Heiko Heßenkemper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Heiko Paul Wilhelm Heßenkemper[1] (auch Hessenkemper; * 11. Januar 1956 in Hamm) ist ein deutscher Physiker und Politiker (AfD). Er sitzt für seine Partei im 19. Bundestag.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiko Heßenkemper wurde 1956 als Sohn eines westfälischen Bergmanns geboren.[2] Er gibt an, nach seiner Geburt habe der Standesbeamte in die Geburtsurkunde statt der eigentlich richtigen Schreibweise Hessenkemper fälschlich Heßenkemper eingetragen.[3] Heßenkemper studierte Physik an der TU Clausthal und war anschließend bis 1989 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nichtmetallische Werkstoffe der TU Berlin. Im gleichen Jahr wurde er mit einer Arbeit zu mechanischen Eigenschaften hochviskoser Glasschmelzen promoviert.[4] Er arbeitete nach seiner Dissertation bis 1992 bei Gerresheimer Glas AG in Düsseldorf und wurde dann Werksleiter der Glashütte Achern. Ein Jahr war er auch Werksleiter bei den Didier-Werken. Heßenkemper ist seit 1995 Professor für Glastechnik an der TU Bergakademie Freiberg. Er lebt in Großschirma.[5]

Politik und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heßenkemper trat 2014 in die AfD ein. Seinen Eintritt begründete er auch damit, dass Thilo Sarrazin wegen seiner Thesen von Medien „fertiggemacht“ würde. Er kämpft nun laut der Zeit gegen die „ideologisierten Medien“. Er plädiert dafür, die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen.[2]

Heßenkemper ist Mitglied im Kreistag Mittelsachsen. Er kandidierte auf der Landesliste auf Platz 6 der AfD Sachsen 2017 für ein Bundestagsmandat und zog in den 19. Bundestag ein.[6] Als sein „Feindbild“ nannte er die „linksfaschistoide“, „politisch-medialen Klasse“ aus Politikern, Medien, Unternehmern und Gewerkschaften. Die Einwanderung sieht er als ein Versuch der „Umvolkung“, um linkes Wählerpotenzial zu gewinnen und „Deutschland als Zivilisation zu vernichten.“ Er spricht sich für eine Politik nach Vorbild Australiens aus.[7][8] Heßenkemper wendet sich „gegen die Ausplünderung und Auslöschung Deutschlands“.[9] Sein Ziel für die Legislaturperiode sei der „Aufbau einer umfassenden Rückführungskultur und eine Umstrukturierung der Finanz- und Steuersituation“. Forschungs- und Wirtschaftspolitik soll entbürokratisiert und dem Mittelstand Anreize für Forschung und Entwicklung gegeben werden. In der Verkehrspolitik soll der öffentliche Verkehr und die Bahn stärker gefördert werden, Elektromobilität dagegen weniger. Als Ursache für innenpolitische Probleme sieht Heßenkemper die „politisch-medial geförderte Umvolkungspolitik“, die er bekämpfen will, sowie die Polizei stärken.[10]

Im 19. Deutschen Bundestag ist Heßenkemper ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Zudem gehört er als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung an.[11]

Nach der Bundestagswahl charakterisierte die Wochenzeitung Die Zeit Heßenkemper als „ultrarechts“ innerhalb der AfD.[2] Im Oktober 2017 nahm er bei der Pegida-Demonstration zum dreijährigen Bestehen der fremdenfeindlichen Bewegung teil,[9] nachdem er sich bereits Anfang des Jahres für eine Zusammenarbeit mit Pegida ausgesprochen hatte.[7] In seinem Heimatwahlkreis rief er Anfang 2018 Lokalpolitiker auf „Widerstand gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung leisten, die zu Lasten der deutschen Steuerzahler und Sozialsysteme gehe“.[12]

Von Juni 2018 bis mindestens Februar 2019 konnte Heßenkemper wegen Komplikationen nach einem Unfall seine Aufgaben als Bundestagsabgeordneter nicht wahrnehmen.[13] Inzwischen ist er nach seinem schweren Unfall, einem Schlaganfall und einer Herz-OP auf dem Weg der Besserung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vornamen laut Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (abgerufen am 13. Februar 2019).
  2. a b c Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. In: Die Zeit. 26. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 2. Oktober 2017]).
  3. Hessenkemper mit ß. In: Freie Presse vom 29. Juli 2017 (abgerufen am 13. Februar 2019).
  4. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 20. Januar 2019.
  5. http://tu-freiberg.de/user/1317, abgerufen 2. Okt. 2017
  6. abgeordnetenwatch.de | Profil von Prof. Dr. Heiko Hessenkemper, AfD - Bundestag. Abgerufen am 2. Oktober 2017.
  7. a b Jens Hoyer: „Mehr Polizei und Grenzen dicht“. Sächsische Zeitung, 1. April 2017, abgerufen am 13. März 2018.
  8. Maria Fiedler: Das sind die Radikalen in der AfD-Fraktion. Der Tagesspiegel, 25. September 2017, abgerufen am 13. März 2018.
  9. a b Hagen Jung: AfD und Pegida auf Kuschelkurs. Neues Deutschland, 21. Februar 2018, abgerufen am 13. März 2018.
  10. Heiko Hessenkemper. Mitteldeutscher Rundfunk, 26. August 2017, abgerufen am 13. März 2018.
  11. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 28. Juni 2020.
  12. Flüchtlinge: OB Antonow ist für Solidarität mit Freiberg. Freie Presse, 16. Februar 2018, abgerufen am 13. März 2018.
  13. Prof. Hessenkemper, MdB, fällt bis auf weiteres aus gesundheitlichen Gründen aus, heikohessenkemper.de (abgerufen am 13. Februar 2019).