Heimatstube Beselich-Obertiefenbach

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Heimatstube Beselich-Obertiefenbach
Obertiefenbach Pfarrheim IMG 3256.JPG
Das Museumsgebäude – Außenansicht
Daten
Ort Beselich-Obertiefenbach Welt-IconKoordinaten: 50° 27′ 29,1″ N, 8° 7′ 20,4″ O
Art
Heimatmuseum
Eröffnung 18. März 1998
Besucheranzahl (jährlich) 400
Betreiber
Katholisches Männerwerk St. Ägidius
Leitung
Website
ISIL DE-MUS-135428

Die Heimatstube Beselich-Obertiefenbach ist ein Heimatmuseum, das sich mit der Geschichte, Tradition und Kultur der Gemeinde Beselich, insbesondere des Ortsteils Obertiefenbach, befasst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimatstube Beselich-Obertiefenbach wurde durch engagierte Mitglieder des Männerwerks der katholischen Kirchengemeinde „St. Ägidius“ nach langjähriger Exponaten-Sammlungstätigkeit und vier Jahren intensiver Bautätigkeit geschaffen und am 18. März 1998 feierlich eröffnet.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heimatmuseum befindet sich im denkmalgeschützten Pfarrheim „Alte Schule“ in der Ortsmitte auf einer Fläche von rund 190 m² und ist als Dauerausstellung im Dachgeschoss zu besichtigen. Dieses am 5. November 1873 erstmals als Volksschule genutzte Gebäude befindet sich im Zentrum des Ortes in der Straße „An der Kirche“ in direkter Nachbarschaft der neugotischen katholischen Pfarrkirche St. Ägidius.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsaal der Heimatstube im Dachgeschoss des Pfarrheims

Das Heimatarchiv bietet eine Vielzahl an Dokumenten, Fahnen, Fotografien, Büchern, Bildern und Ortsplänen aus dem Leben früherer Generationen. Eine komplette alte Schusterwerkstatt, eine alte Wohnstube mit Herd, ein Bett mit Strohmatratze, Arbeitsgeräte einer Schreinerei und Zimmerei, eines Dachdeckers und eines Anstreichers finden sich ebenfalls hier sowie viele alte Geräte aus der Landwirtschaft und aus dem Haushalt. Zudem sind Gegenstände aus dem religiösen Leben und historische Ausrüstungsgegenstände der Freiwilligen Feuerwehr ausgestellt. Als weitere Exponate sind Schulbänke unterschiedlichen Alters aus der Volksschule zu sehen.

Regionaltypisch sind auch die Exponate, welche die Arbeiten beim Basaltabbau zeigen, sowie die Gesteine aus der Heimatgemeinde: Basalt, Ton, Quarzit und Eisenstein sowie eine Güterlore, die sich vor dem Baudenkmal befindet.

In heimatkundlichen Sammlungen, sind nach Themengebieten wesentliche Presseartikel und Fotografien, darunter Gruppenfotos der Obertiefenbacher Erstkommunion-Jahrgänge ab 1926, für interessierte Besucher einsehbar.

Die Lückenlose Erfassung der Obertiefenbacher Kirmesburschenjahrgänge ab 1947 als Fotodokumentation und auch die dazugehörigen Zeitungsberichte über die Obertiefenbacher Kirmes seit 1950 liegen zur Ansicht für alle Besucher aus.

Da in Folge des Zweiten Weltkriegs das Dorf Obertiefenbach besonders viele Heimatvertriebene aufnahm, die das Dorfbild um die 1950er Jahre mitprägten, ist auch dies in der Heimatstube veranschaulicht. Ebenso sind vielfältige Unterlagen und Darstellungen über das ehemalige Kloster bzw. die Klosterruine Beselich sowie deren Erhaltungsmaßnahmen in einem eigenen Bereich vorhanden.

In einer Vitrine sind auch die Ernennungsurkunde zum Verteidigungsminister des verstorbenen Bundesministers und Obertiefenbacher Ehrenbürgers Georg Leber sowie weitere mit ihm zusammenhängende Dokumente und Fotos aus der Politik der 1960/70er Jahre (u. a. Georg Leber mit John F. Kennedy, Jimmy Carter, Helmut Schmidt) ausgestellt.

Archiv und Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimatstube führt ein umfangreiches Archiv, das aus Beständen der ehemaligen selbstständigen Gemeinde Obertiefenbach sowie Aufzeichnungen verschiedener Personen und Gruppierungen besteht. Zusätzlich sind relevante Zeitungsausschnitte und vollständige Jahrgänge des Beselicher Wochenspiegels seit der ersten Ausgabe vorhanden.

Heimatkundliche und -geschichtliche Vorträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorträge über Heimatkunde und -geschichte von fachkundigen Referenten werden vom Team der Heimatstube von Zeit zu Zeit im großen Saal des Pfarrheims angeboten und erfreuen sich erheblichen Zuspruchs.

Öffnungszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heimatmuseum ist in der Regel am zweiten Sonntag jeden Monats für Besucher geöffnet. Führungen von Gruppen können nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten erfolgen. Eintritt wird nicht erhoben.

Einblicke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Wagner: Obertiefenbach in seiner Vergangenheit. Gemeinde Obertiefenbach, Wiesbaden-Dotzheim 1954.
  • Marie-Luise Crone: Die sieben Knaben zu Obertiefenbach. Blätter um die Freudenberger Bewegung, Wiesbaden 1994, ISBN 3-928966-05-7.
  • Franz-Josef Sehr: Heimatstube Obertiefenbach. In: 125 Jahre Pfarrkirche St. Ägidius Obertiefenbach. Kirchengemeinde St. Ägidius Obertiefenbach, Beselich 2013, S. 47–48.
  • Franz-Josef Sehr: 140 Jahre Schulgebäude in Obertiefenbach. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2014. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 2013, ISBN 3-927006-50-5, S. 95–98.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]