Wahlkreis Rheintal

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Wahlkreis Rheintal
Basisdaten
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. GallenKanton St. Gallen St. Gallen (SG)
Hauptort:
BFS-Nummer: 1723
Fläche: 138,94 km²
Höhenbereich: 395–1794 m ü. M.
Einwohner: 73'646[1] (31. Dezember 2019)
Bevölkerungsdichte: 530 Einw. pro km²
Karte
Karte von Wahlkreis Rheintal

Der Wahlkreis Rheintal ist eine Verwaltungseinheit des Schweizer Kantons St. Gallen, die nach der neuen St. Galler Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001 ab 1. Januar 2003 gebildet wurde. Er besteht aus den früheren Bezirken Oberrheintal sowie Unterrheintal (ohne Thal SG).

Politik und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grenzlage prägt das St. Galler Rheintal.[2] Au im Wahlkreis Rheintal, im Hintergrund Österreicher Berge.

Das Rheintal ist mit den Hochtechnologiefirmen Leica, Jansen und SFS wirtschaftlich weltoffen wie keine andere Region in St. Gallen, politisch gehört der Wahlkreis jedoch zu den konservativsten. Für die Industrie ist das Standortmarketing zentral, ist sie doch auf Fachkräfte angewiesen. Sie steht dabei in Konkurrenz mit dem Raum Zürich und mit Vorarlberg. Die Wirtschaft im benachbarten österreichischen Bundesland ist stark gewachsen und die Lohnniveaus gleichen sich an.[2]

Obwohl Regionalstolz und Konservatismus im unteren Rheintal weniger ausgeprägt sind als im dörflich geprägten oberen Teil, lehnten 2007 die Stimmbürger der zusammengewachsenen Gemeinden Widnau, Au, Berneck, Balgach und Diepoldsau die Fusion zu einer Stadt Mittelrheintal ab.[2]

Sitze im Kantonsrat (2020–2024)[3]
1
2
1
4
3
6
Insgesamt 17 Sitze
Sitzverteilung
Wahljahr 2004[4] 2008[5] 2012[6] 2016[7] 2020[3]
GPS 1 1 1 1 1
SP 3 1 2 2 2
glp 1
CVP 9 5 5 4 4
FDP 5 3 3 3 3
SVP 7 7 6 7 6
insgesamt 25[Anm. 1] 17 17 17 17

Die Christdemokraten (CVP) verloren ihre Hausmacht an die Schweizerische Volkspartei (SVP), die im Rheintal mit rund einem Drittel der Stimmen[3][8] einen der höchsten Anteile im ganzen Kanton erreicht. Für die politische Stimmung dürfte die Grenznähe mit dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit eine gewisse Rolle spielen.[2] Der Anteil der FDP blieb seit 2004 konstant um 20 Prozent, die Sozialdemokraten (SP) schwanken zwischen 10 und 15 Prozent und die Grünen liegen bei fünf[8] bis acht Prozent.[3] Die Grünliberalen erschienen erstmals 2012 auf der politischen Bühne des Rheintals und erreichten damals rund 5 Prozent Stimmenanteil, was ziemlich genau dem Rückgang der SVP entsprach. 2016 holte die SVP den Rückstand auf Kosten der CVP wieder auf.[8] 2020 erlangten die Grünliberalen auf Kosten der SVP erstmals einen Sitz.[3]

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wahlkreis Rheintal umfasst folgende Gemeinden:

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2019)
Fläche
in km² [9]
Einw.
pro km²
Altstätten
Altstätten 11'877 39,46 301
Au
Au (SG) 7809 4,65 1679
Balgach
Balgach 4891 6,52 750
Berneck
Berneck 3936 5,62 700
Diepoldsau
Diepoldsau 6465 11,25 575
Eichberg
Eichberg 1520 5,44 279
Marbach
Marbach (SG) 2110 4,38 482
Oberriet
Oberriet 8979 34,60 260
Rebstein
Rebstein 4533 4,39 1033
Rheineck
Rheineck 3398 2,21 1538
Rüthi
Rüthi 2412 9,33 259
St. Margrethen
St. Margrethen 5960 6,87 868
Widnau
Widnau 9756 4,22 2312
Total (13) 73'646 138,94 530

Kantonsräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen im Februar 2016 wurden im Rheintal folgende Vertreter gewählt:

  • Bartl Alexander, Widnau
  • Britschgi Stefan, Diepoldsau
  • Broger Andreas, Altstätten
  • Bucher Laura, St. Margrethen
  • Dietsche Marcel, Oberriet
  • Dürr Patrick, Widnau
  • Eggenberger Peter, Rüthi
  • Egger Mike, Berneck
  • Freund Walter, Eichberg
  • Gschwend Meinrad, Altstätten
  • Hess Sandro, Balgach
  • Huber Rolf, Oberriet
  • Kuster Peter, Diepoldsau
  • Maurer Remo, Altstätten
  • Schöbi Michael, Altstätten
  • Willi Christian, Altstätten
  • Wüst Markus, Oberriet

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wahlkreis Rheintal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bis 2008 hatte das Kantonsparlament 180 statt wie seither 120 Sitze.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. a b c d Adrian Lemmenmeier: Vor den Wahlen im Kanton St.Gallen: Agil am Markt, starr in den Köpfen – das St.Galler Rheintal im Porträt. In: St. Galler Tagblatt (online), 7. Februar 2020
  3. a b c d e Kantonsratswahl 2020: Wahlkreis Rheintal. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 8. März 2020
  4. Protokoll der Erneuerungswahl des Kantonsrates vom 14. März 2004. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 29. März 2004
  5. Kantonsratswahl 2008: Wahlkreis Rheintal. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  6. Kantonsratswahl 2012: Wahlkreis Rheintal. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  7. Kantonsratswahl 2016: Wahlkreis Rheintal. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 13. Juni 2019
  8. a b c Thomas Oegerli: Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen. Kantonsratswahlen 2004 – 2016. In: Statistik aktuell 58, Amt für Statistik des Kantons St. Gallen, Februar 2017 (PDF; 1,0 MB)
  9. Bundesamt für Statistik Generalisierte Grenzen 2020.