Johannes Pohlschneider

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Gedenkstein an Johannes Pohlschneider in der Allerheiligenkapelle des Aachener Doms

Johannes Pohlschneider (* 18. April 1899 in Osterfeine bei Damme (Dümmer); † 7. März 1981 in Aachen) war von 1954 bis 1974 Bischof von Aachen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Pohlschneider, zweites von zwölf Kindern, studierte nach dem Abitur 1917 an einem Realgymnasium in Münster Philosophie und Theologie in Berlin, Münster und Innsbruck sowie am Collegium Germanicum in Rom. In Münster wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung Unitas Winfridia und damit Korporierter im UV. 1919 konnte er sein Studium an der Universität Gregoriana aufnehmen und mit den Promotionen zum Doktor der Philosophie (1921) und zum Doktor der Theologie (1925) abschließen. Am 19. April 1924 empfing er in der Lateranbasilika die Priesterweihe. Als Priester des Bistums Münster war er zunächst in Vechta und dann als Kaplan in Oldenburg-Osternburg tätig.

1940 bestellte ihn Bischof Clemens August Graf von Galen trotz Behinderungen durch die Behörden zum Nachfolger des von den Nationalsozialisten aus dem Oldenburger Land ausgewiesenen Offizial Franz Vorwerk. Am 17. Dezember 1945 wurde er Nichtresidierender Domkapitular in Münster. Bischof Michael Keller berief ihn am 8. Oktober 1948 zum Generalvikar des rheinisch-westfälischen Teils des Bistums Münster.

Papst Pius XII. ernannte ihn am 30. August 1954 zum vierten Bischof von Aachen. Am 18. November 1954 empfing er im Aachener Dom durch den Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren Michael Keller, Bischof von Münster, und Friedrich Hünermann, Weihbischof in Aachen. Als Leitspruch wählte er: „Christus pax nostra - Christus unser Frieden“.

Er war Konzilsvater aller vier Sitzungsperioden des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962 bis 1965. Als Verantwortlicher der Deutschen Bischofskonferenz für das Schulenwesen („Schulbischof“) und die bischöfliche Kommission für Familie, Schule und Erziehung war er wesentlich eingebunden in die Erklärung des Konzils Gravissimum educationis über die christliche Erziehung. Besondere Ereignisse in seiner Amtszeit waren die Aachener Heiligtumsfahrten 1972 mit 175.000 Gläubigen, der Katholikentag 1974 in Mönchengladbach sowie die Seligsprechungen der aus dem Bistum stammenden Ordensgründerinnen der Salvatorianerinnen, Therese von Wüllenweber (1968), und der Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus, Franziska Schervier (1974).

1965 wurde er von Kardinal-Großmeister Eugène Kardinal Tisserant zum Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 5. Mai 1965 in Jerusalem durch Lorenz Kardinal Jaeger, Großprior der deutschen Statthalterei, investiert. Pohlschneider war nach eigenem Bekenntnis in Zuneigung mit dem Opus Dei verbunden und dessen Gründer Josemaría Escrivá einige Male persönlich begegnet.[1]

Im Dezember 1974 trat er auf eigenen Wunsch in den Ruhestand, hatte aber bis zum 30. Oktober 1975 das Bischofsamt als Apostolischer Administrator inne. Er wurde in der Bischofsgruft des Aachener Domes bestattet.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Pohlschneider: Gottes Werk im Alltag der Menschen. Zum 50. Geburtstag des Opus Dei. In: Theologisches 103 (1978), Sp. 2960–2965.
Vorgänger Amt Nachfolger
Franz Vorwerk Bischöflich Münsterscher Offizial im Offizialatsbezirk Oldenburg
1940–1948
Heinrich Grafenhorst
Johannes Joseph van der Velden Bischof von Aachen
1954–1975
Klaus Hemmerle