Heinrich Aye

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Heinrich Aye (1851–1923) (Fotografie aus seiner Zeit als Pastor in Eutin)

Heinrich Aye (* 29. Januar 1851 in Frestedt (Dithmarschen); † 22. Juni 1923 in Bad Schwartau) war ein deutscher Pastor, Heimatforscher, Gründer des Ostholstein-Museum Eutin & Archäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend & Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Aye wurde 1851 als Sohn eines Lehrers und Organisten in Frestedt in Dithmarschen geboren und übernahm bereits im Alter von 12 Jahren für seinen Vater das Spielen der Orgel. Nach dem Tod des Vaters 1866 besuchte er das Gymnasium in Meldorf und in Husum, das er 1872 mit dem Abitur abschloss. Anschließend studierte er Theologie in Leipzig, Kiel und Jena. Seine Theologischen Examina legt er in Kiel und Arolsen ab.

Pfarrer in Pyrmont[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 1877 bis 1881 war er als Pfarrer in Pyrmont tätig.

Pfarrer in Eutin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Mai 1881 war Heinrich Aye Pfarrer in Eutin im Fürstentum Lübeck. Dort gründete er eine Volks- und Jugend Bibliothek, auf sein Anregung hin wurde 1885 eine Herberge für Handwerksgesellen auf der Wanderschaft; 1888 eine auf Heimarbeit gründenden Organisation ("Eutiner Hausfleiß") - die die wirtschaftliche Situation insbesondere älterer Menschen verbessern sollte - gegründet.

In Eutin erwachte sein Interesse für die Geschichte Eutins - 1885 gab er das "Uthinische Kirchengedächtnis" heraus, 1891/92 erschien - basierend auf von ihm gehaltenen Vorträgen - "Aus Eutins vergangenen Tagen" - das erste und für ca. 70 Jahre das maßgebliche Geschichtsbuch für Eutin.

Das (ehemalige) St. Georg-Hospital in Eutin – ab 1896 das Gebäude des Eutiner Heimatmuseums (dem heutigen Ostholstein-Museum Eutin)

Im Oktober 1889 erschien Heinrich Ayes Aufruf zu Gründung eines Heimatmuseums (dem nach dem Meldorfer Heimatkundemuseum zweiten in Schleswig-Holstein). Daraufhin wurde der "Vereines für Altertumskunde und Geschichte im Fürstentum Lübeck" gegründet und die ersten Museumsgegenstände wurden gespendet und eine erste Ausstellung eingerichtet werden. 1896 konnte das Museum die für eine Ausstellung geeigneten Räume im ehemaligen St.-Georg-Hospital beziehen. Aus dieser Aye'schen Initiative ging das heutige Ostholstein-Museum Eutin hervor.

Die von Heinrich Aye angeregten archäologischen Grabungen in der Umgebung von Eutin brachten Bronzezeit und Eisenzeitliche Funde zu Tage.

Pfarrer in Stolberg (Harz), Osterweddingen & Schleiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 1897 wechselte Heinrich Aye nach Stolberg wo er Oberpfarrer, Konsistorialrat, Hofprediger und Superintendent bei Fürst Wolfgang Georg von Stolberg-Stolberg wurde - mit dem er sich bereits 1898 überwarf, weshalb er Stolberg 1900 verließ.

Im selben Jahr wurde er Pfarrer in Osterweddingen (bei Magdeburg) von wo er 1903 als Kirchenrat, Hofprediger und Superintendent nach Schleiz wechselte.

Ruhestand in Lichterfelde, Köln, Hamburg & Bad Schwartau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1906 wurde er pensioniert und zog nach Lichterfelde (bei Berlin) später nach Köln und 1911 nach Hamburg.

1915 zog er nach Bad Schwartau im Fürstentum Lübeck wo er 1923 starb. Beerdigt wurde er in Eutin.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Uthinische Kirchen-Gedächtnis nach Fr. Cogelius, Eutin 1885
  • Aus Eutins vergangenen Tagen (Eine Vortragsreihe in zwei Bänden), Eutin 1891/1892
  • Allerhand Sang und Klang, Eutin 1895 (gewidmet Charlotte Vahldiek)
  • Die Apostelgeschichte in religiösen Betrachtungen für das moderne Bedürfnis (5. Band von "Das Neue Testament in religiösen Betrachtungen für das moderne Bedürfnis"), Gütersloh 1908

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1879 heiratete Heinrich Aye Johanne Marie Friederike Söht (* 5. September 1856 in Heide; † 18. Mai 1916 in Bad Schwartau) mit der er eine Tochter und drei Söhne hatte.

Ayes Sohn Julius Haye (* 4. November 1887 in Eutin; † 7. November 1914 in Tsingtau) diente in der Kaiserlichen Marine zuletzt als Oberleutnant zur See. Er fiel während des Ersten Weltkriegs bei der Verteidigung von Tsingtau gegen japanische Truppen.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Schönfeldt: Heinrich Aye - Gründer des Eutiner Museums (1851–1923); in: Jahrbuch für Heimatkunde (Heimatverband Eutin), Eutin 1968 (Seite 83-85)
  • Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck - Band 2 Seite 48 - Neumünster 1971 (Eintrag "Aye, Heinrich")
  • Topographie Schleswig-Holstein - Band 1 (A - Bo), Flensburg 2001 (Eintrag „Bad Schwartau“ - Erwähnung von Heinrich Aye unter „Persönlichkeiten“ mit Lebensdaten)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzbiographie Julius Aye. In: Tsingtau und Japan 1914-1920 - Historisch Biographisches Projekt. Abgerufen am 23. März 2016.