Heilig-Geist-Gymnasium (Würselen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heilig-Geist-Gymnasium
Logo des HGG
Schulform Privates Gymnasium
Schulnummer 167496
Gründung 1903
Adresse

Broicher Str. 103
52146 Würselen

Ort Würselen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 50′ 37″ N, 6° 10′ 28″ OKoordinaten: 50° 50′ 37″ N, 6° 10′ 28″ O
Träger Bruderschaft der Spiritaner
Schüler 755[1]
Lehrkräfte 70 (Januar 2020)
Leitung Christoph Barbier[2]
Website www.hgg-broich.de

Das Heilig-Geist-Gymnasium (kurz: HGG) liegt im Würselener Stadtteil Broich in der Städteregion Aachen. Der Träger des privaten Gymnasiums ist die Missionsgesellschaft der Spiritaner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterkirche und Schulgebäude im Hintergrund
Teil des Schulkomplexes

Das Kloster Broich, wie es allgemein genannt wird, hat seine Anfänge im Jahr 1903. Der damalige Provinzial Pater Acker kaufte die ehemalige Pfarrkirche mit Pfarrer- und Küsterwohnung, um im Aachener Land eine Missionsschule zur Heranbildung von Missionaren zu eröffnen. Die Begeisterung der Menschen in der Umgebung von Broich war groß. So kam aus dem Aachener Land die größte Zahl an Spiritanermissionaren. Bereits 1910 musste ein größeres Schul- und Internatsgebäude gebaut werden. Nach dem Ersten Weltkrieg, trotz Hunger und Not, stieg die Zahl der Schüler auf 160.

Die Zeit des Nationalsozialismus brachte die Schließung der Schule und des Hauses, das als Unterkunft für Westwallarbeiter und später für russische Zivilgefangene diente. Gegen Kriegsende wurde Broich ziemlich zerstört, so dass die Spiritaner in den Kellerräumen wohnten.

Durch die schwere, kriegsbedingte, Zerstörung waren Klosterkirche und Schulgebäude nicht mehr nutzbar. Erst im Jahre 1948 wurde der Schulbetrieb wieder Stück für Stück aufgenommen. Im Jahr 1953 sind die Wiederaufbauarbeiten an der Missionsschule abgeschlossen. Damit ziehen am ersten April die ersten Sextaner wieder in die Schule ein. Die Arbeiten an dem Kirchturm und an der alten Klosterkirche sind zu diesem Zeitpunkt jedoch noch in vollem Gange, sodass das Gotteshaus erst im Jahr 1957 durch den damaligen Aachener Bischof Johannes Pohlschneider konsekriert werden konnte. Heutzutage steht der markante Kirchturm unter Denkmalschutz.

Im Zuge der aufwendigen Arbeiten, erhielt das Gymnasium auch einen neuen Namen. Seit 1963 trägt es den Namen „Heilig-Geist-Gymnasium Broichweiden“. Ab 1967 entstand das Vollgymnasium, das sich im Nordkreis des Aachener Landes zum Heilig-Geist-Gymnasium entwickelte. Die Lehrer heute, einschließlich des Schulleiters, sind keine Ordensangehörige, welche die Schüler jedoch im Geist der Spiritaner zu einem christlich-humanistischen Weltbild hinführen.

Die Patres des Missionshauses Broich sind engagiert in der Schulseelsorge und ebenso in der Seelsorge der umgebenden Pfarreien.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräberfeld der Patres

Die Wurzeln des Gymnasiums liegen in der 1903 gegründeten Missionsschule. Eine gute Bildung und Erziehung war beiden Gründern der Spiritaner wichtig für ihre eigenen Brüder wie für die Menschen, die ihnen anvertraut waren. In dieser Mission und Tradition haben die Spiritaner in Broich ihre Arbeit begonnen und ihr Werk den jeweiligen Zeitverhältnissen angepasst.[3]

755 Schüler besuchen das Gymnasium. 249 Mädchen und 245 Jungen davon besuchen die Sekundarstufe I, 141 Mädchen und 120 Jungen die Sekundarstufe II. Die jährliche Aufnahmekapazität des Gymnasiums ist begrenzt. Zum Schuljahr 2018/2019 wurden 106 Schüler in die 5. Jahrgangsstufe aufgenommen. Am Ende des Schuljahres 2018/2019 verließen 114 Schüler das Heilig-Geist-Gymnasium nach erfolgreich bestandenem Abitur.

