die Geschichte und die berühmten Bernecker, in Berneck 1100 Jahre nach der ersten Urkundlichen Erwähnung. S.12
  12.  Walter Dierauer: Die Ortsgeschichtliche Sammlung, in Berneck 1100 Jahre nach der ersten Urkundlichen Erwähnung. S.109-112
  13. a b  Benito Boari: Berneck und seine historischen Bauten, in Berneck 1100 Jahre nach der ersten Urkundlichen Erwähnung. S.101-108