Zum „spiritanischen Profil“ der Schule gehört, dass die Schüler Erfahrungen machen, die ein Bewusstsein für die Probleme in der Einen Welt und soziale Fragen wecken sollen. Zu erwähnen ist hier besonders das Sozial-Praktikum, eine Partnerschaft mit Mont Rolland im Senegal, der regelmäßige „Sponsored Walk“ und der Eine-Welt-Laden. Im Sozial-Praktikum bieten die Schüler der Oberstufe drei Wochen ihre Dienste in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, in Schulen für geistig und körperlich behinderte Kinder, oder auch in Arbeitslosenprojekten an. Das Praktikum dient dabei nicht in erster Linie der Berufsfindung, sondern soll vor allem menschliche Begegnungen ermöglichen. Diese Begegnungen sollen Zuneigung und Hinwendung zu den Mitmenschen wecken, die ohne fremde Hilfe nicht auskommen, sowie zu mehr Toleranz und Achtung erziehen.[4]

Römerkanal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Römerkanal auf dem Schulgelände.

Am 12. September 2019 erhielt das Heilig-Geist-Gymnasium ein Teilstück einer antiken römischen Wasserleitung. Diese fast zwei Jahrtausende alte Leitung wurde bei Grabungsarbeiten in der Nähe von Köln[5] gefunden und daraufhin von Auszubildenden[6] der Handwerkskammer restauriert und in 22 Teile[7] geteilt.

Das Teilstück der ehemaligen Wasserleitung befindet sich nun auf dem Schulhof des Gymnasiums. Das gesamte Projekt wurde durch den Landschaftsverband Rheinland subventioniert[8].

Der Kanal wird durch die schulische Archäologie AG[9] betreut.

Lehrer und Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SPD-Politiker Martin Schulz besuchte das Heilig-Geist-Gymnasium von 1966 bis 1974 und verließ es mit der Mittleren Reife. Kabarettist Jürgen Beckers ist aktuell, nach einer 11-jährigen Beurlaubung, wieder unterrichtender Lehrer an der Schule.[10] Weitere bekannte Schulangehörige sind unter anderem Kai Havertz (Fußballprofi), Björn Gögge (Musiker und Autor) sowie der Theologe Joseph Overath.

Theater ist Bühnenreif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das Schulgelände.

„Theater ist Bühnenreif“ ist ein von Lehrern und Schülern gestartetes Projekt, das eine Zeit lang jedes Jahr ein Theaterstück aufführte. Diese sind mal an ältere Stücke angelehnt und mal selber geschrieben. Es arbeiten unter anderem die Lehrer Verena Leenders und Wilfried Bonn sowie ehemalige und aktuelle Schüler des Heilig-Geist-Gymnasiums bei dem Projekt mit.

Im Jahr 2008, pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum von Bühnenreif, kam mit „My Fair Hotel“ das erste komplett selbstgeschriebene Theaterstück zur Aufführung. Es stammt aus der Feder von Gründungsmitglied Pascal Seifert und bescherte der Theatergruppe einen neuen Besucherrekord.

Das Projekt wurde allerdings vor einigen Jahren mit der Pensionierung von Wilfried Bonn eingestellt.

Orchester des Heilig-Geist-Gymnasiums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulorchester des Heilig-Geist-Gymnasiums hat bereits mehrere erfolgreiche Projekte umgesetzt[11], darunter:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heilig-Geist-Gymnasium – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Information auf der Seite Schule Suchen des Schulministeriums Nordrhein-Westfalen. Zuletzt abgerufen am 22. Februar 2023.
  2. Schulleitung. In: www.hgg-broich.de. Abgerufen am 19. Oktober 2022.
  3. Broicher Heilig-Geist-Gymnasium feiert 100. Geburtstag, in: Aachener Zeitung vom 26. Oktober 2008
  4. Christliche Wertevermittlung und soziales Lernen. In: www.hgg-broich.de. Abgerufen am 23. April 2018.
  5. Christian Ebener: Wasserleitung aus der Römerzeit am HGG in Würselen. In: www.aachener-zeitung.de. 7. Oktober 2019, abgerufen am 4. Mai 2020.
  6. Die Eifelwasserleitung nach Köln. In: bodendenkmalpflege.lvr.de. Aachener Zeitung, 7. Oktober 2019, abgerufen am 4. Mai 2020.
  7. Christian Ebener: Wasserleitung aus der Römerzeit am HGG in Würselen. In: www.aachener-zeitung.de. Aachener Zeitung, 7. Oktober 2019, abgerufen am 4. Mai 2020.
  8. Die Eifelwasserleitung nach Köln. In: bodendenkmalpflege.lvr.de. Abgerufen am 4. Mai 2020.
  9. Archäologie AG. In: www.hgg-broich.de. Heilig-Geist-Gymnasium, abgerufen am 4. Mai 2020.
  10. Jan Mönch: Alsdorfer Karnevalsstar: Jürgen B. Hausmann unterrichtet wieder. 14. September 2022, abgerufen am 16. Oktober 2022.
  11. HGG Homepage | Projekte und Konzerte. Abgerufen am 20. März 2023.